La gare des aïeux

Ein Netztagebuch zu Familienforschung, Verkehr und allem anderen

Rettet Street View!

Sonnabend, 14. August 2010 11:44 am

Und zwar nicht, weil ich irgendwelche Sympathien für google hätte.

Aber es ist in Deutschland nun einmal so, daß niemand eine Genehmigung braucht, um von öffentlich zugänglichen Straßen und Plätzen aus Photos von Gebäuden zu machen und sie zu veröffentlichen, seien die Gebäude nun privat oder öffentlich. So steht es im Urheberrechtsgesetz (§59). Selbst Personen, die nur “Beiwerk” sind, dürfen ohne deren Genehmigung abgebildet werden (Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie §23). Lediglich in militärischen Schutzbereichen kann das Photographieren untersagt werden, diese müssen aber jeweils durch entsprechende Hinweisschilder gekennzeichnet werden.

Was für alle gilt, muß auch für google gelten. Lediglich über die Positionierung der Aufnahmekamera kann man streiten, weil sie sich über der gewöhnlichen Augenhöhe befindet. Aber eine lex google bredroht am Ende unser aller Recht, überall im öffentlichen Raum zu photographieren.

Es ist einer Überlegung wert, ob man nicht andernorts, z.B. auf seiner Internetseite, Bilder all jener Gebäude veröffentlichen sollte, die bei street view unkenntlich gemacht wurden.

Rettet die Panoramafreiheit!

Ich habe dazu ja schon einmal etwas geschrieben. Nachdem sie vor dem Brandenburgischen Oberlandesgericht unterlegen war, hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten jetzt Revision vor dem Bundesgerichtshof eingelegt. Offensichtlich bekommt die Stiftung zu viel öffentliche Gelder, wenn Sie solche Prozesse führen kann, um ihr absolutistisches Herrschaftsverständnis zu verteidigen.

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Posted By: Markus

Innere Distanz

Montag, 12. Juli 2010 9:25 am

Man schimpft ja gerne über die Deutsche Bahn, meist sicher zu recht. Was soll man davon halten, wenn laut Bahn am Ausfall der Klimaanlage in einem ICE, nach dem 9 Personen in’s Krankenhaus kamen, “die Kombination aus Hitze und hoher Fahrgastzahl” schuld sei und “die Klimaanlagen […] dieser doppelten Belastung nicht standgehalten” hätten (Zitate Berliner Zeitung).

Laut Tagesspiegel rät die Bahn in ähnlichen Fällen (also wohl immer dann, wenn zufällig der Sommer mit dem Beginn der Sommerferien zusammenfällt):

“Fahrgäste, die den Ausfall einer Klimaanlage in einem ICE erleben, sollten sich erkundigen, ob die Klimaanlage in einem anderen Teil des Zuges noch funktioniert. Es gibt Schilderungen von Fahrgästen über einen Vorfall vor einer Woche, nach denen das Bahnpersonal von sich aus nicht dafür sorgte, dass die Betroffenen auf andere Teile des Zuges verteilt wurden, wo die Klimaanlage noch lief. Ein Bahnsprecher sagte dazu, es liege im Ermessen des Personals, solche Entscheidungen zu treffen. Es solle dabei flexibel sein.”

Aber doch auch wieder nicht zu flexibel:

“Ob diese Flexibilität auch bedeutet, dass Fahrgäste im Notfall auch in die erste Klasse verlegt werden, beantwortete er ausweichend.”

Wie schreibt es die Berliner Zeitung so hübsch: Bei der Deutschen Bahn sei “eine gewisse innere Distanz zum Service-Gedanken” im Preis inbegriffen.

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Posted By: Markus

Sparmaßnahmen zeigen weiterhin Wirkung

Sonnabend, 10. Juli 2010 11:21 am

Jedenfalls bei der Berliner S-Bahn. Jetzt ist der Sommer schuld: http://www.tagesspiegel.de/berlin/verkehr/hitze-legt-s-bahnen-lahm/1880042.html

Man zieht von den Bahnhöfen die Aufsichten ab, und die Fahrer sollen die Bahnen selber abfertigen. Das dafür vorgesehene System ist seit Jahren nicht funktionsfähig, also müssen die Fahrer zur Abfertigung aussteigen. Dadurch wird es so heiß im Führerstand, daß die Klimaanlage es nicht schafft, und schließlich fällt die überhitzte Technik aus.

Von jedem Menschen mit gesundem Menschenverstand wäre zu erwarten, daß er die Aufsichten erst dann abzieht, wenn das neue System funktioniert. Aber das ist bei der Deutschen Bahn wohl zu viel verlangt. Stellen wir uns schon mal auf Herbst und Winter ein: http://www.tagesspiegel.de/meinung/die-vier-feinde-der-berliner-s-bahn/1879834.html

Vielleicht hätte man einfach die Aufsichten auf den Bahnsteigen lassen sollen. Aber das wollte der Senat nicht, als er den Vertrag mit der S-Bahn geschlossen hat. Womit wir wieder bei der Politik sind. Müßig die Frage, wer unfähiger ist, der rot-rote Berliner Senat oder das Bahn-Management. Man sollte einfach beides auswechseln. Beim Senat ist nächstes Jahr die Gelegenheit dafür.

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Anti-Atom-Camp

Montag, 24. Mai 2010 11:29 am

Vielleicht sollte ich mal wieder ein Lebenszeichen geben, nachdem ich schon fast einen Monat nichts mehr geschrieben habe. Also hier ein paar eher unbedeutende Sätze. Ich meine natürlich nicht, daß die Sache unbedeutend sei, ganz im Gegenteil, sondern mein Anteil daran bzw. Bericht davon.

Am Sonnabend, dem 22. Mai, unternahm ich einen Abstecher zum deutsch-polnischen Anti-Atom-Camp in Mescherin. Hier zwei visuelle Eindrücke. Zunächst Radek Gawlik, ehemaliger stellvertretender polnischer Umweltminister:

Und hier der jüngste Teilnehmer, Antonio (1 Monat alt):

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Fahrpreisnacherhebung (III)

Sonntag, 25. April 2010 9:25 am

Ich muß hier noch das letzte Stück der Folgen einer Bahnfahrt von Emden nach Berlin berichten (siehe 1, 2).

Anfang April bekam ich erneut Post von der Fahrpreisnacherhebung der Deutschen Bahn. Man habe den von mir dargelegten Sachverhalt für die Fahrt vom 15. November 2009 inzwischend eingehend geprüft und wolle mir dazu “folgendes” mitteilen.

Zum von mir dargelegten Sachverhalt folgt dann allerdings nichts, sondern nur ein Textbaustein, daß es erforderlich sei, vor Fahrtantritt eine Fahrkarte zu erwerben, und “[i]m vorliegenden Fall […] bei der Fahrkartenkontrolle keine Fahrkarte für die in Anspruch genommene Leistung vorgezeigt werden [konnte]”.

Davon könne man auch in meinem Falle keine Ausnahme machen, wolle mir aber gerne entgegenkommen und ermäßige als Zeichen der Serviceorientierung der Deutschen Bahn und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht die Forderung auf den von mir bereits bezahlten Betrag (also den regulären Fahrpreis ohne Aufschlag eines Bordpreises) und betrachte die Sache damit von Seiten der Deutschen Bahn als abgeschlossen.

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Posted By: Markus

Mit dem Zug von Berlin nach Breslau — wo sind die Visionen?

Freitag, 19. März 2010 9:44 am

Gestern fand im Rahmen des EU-Projektes Via Regia Plus eine Veranstaltung zum Thema “Schnelle Zuverbindungen zwischen Berlin, Dresden und Wrocław (Breslau) — Was ist erreicht, was bleibt zu tun?” statt (Einladung). Ich erlaube mir einmal, im folgenden ein paar persönliche Eindrücke wiederzugeben.

Visionär waren die Beiträge auf dem Podium kaum zu nennen. Über Tempo 160, das bereits einmal Mitte der 30er Jahre erreicht wurde, dachte niemand hinaus, und eine entsprechende Frage aus dem Publikum wurde von Seiten der PKL mit dem Hinweis auf die Kosten weggewischt. Vielleicht lag es auch daran, daß der Fragesteller dies damit begründete, daß dann für private Betreiber attraktivere Rahmenbedigungen bestünden.

Aber denken wir doch mal ein bißchen in die Zukunft und nehmen wir an, wir können im Jahre 2020 zwischen Berlin und Breslau durchgehend mit Tempo 160 fahren. Soll das dann im Jahre 2030 oder 2040 immer noch so sein? Oder sind dann nicht 200 oder 230 km/h angesagt? (Eine Neubaustrecke mit Tempo 300 oder mehr lasse ich hier einmal wegen der ökonomischen oder ökologischen Fragwürdigkeit außer Betracht.) Ich wage einmal zu behaupten, daß man bald nach dem Ausbau auf 160 km/h mit dem Ausbau auf höhere Geschwindigkeiten beginnen wird. Und das unter Vernichtung eines Teils der zuvor neu errichteten und noch nicht am Ende ihrer Lebensdauer angekommenen Infrastruktur. Wie so etwas geht, konnte man zwischen Berlin und Hamburg beobachten.

Insbesondere für Berlin ist es von elementarem Interesse, über höhere Geschwindigkeiten nachzudenken, denn es steht im Verhältnis zu Breslau wirtschaftlich in Konkurrenz zu Warschau. Berlin hat zwar geographisch einen kleinen Vorteil, aber wenn in Polen tatsächlich die Y-Trasse Warschau (Warszawa) — Lodsch (Łódż) — Posen (Poznań)/ Breslau mit 300 km/h oder mehr kommt, wird Berlin gegenüber Warschau bei der Erreichbarkeit aus Richtung Breslau hoffnungslos in’s Hintertreffen geraten, wenn die Züge zwischen Berlin und Breslau weiterhin mit 160 km/h fahren werden.

Die Rede des Ministerialrats Küpper aus dem Bundesverkehrsministerium war ein Affront. Sicher hat niemand von ihm eine definitve Aussage erwartet, daß die Bundesregierung die Verbindung Berlin — Breslau zukünftig als internationale Verbindung betrachten werde, für die ein deutsch-polnischer Staatsvertrag abzuschließen sei, aber er hat es geschafft, die Strecke in seinem Vortrag nicht einmal zu erwähnen! Und das auf einer Veranstaltung, die sich zu wesentlichen Teilen mit dieser Strecke beschäftigt. Daraus muß man wohl folgern, daß die Bundesregierung die Strecke Berlin — Breslau auch zukünftig als Regionalstrecke einstuft. Absurd sein Argument, der Bund könne im Fernverkehr keine Bestellungen vornehmen, weil dafür keine Haushaltsmittel vorhanden seien. Sind etwa für Kopfpauschale und Steuersenkungen Haushaltsmittel vorhanden?

Die Linienführung über Horka wurde m.E. aufgrund recht einseitiger Argumente schöngerechnet. Insbesondere von Seiten der PKL wurde allein die Frage betrachtet, welche zusätzlichen Investitionen auf polnischer Seite für welchen Fahrzeitgewinn notwendig sind. Die Streckenanteile auf deutscher Seite bzw. der Gesamtnutzen und die Gesamtkosten blieben völlig außer Betracht. Auch wurde außer acht gelassen, daß in jedem Fall in den Streckenabschnitt Arnsdorf (Miłkowice) — Forst investiert werden muß, wenn er für den Regionalverkehr erhalten bleiben und nicht eingestellt werden soll.

Ebensowenig wurden die Argumente aus Brandenburg und Lebus zu Gehör gebracht, die sich für die Streckenführung über Forst, Sorau (Żary) und Sagan (Żagań) einsetzen, um die Region nicht abzuhängen und ihr eine gute Anbindung nach Berlin und Breslau zu bieten.

Auch für den Güterverkehr wird die Strecke über Forst in Zukunft von Bedeutung sein, da die Strecke über Horka allein nicht ausreichend sein wird. Man nehme einmal die Verkehrsprognose für 2025, kombiniere sie mit den EU-Klimaschutzzielen und man wird sich der Einsicht nicht verschließen können, daß diese ohne Steigerung des Güterverkehrsaufkommens auf der Schiene um mehrere hundert Prozent nicht erreichbar sind.

Das Argument des Spatzen in der Hand ist sicher nicht von der Hand zu weisen, aber man sollte dabei nicht vergessen, daß der Spatz in der Hand recht bald aufgegessen ist. Dafür sollte man Vorsorge treffen. Ein wichtiges Element einer solcher Vorsorge wären entsprechende Finanzierungselemente, die es erlauben, alle Infrastrukturmaßnahmen so zu planen und zu bauen, daß sie bei einem späteren weiteren Ausbau weitergenutzt werden können.

Mein Fazit: Die Streckenführung über Horka kann, wenn überhaupt, nur eine Zwischenlösung sein. Aber dann sollte man sicherstellen, daß gleich anschließend der Ausbau der Strecke Cottbus — Forst — Liegnitz (Legnica) auf 200 oder 230 km/h in Angriff genommen wird, um eine auch langfristig konkurrenzfähige Verbindung zwischen Berlin und Breslau zu schaffen.

Am Rande wurde von polnischer Seite angesprochen, daß es bei den Vorbeitungen zum Bau der neuen Neißebrücke bei Horka Probleme gäbe, da entgegen den Absprachen auch ein Planungsverfahren in Deutschland nötig sei. Ich kenne die Details und Hintergründe nicht, aber könnte es sein, daß man dort naturschutzrechtliche Genehmigungsverfahren auf deutscher Seite umgehen möchte?

Als Historiker erlaube ich mir zum Schluß noch anzumerken, daß auf der Veranstaltung mehrfach von der historisch schnellsten Streckenführung über Forst und Cottbus gesprochen wurde. Diese verlief aber in Wirklichkeit über Guben (Gubin) und Sommerfeld (Lubsko). Von dieser Verbindund war gestern nicht die Rede, obwohl sie meines Wissens in Deutschland wie in Polen noch als Bahnstrecke gewidmet ist. Teilweise sind allerdings die Schienen demontiert und auch der Rest nicht in betriebsfähigem Zustand, wie dieses Bild aus dem Jahre 2007 zeigt:

Vielleicht wird man eines Tages auch diese Strecke wieder benötigen.

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Posted By: Markus

Fahrpreisnacherhebung (II)

Sonnabend, 6. Februar 2010 4:23 pm

Nach zweieinhalb Monaten bekam ich jetzt Post wegen meiner “Fahrpreisnacherhebung“. Das Schreiben beginnt wie folgt: “Sie wurden am 15.11.2009 auf der Strecke von Emden nach Berlin ohne gültige Fahrkarte angetroffen.” Man teilt mit darin ferner mit, daß “mein Vorgang” “bereits[!!!]” bearbeitet würde. Allerdings benötige man noch eine gut lesbare Kopie meiner Bahncard. Weiter heißt es: “Für den Zeitraum bis zum Eintreffen dieser Unterlagen, spätestens bis zum 16.02.2010, setzen wird unsere Forderung an Sie aus”. Wie nett.

Dabei habe ich meine Bahncardnummer bereits am 15. November 2009 mitgeteilt. Dann dürften Sie ja wohl auch problemlos an den Rest der Angaben kommen. Was Datenschutz bei der Bahn wert ist, wissen wir ja spätestens seit dem Rücktritt von Herrn Spähdorn.

Ich habe aber trotzdem eine Kopie hingeschickt. Mit der “guten Lesbarkeit” ist das aber leider so eine Sache, mit schwarzer Schrift auf dunkelgrau-silbernem Untergrund.

Die Fahrpreisnacherhebung gehört übrigens zur DB Vertrieb GmbH, deren Aufsichtsratvorsitzender Herr Homburg ist. Das ist einer von denen, die die Berliner S-Bahn zugrunde gerichtet haben.

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Posted By: Markus

Ratlos

Dienstag, 22. Dezember 2009 9:59 am

Was soll der gesetzestreue Radfahrer hier an der Baustelle der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße machen?

Wahrscheinlich kann man angesichts von soviel Dämlichkeit einfach nur weiterfahren. Obwohl der Radweg auch nicht richtig geräumt ist. Also lieber auf der Fahrbahn.

Das allerschönste ist, daß dieselbe Beschilderung auch in der Gegenrichtung angebracht ist, obwohl Radfahrer den Radweg in der Gegenrichtung gar nicht befahren dürfen.

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Posted By: Markus

Fahrpreisnacherhebung (I)

Sonntag, 15. November 2009 2:52 pm

Heute sah ich mich gezwungen, folgendes Schreiben an die Deutsche Bahn zu richten:

IC 2131, 15. November 2009

Fahrpreisnacherhebung 40 09 […….. .]

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren!

Leider mußte ich heute im IC 2131 von Emden nach Berlin eine unerfreuliche Erfahrung machen. Der Hergang ist der folgende:

Beim Kauf einer Fahrkarte nach Emden in Berlin am 12. November 2009 stellte sich heraus, daß der Magnetstreifen meiner Bahncard nicht lesbar war. Der Herr am Schalter (sehr freundlich) bestellte daraufhin beim Bahncardservice eine neue Bahncard für mich (die mich aber verständlicherweise noch nicht erreicht hat). Da ich noch nicht wußte, wann und mit welcher Zuggattung ich zurückfahren würde, konnte ich noch keine Rückfahrkarte erwerben.

Am Sonntag, dem 15. November 2009 entschied ich mich, mit dem IC 2131 zurückzufahren (ohne Umsteigen über Magdeburg). Leider war es mir nicht möglich, am Bahnhof in Emden eine Fahrkarte zu erwerben, da der Automat die Bahncard nicht akzeptierte und der Fahrkartenschalter Sonntags geschlossen ist. Zudem waren nur zwei Fernverkehrsautomaten vorhanden, die kein Bargeld akzeptierten. (Zur Bargeldannahme waren daneben noch zwei Nahverkehrsautomaten vorhanden, deren Bedienung mir aber nicht vertraut war und die anscheinend weder das Punktesammeln noch den Kauf von Fernverkehrsfahrkarten gestatteten).

Ich stieg daher ohne Fahrkarte in den Zug ein und meldete mich unaufgefordert und unverzüglich beim Schaffner (Herrn […] Z[…]) sobald er im Wagen erschien, um die Fahrkarten zu kontrollieren.

Während des Kaufvorganges (bei dem der Schaffner bestätigte, daß meine Bahncard nicht lesbar war) wurde mir mitgeteilt, daß ich einen Bordpreis von 45,10 Euro statt des Normalpreises von 41 Euro zu zahlen habe. Daß der Automat meine Bahncard nicht akzeptiert habe, wollte der Schaffner nicht gelten lassen.

Ich habe mir daraufhin die Beförderungsbedingungen der DB unter http://www.bahn.de/hilfe/view/mdb/pv/pdf/agb/MDB21350-befoerd_beding_060306.pdf heruntergeladen und dort unter Punkt 3.9 folgendes gelesen:
“War bei Fahrtantritt weder ein Fahrkartenschalter geöffnet noch ein zur Annahme von Bargeld geeigneter betriebsbereiter Automat vorhanden, hat der Reisende statt des Bordpreises nur den Normalpreis unter Berücksichtigung etwaiger im Zug erhältlicher Ermäßigungen zu zahlen.”

Ich habe diesen Satz daraufhin dem Schaffner vorgelesen. Leider zeigte sich der Schaffner unbeeindruckt. Er sagte, er könne ja schließlich nicht wissen, ob es in Emden Automaten gäbe, die Bargeld annähmen oder nicht. Ich hätte mir zudem den Sachverhalt nicht vom Aufsichtspersonal auf Bahnsteig 5/6 bestätigen lassen. Er wolle auch nicht weiter mit mir diskutieren und werde daher den Kaufvorgang abbrechen und eine Fahrpreisnacherhebung vornehmen.

Ich habe dann vom Schaffner eine entsprechende Forderung in Höhe von 85,10 Euro ausgehändigt bekommen.

Anschließend habe ich mich auf der auf der Fahrpreisnacherhebung angegebenen Internetseite http://www.db-fahrpreisnacherhebung.de weiter informiert.

Unter http://www.db-fahrpreisnacherhebung.de/faq/index.html steht u.a.: “Wenn Sie bei der Kontrolle gegenüber dem Zugbegleiter den Defekt eines Fahrkartenautomaten reklamiert haben, wird dies auf Ihrer Fahrpreisnacherhebung entsprechend vermerkt und zur Prüfung an die zuständigen DB-Stellen weitergeleitet.” Zwar war in meinem Fall nicht der Automat defekt, aber es ist offenbar möglich, auf der Fahrpreisnacherhebung eine Begründung für die Nichtzahlung zu vermerken.

Auf meiner steht aber nur: “Begründung: keine”. Auf Nachfrage erklärte mir der Schaffner, daß er dort gar nichts eintragen könne, das lasse sein Verkaufgerät nicht zu. Ich wage nicht zu entscheiden, ob dieser Aussage die Programmierung des Gerätes oder die Bedienung zugrunde liegen.

M.E. habe ich alles getan, um vor Fahrtantritt in den Besitz einer Fahrkarte mit Bahncardermäßigung zu kommen und sehe daher sowohl den Bordpreis von 45,10 Euro als auch den erhöhten Fahrpreis von 40 Euro als unberechtigt an und werde nur den regulären Fahrpreis von 41 Euro auf das auf der Fahrpreisnacherhebung genannte Konto überweisen.

Ich bitte, mir entsprechend zu bestätigen, daß damit alle Forderungen Ihrerseits beglichen sind.

Außerdem möchte ich Sie bitten, mit Herrn Z[…] ein klärendes Gespräch zu führen. Wenn selbst BahnComfort Kunden so behandelt werden, will ich mir gar nicht ausmalen, wie es “normalen” Fahrgästen bei Herrn Z[…] ergeht.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus Röhling

Bahncardnummer 7081 […. …. ….]

Mal sehen, was jetzt passiert. Den Inhalt dieser e-mail werde ich heute abend auch noch per Fax abschicken.
Die Bahn scheint da unerbittlich zu sein, wie man z.B. unter http://www.der-fahrgast.de/Archiv/2003/2003-3-5-11.pdf lesen kann.

Weitere Informationen zum Thema:
http://www.fahrgast-rechte.de/Ubersicht/Ihr_Problem/Nachzahlen/nachzahlen.html

Vielleicht sollte ich endlich Mitglied von Pro Bahn werden? Der Mitgliedsbeitrag von 42 Euro wäre sogar günstiger als das, was ich jetzt zusätzlich zahlen soll (44,10 Euro). Andererseits wollte ich doch auch endlich dem BUND beitreten (50 Euro pro Jahr).

So, der Eintrag ist fertig. Wir haben gerade Linsburg auf einem Überholgleis (wegen Bauarbeuten) durchfahren. Es erleichtert doch ungemein, daß man seinen Ärger über die Deutsche Bahn gleich während der Fahrt in’s Netz stellen kann. Selbst wenn es keiner lesen sollte. Für die Internetrecherchen habe ich zwar die Strecke von kurz vor Leer bis hierhin gebraucht, aber dafür weiß ich jetzt auch mehr.

Es scheint auch eine eigene Bahn-Blogospäre zu geben, vgl. z.B. http://dasbahnblog.de Aber da werde ich mich jetzt nicht weiter hineinversenken.

Abgelegt unter: Politik, Verkehr
Posted By: Markus

“Es ist Deutschland hier”

Dienstag, 29. September 2009 10:19 am

Oh je, ist das peinlich:

http://www.youtube.com/watch?v=yGqRrSa5Ct0

So schlimm hatte ich mir schwarz-gelb nicht vorgestellt. Da muß man sich in den nächsten vier Jahren wohl auf einiges gefaßt machen. Immerhin, unser Außenminister in spe (oder sollte man lieber Möchtegern-Außenminister sagen?) bemüht sich ja:

http://www.youtube.com/watch?v=lLYGPWQ0VjY

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