La gare des aïeux

Ein Netztagebuch zu Familienforschung, Verkehr und allem anderen

Rettet Street View!

Sonnabend, 14. August 2010 11:44 am

Und zwar nicht, weil ich irgendwelche Sympathien für google hätte.

Aber es ist in Deutschland nun einmal so, daß niemand eine Genehmigung braucht, um von öffentlich zugänglichen Straßen und Plätzen aus Photos von Gebäuden zu machen und sie zu veröffentlichen, seien die Gebäude nun privat oder öffentlich. So steht es im Urheberrechtsgesetz (§59). Selbst Personen, die nur “Beiwerk” sind, dürfen ohne deren Genehmigung abgebildet werden (Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie §23). Lediglich in militärischen Schutzbereichen kann das Photographieren untersagt werden, diese müssen aber jeweils durch entsprechende Hinweisschilder gekennzeichnet werden.

Was für alle gilt, muß auch für google gelten. Lediglich über die Positionierung der Aufnahmekamera kann man streiten, weil sie sich über der gewöhnlichen Augenhöhe befindet. Aber eine lex google bredroht am Ende unser aller Recht, überall im öffentlichen Raum zu photographieren.

Es ist einer Überlegung wert, ob man nicht andernorts, z.B. auf seiner Internetseite, Bilder all jener Gebäude veröffentlichen sollte, die bei street view unkenntlich gemacht wurden.

Rettet die Panoramafreiheit!

Ich habe dazu ja schon einmal etwas geschrieben. Nachdem sie vor dem Brandenburgischen Oberlandesgericht unterlegen war, hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten jetzt Revision vor dem Bundesgerichtshof eingelegt. Offensichtlich bekommt die Stiftung zu viel öffentliche Gelder, wenn Sie solche Prozesse führen kann, um ihr absolutistisches Herrschaftsverständnis zu verteidigen.

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Posted By: Markus

Kein Atomkraftwerk in Pommern oder anderswo!

Dienstag, 26. Mai 2009 11:07 am

Am 16. Mai 2009 fand in Greifenhagen (Gryfino) eine Demonstration von Atomkraftgegnern statt. Dabei waren unter anderem vier Kandidationnen von Zieloni 2004 und Bündnis 90/ Die Grünen für das Europäische Parlament: Rebecca Harms, Karolina Jankowska, Ska Keller und Ewa Koś. Über die Demonstration ist auch anderweitig schon berichtet worden.

Hier noch ein paar Bilder, die auch zeigen, daß man beim Photographieren aus der freien Hand im Großformat doch sehr aufpassen muß, daß alles scharf ist und nichts verwackelt.

Beginn der Demonstration vor dem Bahnhof.

Der Demonstrationszug zieht durch die Stadt.

Die Kandidatin Karolina Jankowska spricht zu den Demonstranten.

Rebecca Harms, Karolina Jankowska und Ewa Koś mit dem brandenburgischen Landesvorsitzenden und Kandidaten für die Landtagswahl, Axel Vogel.

Abschluß der Demonstration mit dem aufblasbaren Atomkraftwerk vor dem Stadion in Greifenhagen. Es spricht gerade die Berliner Landesvorsitzende Irmgard Franke-Dressler.

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Posted By: Markus

Rettet die Gaslaternen!

Mittwoch, 27. August 2008 8:52 pm

Schon länger wollte ich etwas zur Bedrohung der Berliner Gaslaternen schreiben. Weil ich bisher keine gelungene eigene Photographie zur Verfügung habe, habe ich das aber immer wieder verschoben.

Die Photographie fehlt mir immer noch, daher für jetzt nur Worte. Seit Jahren werden immer wieder Versuche unternommen, die Berliner Gasbeleuchtung abzuschaffen, auch in der Presse ist davon immer wieder zu lesen, z.B. im Tagesspiegel vom 18. August 2008. Nach den vorgelegten Milchmädchenrechnungen soll die Umstellung auf elektrische Beleuchtung die Straßenbeleuchtung billiger und umweltfreundlicher machen. Auch die Grünen im Abgeordnetenhaus vertreten leider diese Position.

Die Argumente sind schon mehrfach ausgetauscht worden. Sonderbarerweise hat meines Wissens noch niemand den Vorschlag gemacht, die Gaslaternen mit Biogas zu betreiben. Dabei wäre damit ohne Baumaßnahmen der CO2-Ausstoß auf null gesenkt, aber die ökologischen Vorteile des Erhalts der Gasbeleuchtung (z.B. weniger tote Insekten, keine Schädigung des Wurzelwerks von Bäumen durch die Umstellung) gewahrt.

Wesentlich ist für mich, daß man vermutlich anderswo mit Investitionen in gleicher Höhe viel mehr Energie sparen könnte, z.B. bei der Gebäudesanierung. Oder einfach durch das Verbot von Heizpilzen. Überschlagsmäßig dürfte durch die Umstellung sämtlicher Gaslaternen genausoviel Energie gespart werden können wie dadurch, daß jedes Berliner Kraftfahrzeug jeden Tag 200 m weniger fährt.

Schon für Franz Hessel gehörte das Gaslicht einer vergangenen Zeit an, aber der wollte in Berlin auch vieles andere abreißen, was wir heute für erhaltenswert erachten. Ich hoffe jedenfalls sehr, daß man sich noch besinnt, und dieses einzigartige technische Denkmal bewahrt. Immerhin ist Berlin die Stadt mit den weltweit meisten Gaslaternen, und daraus sollte man Kapital schlagen, anstatt dieses Denkmal zu zerstören. Und zu einem Denkmal gehört, daß die Laternen nicht nur wie Gaslaternen aussehen, sondern auch so funktionieren. Ein Gesamtkonzept für die öffentliche Beleuchtung, wie es vom Senat vorgelegt wurde, muß auch ein Denkmalschutzkonzept einschließen. Zu einem solchen gehören meines Erachtens u.a. folgende Punkte:

  • Es muß gewährleistet sein, daß Berlin auch weiterhin weltweit die Stadt mit den meisten Gaslaternen ist.
  • Gaslaternen sollten v.a. dort umgestellt werden, wo deren Dichte relativ gering ist und kein oder nur ein geringer Bezug zum Umfeld vorhanden ist. Erhalten werden sollten v.a. Gebiete mit Altbauten und weitgehend geschlossen erhaltener Gasbeleuchtung (mir fallen da z.B. Gebiete in Kreuzberg, Neukölln oder Moabit ein). In Einzelfällen könnten dann durchaus auch Elektrolaternen wieder auf Gas umgestellt werden, wo dies zur Wiederherstellung des Gesamtbildes notwendig ist.
  • Eine touristische Erschließung dieser Gebiete, z.B. im Hinblick auf (alternative) Stadtführungen, sollte durchführbar sein.

Seit einiger Zeit gibt es übrigens die Gaslicht Initiative Berlin, die sich die Erhaltung der Gasbeleuchtung zum Ziel gesetzt hat.

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Posted By: Markus

Panoramafreiheit

Sonntag, 17. August 2008 12:32 pm

In § 59 (Werke an öffentlichen Plätzen) des deutschen Urheberrechtsgesetzes heißt es:

(1) Zulässig ist, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Grafik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Bei Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht.

(2) Die Vervielfältigungen dürfen nicht an einem Bauwerk vorgenommen werden.

Die vom Deutschen Bundestag eingesetzte Enquête-Kommission “Kultur in Deutschland” hat nun vorgeschlagen, diese Panoramafreiheit teilweise abzuschaffen, auch wenn sie vorerst weiterhin für Gebäude gelten soll. In ihrem Bericht heißt es u.a. (S. 267):

Die Enquete-Kommission empfiehlt dem Deutschen Bundestag, in § 59 Absatz 1 Urhebergesetz eine Vergütungspflicht für die Abbildung von Werken – ausgenommen Bauwerken – im öffentlichen Raum einzuführen, die dann eintritt, wenn die Abbildung gewerblich verwertet wird und die Darstellungsabsicht sich auf das jeweilige Werk richtet.

Gegen diese Bestrebungen wendet sich die Iniative “Pro Panoramafreiheit — Für das Recht auf freie Fotografie” des Deutschen Journalistenverbandes.

Die “Stiftung Preußische Schlösser und Gärten” versucht schon seit einiger Zeit vorzuexerzieren, was das bedeuten kann, obschon der Fall rechtlich anders gelagert ist, da dort niemand mehr Urheberrechte an Gebäuden und Kunstwerken mehr geltend machen kann. Es wird versucht, die Parks und Gärten der Öffentlichkeit zu entziehen und daraus ein privates Gelände zu machen, das man nur noch unter den von der Stiftung aufgestellten Bedingungen betreten darf. Dazu gehört das Erheben eines (bisher noch) freiwilligen Eintrittsgeldes im Park von Sanssouci, Fahradfahrverbote (oder, wie an der Sacrower Heilandskirche, sogar ein Fahrradschiebeverbot), oder eben der Versuch, das Photographieren in den Parks nur noch unter den Bedingungen der Stiftung zu erlauben.

Wie schon die Bahnhöfe sind die Parks irgendwann kein wirklicher öffentlicher Raum mehr, auch wenn bisher noch alles ganz amtlich im Rahmen einer im Amtsblatt veröffentlichten “Stiftungsanlagenverordnung” vor sich geht. Und vielleicht wird die Stiftung dann am Ende auch an private Investoren verscherbelt oder ihnen zur kommerziellen Verwertung überlassen?

Was hätte dazu wohl der Alte Fritz gesagt, dessen Todestag sich heute übrigens zum 222. Mal jährt? Man weiß es nicht. Ist aber auch nicht so wichtig, denn heute leben wir in einer Demokratie, und da sollten Parks in öffentlichem Besitz auch ein öffentlicher Raum sein.

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Posted By: Markus

Aquarienbesitzer

Sonnabend, 16. August 2008 10:44 am

Kürzlich wurden mit der “Zweiten Verordnung zur Änderung der Chemikalien-Verbotsverordnung” wieder einmal die Abgabebedingungen für einige Chemikalien verschärft. Darunter fallen z.B. auch Wasserstoffsuperoxid mit mehr als 12% Wasserstoffsuperoxid-Anteil oder Kaliumpermanganat. Man bekommt sie zwar noch, aber nur mit Identitätsfeststellung.

Kaliumpermanganat benötigt man manchmal in der Photochemie. Wasserstoffsuperoxid in höherer Konzentration benötigt man z.B. in der Aquaristik. Wenn man also glaubhaft macht, daß man ein Aquarium hat, ist es kein Problem, sich das Zeug zu beschaffen, und wenn man dann noch einige Bekannte mit Aquarien hat, bekommt man auch die nötigen Mengen zusammen. Der nächste logische Schritt wäre also, alle Aquarienbesitzer einer Rasterfahndung zu unterziehen.

Zum Haarefärben reicht übrigens Wasserstoffsuperoxid von weniger als zwölf Prozent aus. Es besteht also kein Grund, alle Menschen mit blonden Haaren in die Rasterfahndung mit einzubeziehen. Hingegen fände ich es wichtig, alle Besitzer von Chemiebüchern zu überprüfen. Und Chemiebücher sollten in Buchhandlungen und Bibliotheken nur noch unter Identitätsfeststellung abgegeben werden. Vielleicht sollte man sogar die öffentliche Verbrennung von Chemiebüchern organisieren, um die Bevölkerung für die Gefahren des Terrorismus zu sensibilisieren?

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Posted By: Markus

Noch mal was Kitschiges

Dienstag, 15. Juli 2008 3:26 pm

Und hier noch mal kitschiger Mond über Berlin:

Am 20. Juni 2008 aufgenommen aus meinem Küchenfenster.

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Posted By: Markus

Was Kitschiges

Montag, 14. Juli 2008 11:05 pm

Damit hier nicht zu lange Funkstille herrscht, mal ein kitschiges Bild vom Mond über Berlin:

Blick aus meinem Küchenfenster am 19. Juni 2008.

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Posted By: Markus

Doch noch mal Fußball

Sonntag, 22. Juni 2008 10:06 am

Erstaunlicherweise ist das Thema Fußball nicht nur unter politischen und photographischen Aspekten interessant, sondern auch für Genealogen. Denn unter http://www.fitzek-genealogie.info/KloseVorfahren/html/frames.htm kann man sich die Vorfahren von Miros?aw Klose anschauen.

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Posted By: Markus

Historisches Photographieren

Dienstag, 17. Juni 2008 11:44 pm

Heute mal ein paar grundsätzliche Überlegungen zur Verwendung historischer photographischer Verfahren.

Sofern Photographie mehr sein soll als die rein technische Dokumentation eines Sachverhaltes, wird die Wahl des beim Photographieren verwandten photographischen Verfahrens nicht nur von technischen, sondern auch von ästhetischen Gesichtspunkten abhängig sein.

Möchte man geschichtliche Gegebenheiten und Ereignisse photographisch darstellen, wird dies in erster Linie bedeuten, daß der Betrachter eines Bildes intuitiv den Eindruck haben soll, daß es sich nicht um eine “normale” Photographie des 21. Jahrhunderts handelt, sondern um eine wie auch immer geartete “historische” Aufnahme. Dieser Eindruck wird dabei zunächst unabhängig davon sein, ob es zur Zeit des dargestellten historischen Gegenstandes oder Ereignisse überhaupt schon Photographien gab. Solche Widersprüchlichkeiten werden dem Betrachter, wenn überhaupt, erst später bewußt werden. Abgesehen davon ist eine als historisch (empfundene) Photographie in jedem Fall dem Ereignis oder Gegenstand näher als eine moderne.

Das einfachste Mittel, einen solchen historischen Eindruck zu erzeugen, sind zweifellos die Schwarz-Weiß-Photographie und die Erzeugung eines braun- oder warmschwarzen Bildtones.

Meinem Empfinden nach ist es nun aber unehrlich oder zumindest ohne jeden ästhetischen Anspruch, einen solchen Eindruck etwa durch eine rein technische Umwandlung (sei sie nun digital oder analog) in ein braunschwarzes Bild auf modernen Materialien erzeugen zu wollen. Der gewünschte “historische” Bildeindruck sollte vielmehr durch die bewußte Verwendung historischer photographischer Prozesse und die technische und ästethische Auseinandersetzung mit ihnen erfolgen.

Was aber ist es nun, das uns beim Betrachten einer historischen Photographie deren Historizität vermittelt? Ich möchte dazu die folgenden Punkte auflisten:

  • Schwarz-Weiß-Photographie, v.a. braun- bzw. warmschwarz.
  • technische Unzulänglichkeiten (z.B. unscharf oder verwackelt).
  • technische Beschränkungen (z.B. niedrigempfindliches Filmmaterial, (relativ) lange Verschlußzeiten, geringer Bildkreis der Objektive, geringe Schärfentiefe wegen langer Brennweiten beim Großformat, etc.)
  • große Detailtreue (Großformat)
  • üblicherweise nicht größer als 20×25 cm (Kontaktverfahren)
  • orthochromatisches Negativmaterial und Einsatz von Gelb-, Orange- und Rotfiltern
  • andere Grauwertübertragung im Positivverfahren
  • historische Bildinhalte (z.B. Kleidung, Autos, Fuhrwerke, incl. Zustand (Gebäude üblicherweise nicht sämtlich frisch renoviert, etc.))
  • haptische Anmutung (z.B. heute nicht mehr übliche Bildoberflächen/ Papiere)

Manche dieser Eigenschaften sind nun sicher nicht erstrebenswert, weil sie nicht in der Natur des Verfahrens liegen, sondern in dessen mangelhafter Umsetzung (z.B. technische Unzulänglichkeiten). Andere liegen ganz in der Hand des Photographen, unabhängig von Gerät und Verfahren (Auswahl des Bildinhaltes). Der ganz überwiegende Teil ist aber eine direkte Folge der angewandten photographischen Verfahren und kann nur teilweise und unvollkommen mit modernen analogen und/ oder digitalen Verfahren nachgeahmt werden.

Soweit diese Gedanken. Zur praktischen Umsetzung ein andernmal.

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Posted By: Markus

Fußball

Montag, 9. Juni 2008 4:16 pm

Läßt sich das Thema vermeiden? Selbst in photographischen Foren kommt man offenbar nicht darum herum: http://www.aphog.de/forum/viewtopic.php?t=5070

Aber ich werde versuchen, standhaft zu bleiben und hier nichts darüber zu schreiben. Obwohl, in Polen kursierte vor dem gestrigen Spiel so ein schöner Witz …

Abgelegt unter: Dies und das, Photographie
Posted By: Markus
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