La gare des aïeux

Ein Netztagebuch zu Familienforschung, Verkehr und allem anderen

Vandalismus bei der Deutschen Bahn

Mittwoch, 28. April 2010 6:44 pm

Heute kommt es zu massiven Einschränkungen im Zugverkehr zwischen Fangschleuse und Fürstenwalde (unter anderem beim RE 1 Schienenersatzverkehr und Pendelverkehr eines Dieseltriebwagens), weil dort Metalldiebe sicherheitsrelevante Kabel haben mitgehen lassen. Der Tagesspiegel spricht denn auch korrekterweise von Diebstahl.

Bei der Deutschen Bahn hingegen ist sonderbarerweise auf Bahnsteigen, in den Zügen und auch im Internet von “Vandalismus an Bahnanlagen” die Rede. Unter Vandalismus versteht man aber überlicherweise die Beschädigung von Dingen als Selbstzweck.

Im vorliegenden Fall ist der Zweck ganz offensichtlich die materielle Bereicherung durch Diebstahl. Wenn man da nach Meinung der DB von Vandalismus sprechen kann, dann doch offenbar auch bei den durch die Sparmaßnahmen der DB verursachten Behinderungen bei der Berliner S-Bahn.

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Posted By: Markus

Mit dem Zug von Berlin nach Breslau — wo sind die Visionen?

Freitag, 19. März 2010 9:44 am

Gestern fand im Rahmen des EU-Projektes Via Regia Plus eine Veranstaltung zum Thema “Schnelle Zuverbindungen zwischen Berlin, Dresden und Wrocław (Breslau) — Was ist erreicht, was bleibt zu tun?” statt (Einladung). Ich erlaube mir einmal, im folgenden ein paar persönliche Eindrücke wiederzugeben.

Visionär waren die Beiträge auf dem Podium kaum zu nennen. Über Tempo 160, das bereits einmal Mitte der 30er Jahre erreicht wurde, dachte niemand hinaus, und eine entsprechende Frage aus dem Publikum wurde von Seiten der PKL mit dem Hinweis auf die Kosten weggewischt. Vielleicht lag es auch daran, daß der Fragesteller dies damit begründete, daß dann für private Betreiber attraktivere Rahmenbedigungen bestünden.

Aber denken wir doch mal ein bißchen in die Zukunft und nehmen wir an, wir können im Jahre 2020 zwischen Berlin und Breslau durchgehend mit Tempo 160 fahren. Soll das dann im Jahre 2030 oder 2040 immer noch so sein? Oder sind dann nicht 200 oder 230 km/h angesagt? (Eine Neubaustrecke mit Tempo 300 oder mehr lasse ich hier einmal wegen der ökonomischen oder ökologischen Fragwürdigkeit außer Betracht.) Ich wage einmal zu behaupten, daß man bald nach dem Ausbau auf 160 km/h mit dem Ausbau auf höhere Geschwindigkeiten beginnen wird. Und das unter Vernichtung eines Teils der zuvor neu errichteten und noch nicht am Ende ihrer Lebensdauer angekommenen Infrastruktur. Wie so etwas geht, konnte man zwischen Berlin und Hamburg beobachten.

Insbesondere für Berlin ist es von elementarem Interesse, über höhere Geschwindigkeiten nachzudenken, denn es steht im Verhältnis zu Breslau wirtschaftlich in Konkurrenz zu Warschau. Berlin hat zwar geographisch einen kleinen Vorteil, aber wenn in Polen tatsächlich die Y-Trasse Warschau (Warszawa) — Lodsch (Łódż) — Posen (Poznań)/ Breslau mit 300 km/h oder mehr kommt, wird Berlin gegenüber Warschau bei der Erreichbarkeit aus Richtung Breslau hoffnungslos in’s Hintertreffen geraten, wenn die Züge zwischen Berlin und Breslau weiterhin mit 160 km/h fahren werden.

Die Rede des Ministerialrats Küpper aus dem Bundesverkehrsministerium war ein Affront. Sicher hat niemand von ihm eine definitve Aussage erwartet, daß die Bundesregierung die Verbindung Berlin — Breslau zukünftig als internationale Verbindung betrachten werde, für die ein deutsch-polnischer Staatsvertrag abzuschließen sei, aber er hat es geschafft, die Strecke in seinem Vortrag nicht einmal zu erwähnen! Und das auf einer Veranstaltung, die sich zu wesentlichen Teilen mit dieser Strecke beschäftigt. Daraus muß man wohl folgern, daß die Bundesregierung die Strecke Berlin — Breslau auch zukünftig als Regionalstrecke einstuft. Absurd sein Argument, der Bund könne im Fernverkehr keine Bestellungen vornehmen, weil dafür keine Haushaltsmittel vorhanden seien. Sind etwa für Kopfpauschale und Steuersenkungen Haushaltsmittel vorhanden?

Die Linienführung über Horka wurde m.E. aufgrund recht einseitiger Argumente schöngerechnet. Insbesondere von Seiten der PKL wurde allein die Frage betrachtet, welche zusätzlichen Investitionen auf polnischer Seite für welchen Fahrzeitgewinn notwendig sind. Die Streckenanteile auf deutscher Seite bzw. der Gesamtnutzen und die Gesamtkosten blieben völlig außer Betracht. Auch wurde außer acht gelassen, daß in jedem Fall in den Streckenabschnitt Arnsdorf (Miłkowice) — Forst investiert werden muß, wenn er für den Regionalverkehr erhalten bleiben und nicht eingestellt werden soll.

Ebensowenig wurden die Argumente aus Brandenburg und Lebus zu Gehör gebracht, die sich für die Streckenführung über Forst, Sorau (Żary) und Sagan (Żagań) einsetzen, um die Region nicht abzuhängen und ihr eine gute Anbindung nach Berlin und Breslau zu bieten.

Auch für den Güterverkehr wird die Strecke über Forst in Zukunft von Bedeutung sein, da die Strecke über Horka allein nicht ausreichend sein wird. Man nehme einmal die Verkehrsprognose für 2025, kombiniere sie mit den EU-Klimaschutzzielen und man wird sich der Einsicht nicht verschließen können, daß diese ohne Steigerung des Güterverkehrsaufkommens auf der Schiene um mehrere hundert Prozent nicht erreichbar sind.

Das Argument des Spatzen in der Hand ist sicher nicht von der Hand zu weisen, aber man sollte dabei nicht vergessen, daß der Spatz in der Hand recht bald aufgegessen ist. Dafür sollte man Vorsorge treffen. Ein wichtiges Element einer solcher Vorsorge wären entsprechende Finanzierungselemente, die es erlauben, alle Infrastrukturmaßnahmen so zu planen und zu bauen, daß sie bei einem späteren weiteren Ausbau weitergenutzt werden können.

Mein Fazit: Die Streckenführung über Horka kann, wenn überhaupt, nur eine Zwischenlösung sein. Aber dann sollte man sicherstellen, daß gleich anschließend der Ausbau der Strecke Cottbus — Forst — Liegnitz (Legnica) auf 200 oder 230 km/h in Angriff genommen wird, um eine auch langfristig konkurrenzfähige Verbindung zwischen Berlin und Breslau zu schaffen.

Am Rande wurde von polnischer Seite angesprochen, daß es bei den Vorbeitungen zum Bau der neuen Neißebrücke bei Horka Probleme gäbe, da entgegen den Absprachen auch ein Planungsverfahren in Deutschland nötig sei. Ich kenne die Details und Hintergründe nicht, aber könnte es sein, daß man dort naturschutzrechtliche Genehmigungsverfahren auf deutscher Seite umgehen möchte?

Als Historiker erlaube ich mir zum Schluß noch anzumerken, daß auf der Veranstaltung mehrfach von der historisch schnellsten Streckenführung über Forst und Cottbus gesprochen wurde. Diese verlief aber in Wirklichkeit über Guben (Gubin) und Sommerfeld (Lubsko). Von dieser Verbindund war gestern nicht die Rede, obwohl sie meines Wissens in Deutschland wie in Polen noch als Bahnstrecke gewidmet ist. Teilweise sind allerdings die Schienen demontiert und auch der Rest nicht in betriebsfähigem Zustand, wie dieses Bild aus dem Jahre 2007 zeigt:

Vielleicht wird man eines Tages auch diese Strecke wieder benötigen.

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Posted By: Markus

Gesucht: Geschwister Papendieck

Mittwoch, 20. Januar 2010 8:08 pm

Es ist jetzt schon einige Zeit her, daß ich über neugefundene Verwandte aus der Papendieck’schen Verwandtschaft berichten konnte. Mein Urgroßvater Otto Papendieck hatte aber nicht nur einen Bruder Georg, sondern auch noch mehrere andere Geschwister, über deren Verbleib und eventuelle Nachkommen ich kaum etwas weiß.

Folgende Kinder meiner Ururgroßeltern Christian Friedrich Georg Papendieck (* in Derenburg am Harz am 30. Juli 1814, + in Berlin am 21. April 1876) und Henriette Wilhelmine Brederlow (* in Zellin a/O am 8. Juni 1816, + in Berlin am 6. Januar 1890) konnte ich ermitteln:

  1. Anna Wilhelmine Auguste, * in Berlin am 16. September 1845.
  2. Anna Wilhelmine Emilie, * in Berlin am 22. Juli 1849, + in Berlin am 10. Januar 1850.
  3. Friedrich Georg Papendieck, * in Berlin am 11. November 1850.
  4. Otto Karl Christian Papendieck, * in Berlin am 25. Dezember 1852, mein Urgroßvater.
  5. Maria Emilie Charlotte Papendieck, * in Berlin am 25. Juli 1856.
  6. Georg Franz Friedrich Papendieck, * in Berlin am 24. Juli 1858.
  7. Anna Luise Katharina Papendieck, * in Berlin am 27. Juni 1861.

Aufschluß über den Verbleib zweier Schwestern könnte ein Bild aus einem Photoalbum meines Vaters Aufschluß geben:

Auf der Rückseite dieses Bild aus dem Jahre 1909 steht folgende Notiz meines Vaters: “Hohen Neuendorf, Berlinerstr. 1a, Haus von Tante Anna Hübner”, im Photoalbum steht dazu noch “Haus der Großtanten Anna Hübner und ihrer Schwester Marie in Hohen Neuendorf bei Berlin, Berlinerstr. 1a”. Auf dem Bild sind mehrere Personen zu erkennen. Zunächst einmal rechts unten zwei Damen mit Hund:

Die Namen auf dem Klingelschild sind leider nicht zu lesen.

Links auf der Loggia ein weiterer Hund und eine Dame dazu:

Und schließlich eine Dame ohne Hund, die im ersten Stock aus dem Fenster schaut:

Aus Befragungen meines Vaters weiß ich, daß es zwei Tanten aus diesem Familienzweig gab, die einen Papagei besaßen. Von Hunden hat er nichts erzählt.

Aus den Berliner Adreßbüchern konnte ich zwischen 1885 und 1906 noch ein paar weitere Angaben zu den Geschwistern Auguste und Anna ermitteln (in den nicht aufgeführten Jahren gibt es keinen Eintrag). 1881 bis 1890 ist unter der Anschrift Linienstr. 122–123 auch noch Henriette Papendieck geb. Brederlow aufgeführt.

1885 Papendick, A., Modistin, N Linienstr. 122. 123. II.

1889 Papendieck, A., Modistin, N Linienstr. 122. 123. II.

1891–1892 Papendieck, A., Modistin, N Linienstr. 122. 123. II.

1894 Papendieck, A., Modistin, Müllerstr. 163a I.

1895 Papendieck, A., Schneiderin, Müllerstr. 163a I.

1896 Papendieck, A., Modistin, Müllerstr. 163a I.

1897 Papendieck, A., Modistin, Müllerstr. 163a, 3. Eing.

1898 Papendieck, A., Modistin, Müllerstr. 163a, 3. Eing. I.

1899–1900 Papendieck, Auguste, Modistin, N Müllerstr. 163a.

1905–1906 Papendieck, Auguste u. Anna, Geschw., Frls., N39, Müllerstr. 163a.

Anna hat demnach offenbar um 1906, also recht spät, einen Herrn Hübner geheiratet und ist mit ihrer Schwester Marie nach Hohen Neuendorf gezogen. Guste war eine Tante, bei der meine Großmutter, die sich alle ihre Kleider selber nähte, nach den Erinnerungen meines Vaters das Schneidern gelernt hatte. Ob sie ebenfalls nach Hohen Neuendorf gezogen ist?

Soweit also das mir Bekannte. Alle zusätzlichen Informationen zu den Geschwistern Auguste, Anna, Marie und Friedrich Georg Papendieck sind jederzeit willkommen!

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Ein neuer Onkel (II)

Dienstag, 1. September 2009 10:54 am

Vor einem Vierteljahr habe ich über meine Forschungen nach den Nachfahren meines Urgroßonkels Max Wenzel berichtet.

Letzte Woche konnte ich dank einer sehr reichhaltigen Nachlaßakte des Amtsgerichtes Charlottenburg für Eva Kühling geb. Wenzel (+ am 24. Februar 1947 in Charlottenburg) bedeutende Fortschritte machen.

Demnach gibt es zwar keine lebenden Nachfahren von Eva Kühling geb. Wenzel mehr (ein Sohn starb als Schüler 1910, der zweite fiel im Ersten Weltkrieg und ein dritter, mir bisher unbekannter Sohn, fiel im Zweiten Weltkrieg; die einzige Enkeltochter kam im April 1945 um’s Leben) und der im Ersten Weltkrieg gefallene Sohn Curt blieb kinderlos, aber dafür hatte Max Wenzel noch zwei weitere Kinder: die am 27. Juni 1868 geborene Elsbeth (Elsa, später verehelichte v. Goetze) und die am 21. Oktober 1869 geborene Paula (später verehelichte van Hees). Nähere Einzelheiten gibt es hier.

Mit den in der Nachlaßakte enthaltenen Angaben war dann alles sehr leicht. Inzwischen habe ich bereits mit einer neuentdeckten Cousine dritten Grades von mir telephoniert und hoffe auf einen interessanten Austausch über die gemeinsamen Vorfahren und Verwandten.

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Ein neuer Onkel (I)

Freitag, 29. Mai 2009 8:42 am

Im letzten Jahr erhielt ich, wie berichtet, von einer Verwandten eine Schachtel mit Familiendokumenten und -photographien. Unter den Bildern befand sich auch das folgende:

Die Rückseite sieht wie folgt aus:

Die Aufschrift “Max Wenzel Pr. Lt. im 8t. P[ommerschen] I.R. No. 61, Thorn Mai 66″ brachte mich auf die richtige Spur. Nachdem es mir gelungen war, Kopien aus dem Buche “Offizier-Stammliste des Infanterie-Regiments von der Marwitz (8. pommerschen) Nr. 61″ von Winfried Neumann (Berlin 1910)  zu beschaffen, konnte ich diesem auf S. 13f. folgendes entnehmen:

Max August Wenzel, +

geb. 27. 7. 1837 zu Krossen a/O i. Brandenburg, evang.

Vater: Eugen, Justizrat.

Mutter: Emilie, geb. Billeau.

Erziehung: Im elterlichen Hause, auf der Bürgerschule zu Krossen und auf dem Gymnasium zu Sorau.

Dienstlaufbahn: 16. 4. 1857 in das Inf. Regt. 21 eingetreten. — 10. 4. 1858 Fähnr. — 12. 3. 1859 Lt. — 8. 5. bis 1. 7. 1860 zur Dienstleistung beim 21. komb. Inf. Regt. komdt. — 1. 7. 1860 in das Inf. Regt. 61 vers. — 1. 9. 1862 bis 1. 7. 1863 Bats. Adj. — 7. 6. 1866 Oblt. — 1. 1. 1872 als Hptm. u. Komp. Chef in das Inf. Regt. 82 vers. — 18. 9. 1880 mit Pat. v. 1. 1. 1871 in das Jäg. Bat. 3 vers. — 21. 11. 1882 als Maj. in das Inf. Regt. 24 vers. — 18. 8. 1885 als BAts. Komdr. in das Inf. Regt. 62 vers. — 9. 4. 1887 bis 17. 4. 1888 dem Regt. aggreg. und zur Dienstleistung bei der Eisenb. Abt. des Gr. Gen. St. behufs Ausbildung als Eisenb. Lin. Komdt. komdt. — 17. 4. 1888 mit Pens. z. Disp. gestellt. 16. 5. 1888 Char. als Oberstlt. und die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Inf. Regts. 61 erteilt.

Feldzüge: 1866 gegen Österreich: Königgrätz. — 1870/71 gegen Frankreich: Gravelotte, Metz, Verdun, Paris, Champigny, Avallon, Talant, Fontaine, Talant, Dijon, Dijon.

20. 6. 1889 zu Berlin gestorben.

Mithilfe von Kirchenbüchern und Adreßbüchern konnte ich dann über diesen mir bisher vollkommen unbekannten Urgroßonkel und seine Nachfahren noch einiges weitere feststellen:

Max August Wenzel hinterließ seine Witwe Hedwig geb. Voigt und mindestens zwei Kinder: Eva Hedwig Wenzel (* am 10. Januar 1871 in Thorn) und Hermann Eugen Kurth Wenzel (* am 30. Oktober 1873 in Northeim). Die Witwe ist letztmalig im Berliner Adreßbuch von 1926 erwähnt. Max Wenzel bzw. seine Witwe wohnten in der Melanchthon- bzw. der Spenerstraße in Moabit. Über den Sohn weiß ich bisher nur, daß er am 18. September 1889 in Berlin konfirmiert wurde.

Die Tochter Eva heiratete am 18. Mai 1889 in Berlin Dr. phil. und Privatdozent Friedrich Theodor Otto Kühling (* am 29. Oktober 1862). Otto Kühling konnte ich bis 1933 in den Berliner Adreßb”uchern ermitteln, zuletzt als Professor und Oberregierungsrat a.D. Seine Witwe Eva Kühling wird noch bis zum letzten erschienenen Jahrgang 1943 erwähnt. Als Adressen werden angegeben die Bismarckstr. 21 (1897–1907), die Berliner Str. 99 (1908–1019), die Mommsenstr. 40 (1911–1936) und die Eichenallee 63 (1937–1943), alle in Charlottenburg.

Weitere Forschungen zu den Nachfahren in Kirchenbüchern und Standesamtsregistern stehen noch aus.

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Kein Atomkraftwerk in Pommern oder anderswo!

Dienstag, 26. Mai 2009 11:07 am

Am 16. Mai 2009 fand in Greifenhagen (Gryfino) eine Demonstration von Atomkraftgegnern statt. Dabei waren unter anderem vier Kandidationnen von Zieloni 2004 und Bündnis 90/ Die Grünen für das Europäische Parlament: Rebecca Harms, Karolina Jankowska, Ska Keller und Ewa Koś. Über die Demonstration ist auch anderweitig schon berichtet worden.

Hier noch ein paar Bilder, die auch zeigen, daß man beim Photographieren aus der freien Hand im Großformat doch sehr aufpassen muß, daß alles scharf ist und nichts verwackelt.

Beginn der Demonstration vor dem Bahnhof.

Der Demonstrationszug zieht durch die Stadt.

Die Kandidatin Karolina Jankowska spricht zu den Demonstranten.

Rebecca Harms, Karolina Jankowska und Ewa Koś mit dem brandenburgischen Landesvorsitzenden und Kandidaten für die Landtagswahl, Axel Vogel.

Abschluß der Demonstration mit dem aufblasbaren Atomkraftwerk vor dem Stadion in Greifenhagen. Es spricht gerade die Berliner Landesvorsitzende Irmgard Franke-Dressler.

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“Vielleicht in 30 oder 45 Minuten”

Sonntag, 19. April 2009 11:44 am

… führe der Zug weiter, so lautete die Ansage gestern auf dem Bahnsteig in Bernau. Daß Zugunglücke Durcheinander auf den Schienen auslösen, ist verständlich, nicht aber, warum man auch zwei Tage nach dem Zugunglück nicht genauere Angaben zur Weiterfahrt eines Zuges machen kann.

Vor allem aber: Warum kann man die Fahrgäste nicht vorher darüber informieren? Der Zug von Stettin nach Berlin stand schon einige Minuten am Bahnsteig in Bernau, bevor der Hinweis auf die verzögerte Weiterfahrt erfolgte. Kann man eine solche Information nicht schon ein paar Minuten geben, bevor der Zug in Bernau einfährt, zumal sich seit Stettin auch kein Schaffner hatte blicken lassen?

Wie gut, das so viele Polen Deutsch sprechen. Sonst wären wohl einige im Zug sitzen geblieben, denn eine polnische Ansage erfolgte nicht.

Als ich am Donnerstag mit dem IC von Berlin nach Stettin fuhr, gab es zwar englische Durchsagen, z.B. “We arrive Berlin-Jesundbrunnen” oder “Sank you for trawwelling Deutsche Bahn”, nur wichtige Informationen wurden auf Englisch unterschlagen, wie z.B. die, daß in Bernau oder Tantow nicht alle Wagen am Bahnsteig halten.

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Damit ist jetzt Schluß!

Freitag, 31. Oktober 2008 9:59 am

Dieses Bild zeigt ein Flugzeug beim Anflug auf Tempelhof:

Endlich gibt es keinen Flughafen in der Umweltzone mehr. Es war zwar immer ganz nett, aus großer Entfernung aus dem Küchenfenster die Flugzeuge anzuschauen, die bis gestern in Tempelhof landeten, aber in der Ferne sehe ich bei gutem Wetter auch die Anflüge auf Schönefeld. Und vom Treppenhaus aus die auf Tegel, die kann man manchmal sogar hören. Aber auch da wird in ein paar Jahren Schluß sein.

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Vorfahren und Verwandte im Lande Ruppin

Dienstag, 26. August 2008 11:49 pm

Der folgende Text ist eine leicht überarbeitete Fassung des bisher unter http://www.ogygia.de/orte/sonnenbe.htm verfügbaren Textes (letzter Stand vom 1. Januar 2002).

Das folgende Bild zeigt die Kirche in Sonnenberg aus Richtung Osten.

Mein Urgroßvater Franz Karbe

Mein Urgroßvater Franz Albert Karbe wurde am 25. September 1864 in Sonnenberg Kr. Ruppin geboren. Vermutlich mit Beginn seines Militärdienstes verließ er seinen Heimatort und hat, von Besuchen in der Heimat abgesehen, sein Leben fernab verbracht. Bekannt ist, daß er während seiner zwölfjährigen Militärzeit u.a. in Aurich stationiert war, spätestens zur Zeit seiner Heirat mit Leonie Gaugler (3. Januar 1895) in Weißenburg im Elsaß. Anschließend erhielt er in Frankfurt a/M. eine Ausbildung als Postbeamter. Lange Jahre war er dann in Schiltigheim tätig. Nachdem das Elsaß nach dem ersten Weltkrieg an Frankreich gefallen war, kam Franz Karbe nach Erfurt, wo er am 26. September 1950 starb.

Seine Eltern und Geschwister

Die Eltern des Franz Karbe waren Carl Friedrich Karbe (* in Sonnenberg am 17. Januar 1833, + in Sonnenberg am 9. April 1908) und Friederike Wilhelmine Gaedicke (* in Keller am 8. März 1835, + in Sonnenberg am 19. Juni 1922). Der Vater war Büdner, Handelsmann, Gastwirt und Musikus in Sonnenberg. Die Büdnerstelle, obwohl zu ihr immerhin auch noch etwa 10 Morgen Acker gehörten, konnte die Familie nicht ernähren. Allerdings arbeitete Carl Friedrich Karbe nicht wie die meisten Büdner als Landarbeiter, sondern betrieb verschiedene Gewerbe. Er war Handelsmann, besaß also einen kleinen Laden, in dem die wichtigsten Güter des täglichen Bedarfs verkauft wurden. Im selben Raum wurde auch die Gastwirtschaft betrieben, allerdings nur in kleinem Rahmen, da es außerdem noch den eigentlichen Dorfkrug gab. Desweiteren war er Musikus in einer Kapelle, die zu Hochzeiten und anderen festlichen Anlässen aufspielte. Bereits der Vater Carl Friedrich Karbe (1806–1875) war unter anderem Musikus gewesen, ebenso dessen Vetter Christian Friedrich Karbe. Die musikalische Begabung besaßen ebenso mein Urgroßvater Franz und dessen Bruder Wilhelm Karbe (1877–1972), der ebenfalls Musikus in Sonnenberg war. Welche Instrumente gespielt wurden, ist wenig bekannt. Wilhelm und Franz Karbe spielten Geige, Franz wird während seiner Militärzeit als Hautboist bezeichnet. Daneben wird man vielleicht an Klarinette und Kontrabaß denken können.Von den zehn Geschwistern des Franz Karbe verstarben zwei im Kindesalter, zwei weitere blieben kinderlos. Bei zwei weiteren hatte die Enkelgeneration keine Kinder. Von den übrigen vier leben zahlreiche Nachfahren, viele in den umliegenden Dörfern, ganz wenige nur in Sonnenberg.

Die Großeltern

Die Großeltern sind alle nicht in Sonnenberg geboren, sondern:

  • der Großvater Carl Friedrich Karbe am 4. November1806 in Groß Woltersdorf,
  • die Großmutter Anne Regine Wilhelmine Winkel 1809/10 an einem bisher unbekannten Ort,
  • der Großvater Gottfried Gaedicke am 8. Januar 1778 in Keller und
  • die Großmutter Marie Elisabeth Gottliebe Baumhammel am 24. November 1798 in Rönnebeck.

Die Familie Karbe im Lande Ruppin

Der Urgroßvater Christoph Karbe war wiederum in Sonnenberg geboren, und dort ist die Familie bereits seit dem Jahre 1540 ansässig. 1524 war das Dorf noch wüst, so daß der 1540 erwähnte Augstin Karwe wohl zu den ersten Siedlern gehörte, die sich wieder in Sonnenberg niederließen. Woher er kam, ist nicht bekannt. Ein Verwandtschaft mit der Lehnschulzenfamilie in Zühlen (schon vor 1540 dort ansässig, 1574 zuerst mit einem Barthelmes Karbe genannt) ließ sich durch genetische Tests nicht nachweisen. Höchstwahrscheinlich leitet sich der Familienname Karbe bzw. Karwe von einem der Orte mit demselben Namen ab. Als ein Bewohner dieser Orte im Spätmittelalter an einem anderen Orte zuzog, wurde er dann von den Bewohnern seines neuen Wohnortes nach seinem Herkunftsort genannt. Es kommen hierfür drei Orte in Betracht: Karwe am Ruppiner See, Karwe in der westlichen Prignitz an der mecklenburgischen Grenze und außerdem ein im 15. Jahrhundert wüst gewordenes Karbe bei Strasen in Mecklenburg. Erwähnt sei auch noch, daß Karwe im märkischen Dialekt den Kümmel bezeichnet.

Später breiteten sich verschiedene Zweige der Sonnenberger Karbes in anderen Dörfern der Umgebung aus (z.B. Groß Woltersdorf, Menz, Meseberg), aber auch heute noch leben Namensträger in Sonnenberg. Dies ist einer der ganz seltenen Fälle, in denen derselbe Familienname seit über 460 Jahren durchgehend in einem der Dörfer des Landes Ruppin nachweisbar ist.

Weitere Familien und Orte

Die Vorfahren des Franz Karbe verteilen sich über zahlreiche Dörfer des Landes Ruppin. Im folgenden gebe ich eine unvollständige Auflistung verwandter Familiennamen mit den Orten ihres Auftretens:

  • Binenwalde: Plötz.
  • Dierberg: Gabel, Kersten.
  • Groß Woltersdorf: Briese, Karbe (Karwe), Sommerfeldt.
  • Guten Germendorf: Boddien, Paustian, Schönberg, Schmidt, Sommerfeldt.
  • Häsen: Sommerfeldt.
  • Herzberg: Caspar, Krüger, Kügo (Kyow), Mewes, Rosenberg.
  • Keller: Baumhammel (Boomhammel), Gaedicke, Haacke (Haake), Lahn, Mewes, Rosenberg, Rühs, Schlei (Schley), Schulz, Steinecke.
  • Kerkow bei Löwenberg: Winkel.
  • Klosterheide: Zech.
  • Löwenberg: Krusemarck, Mäckers, Schmidt, Winkel.
  • Menz: Dams, Gabel, Karbe.
  • Meseberg: Paustian, Roßau.
  • Neulögow: Karbe (Karwe), Steinberg.
  • Rönnebeck: Baumhammel (Boomhammel), Dierberg, Gabel, Kersten, Rosenberg.
  • Sonnenberg: Boddien, Gaedicke, Karbe (Karwe), Krause, Krusemarck, Piper, Salms, Schönberg, Winkel.
  • Vielitz: Schneider.
  • Wulkow: Krause, Krusemarck.
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Der Siebenjährige Krieg (IX)

Montag, 25. August 2008 10:31 pm

Heute vor 250 Jahren, am 25. August 1758, trafen bei Zorndorf die preußische Armee unter Friedrich dem Großen und die russische Armee unter Wilhelm von Fermor aufeinander. Der siegreichen preußischen Armee gelang es, den russischen Vormarsch auf Berlin zu stoppen und die Beschießung der Festung Küstrin zu beenden. Auf dem Schlachtfeld blieben über 30.000 Tote, mehr als ein Drittel der beteiligten Soldaten.

Der preußische Sieg war u.a. dem General Friedrich Wilhelm v. Seydlitz zu verdanken, der den Befehl Friedrichs zum frühzeitigen Angriff mißachtete und abwartete, bis er im Rücken des russischen Hauptkontingentes stand und dieses einkesseln konnte.

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