La gare des aïeux

Ein Netztagebuch zu Familienforschung, Verkehr und allem anderen

Anti-Atom-Camp

Montag, 24. Mai 2010 11:29 am

Vielleicht sollte ich mal wieder ein Lebenszeichen geben, nachdem ich schon fast einen Monat nichts mehr geschrieben habe. Also hier ein paar eher unbedeutende Sätze. Ich meine natürlich nicht, daß die Sache unbedeutend sei, ganz im Gegenteil, sondern mein Anteil daran bzw. Bericht davon.

Am Sonnabend, dem 22. Mai, unternahm ich einen Abstecher zum deutsch-polnischen Anti-Atom-Camp in Mescherin. Hier zwei visuelle Eindrücke. Zunächst Radek Gawlik, ehemaliger stellvertretender polnischer Umweltminister:

Und hier der jüngste Teilnehmer, Antonio (1 Monat alt):

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Ein neuer Onkel (II)

Dienstag, 1. September 2009 10:54 am

Vor einem Vierteljahr habe ich über meine Forschungen nach den Nachfahren meines Urgroßonkels Max Wenzel berichtet.

Letzte Woche konnte ich dank einer sehr reichhaltigen Nachlaßakte des Amtsgerichtes Charlottenburg für Eva Kühling geb. Wenzel (+ am 24. Februar 1947 in Charlottenburg) bedeutende Fortschritte machen.

Demnach gibt es zwar keine lebenden Nachfahren von Eva Kühling geb. Wenzel mehr (ein Sohn starb als Schüler 1910, der zweite fiel im Ersten Weltkrieg und ein dritter, mir bisher unbekannter Sohn, fiel im Zweiten Weltkrieg; die einzige Enkeltochter kam im April 1945 um’s Leben) und der im Ersten Weltkrieg gefallene Sohn Curt blieb kinderlos, aber dafür hatte Max Wenzel noch zwei weitere Kinder: die am 27. Juni 1868 geborene Elsbeth (Elsa, später verehelichte v. Goetze) und die am 21. Oktober 1869 geborene Paula (später verehelichte van Hees). Nähere Einzelheiten gibt es hier.

Mit den in der Nachlaßakte enthaltenen Angaben war dann alles sehr leicht. Inzwischen habe ich bereits mit einer neuentdeckten Cousine dritten Grades von mir telephoniert und hoffe auf einen interessanten Austausch über die gemeinsamen Vorfahren und Verwandten.

Abgelegt unter: Berlin, Brandenburg, Pommern, Familienforschung Röhling
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Ein neuer Onkel (I)

Freitag, 29. Mai 2009 8:42 am

Im letzten Jahr erhielt ich, wie berichtet, von einer Verwandten eine Schachtel mit Familiendokumenten und -photographien. Unter den Bildern befand sich auch das folgende:

Die Rückseite sieht wie folgt aus:

Die Aufschrift “Max Wenzel Pr. Lt. im 8t. P[ommerschen] I.R. No. 61, Thorn Mai 66″ brachte mich auf die richtige Spur. Nachdem es mir gelungen war, Kopien aus dem Buche “Offizier-Stammliste des Infanterie-Regiments von der Marwitz (8. pommerschen) Nr. 61″ von Winfried Neumann (Berlin 1910)  zu beschaffen, konnte ich diesem auf S. 13f. folgendes entnehmen:

Max August Wenzel, +

geb. 27. 7. 1837 zu Krossen a/O i. Brandenburg, evang.

Vater: Eugen, Justizrat.

Mutter: Emilie, geb. Billeau.

Erziehung: Im elterlichen Hause, auf der Bürgerschule zu Krossen und auf dem Gymnasium zu Sorau.

Dienstlaufbahn: 16. 4. 1857 in das Inf. Regt. 21 eingetreten. — 10. 4. 1858 Fähnr. — 12. 3. 1859 Lt. — 8. 5. bis 1. 7. 1860 zur Dienstleistung beim 21. komb. Inf. Regt. komdt. — 1. 7. 1860 in das Inf. Regt. 61 vers. — 1. 9. 1862 bis 1. 7. 1863 Bats. Adj. — 7. 6. 1866 Oblt. — 1. 1. 1872 als Hptm. u. Komp. Chef in das Inf. Regt. 82 vers. — 18. 9. 1880 mit Pat. v. 1. 1. 1871 in das Jäg. Bat. 3 vers. — 21. 11. 1882 als Maj. in das Inf. Regt. 24 vers. — 18. 8. 1885 als BAts. Komdr. in das Inf. Regt. 62 vers. — 9. 4. 1887 bis 17. 4. 1888 dem Regt. aggreg. und zur Dienstleistung bei der Eisenb. Abt. des Gr. Gen. St. behufs Ausbildung als Eisenb. Lin. Komdt. komdt. — 17. 4. 1888 mit Pens. z. Disp. gestellt. 16. 5. 1888 Char. als Oberstlt. und die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Inf. Regts. 61 erteilt.

Feldzüge: 1866 gegen Österreich: Königgrätz. — 1870/71 gegen Frankreich: Gravelotte, Metz, Verdun, Paris, Champigny, Avallon, Talant, Fontaine, Talant, Dijon, Dijon.

20. 6. 1889 zu Berlin gestorben.

Mithilfe von Kirchenbüchern und Adreßbüchern konnte ich dann über diesen mir bisher vollkommen unbekannten Urgroßonkel und seine Nachfahren noch einiges weitere feststellen:

Max August Wenzel hinterließ seine Witwe Hedwig geb. Voigt und mindestens zwei Kinder: Eva Hedwig Wenzel (* am 10. Januar 1871 in Thorn) und Hermann Eugen Kurth Wenzel (* am 30. Oktober 1873 in Northeim). Die Witwe ist letztmalig im Berliner Adreßbuch von 1926 erwähnt. Max Wenzel bzw. seine Witwe wohnten in der Melanchthon- bzw. der Spenerstraße in Moabit. Über den Sohn weiß ich bisher nur, daß er am 18. September 1889 in Berlin konfirmiert wurde.

Die Tochter Eva heiratete am 18. Mai 1889 in Berlin Dr. phil. und Privatdozent Friedrich Theodor Otto Kühling (* am 29. Oktober 1862). Otto Kühling konnte ich bis 1933 in den Berliner Adreßb”uchern ermitteln, zuletzt als Professor und Oberregierungsrat a.D. Seine Witwe Eva Kühling wird noch bis zum letzten erschienenen Jahrgang 1943 erwähnt. Als Adressen werden angegeben die Bismarckstr. 21 (1897–1907), die Berliner Str. 99 (1908–1019), die Mommsenstr. 40 (1911–1936) und die Eichenallee 63 (1937–1943), alle in Charlottenburg.

Weitere Forschungen zu den Nachfahren in Kirchenbüchern und Standesamtsregistern stehen noch aus.

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Kein Atomkraftwerk in Pommern oder anderswo!

Dienstag, 26. Mai 2009 11:07 am

Am 16. Mai 2009 fand in Greifenhagen (Gryfino) eine Demonstration von Atomkraftgegnern statt. Dabei waren unter anderem vier Kandidationnen von Zieloni 2004 und Bündnis 90/ Die Grünen für das Europäische Parlament: Rebecca Harms, Karolina Jankowska, Ska Keller und Ewa Koś. Über die Demonstration ist auch anderweitig schon berichtet worden.

Hier noch ein paar Bilder, die auch zeigen, daß man beim Photographieren aus der freien Hand im Großformat doch sehr aufpassen muß, daß alles scharf ist und nichts verwackelt.

Beginn der Demonstration vor dem Bahnhof.

Der Demonstrationszug zieht durch die Stadt.

Die Kandidatin Karolina Jankowska spricht zu den Demonstranten.

Rebecca Harms, Karolina Jankowska und Ewa Koś mit dem brandenburgischen Landesvorsitzenden und Kandidaten für die Landtagswahl, Axel Vogel.

Abschluß der Demonstration mit dem aufblasbaren Atomkraftwerk vor dem Stadion in Greifenhagen. Es spricht gerade die Berliner Landesvorsitzende Irmgard Franke-Dressler.

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Europaradweg Eiserner Vorhang

Donnerstag, 14. Mai 2009 2:44 pm

Mit etwas Verspätung hier ein paar Bilder von einer Radtour in der Nähe von Swinemünde am 2. Mai 2009 entlang des Europaradweges Eiserner Vorhang. Dabei waren u.a. Michael Cramer, Karolina Jankowska und Ewa Ko?, die alle für das Europaparlament kandidieren.

Vor der Abfahrt in Ahlbeck Grenze.

An der alten direkten Bahnstrecke Berlin — Swinemünde.

Auf der Kriegsgräber- und Gedenkstätte Golm, im Hintergrund Swinemünde.

Auf der Kriegsgräber- und Gedenkstätte Golm, “Die Frierende”.

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Familienforschung in Arnswalde Nm.

Sonntag, 24. August 2008 12:19 pm

Die folgenden Hinweise zur Familienforschung in Arnswalde/ Nm. entstanden im Jahre 2001 aufgrund damaliger intensiver Forschungen nach meinen Vorfahren und Verwandten in Arnswalde (Billeau, Cassner, Knorr, Krumteich, Langefeil, Retschlag (Retschlaff), Schulz, Sachrow, Sydow, Tartasky, Wenzel, etc.). Einige Details wurden später aktualisiert und ergänzt. Die folgende Fassung ist von kleinen Änderungen abgesehen mit dem bisher unter http://www.ogygia.de/orte/info-arw.htm veröffentlichten Text nach dem Stand vom 29. August 2004 identisch.

Archive

Leider ist der größte Teil der Kirchenbücher von Arnswalde bei Kriegsende vernichtet worden. Es sind aber trotzdem noch zahlreiche Quellen vorhanden, die bei der Familienforschung weiterhelfen können.

Materialien befinden sich vor allem in folgenden Archiven:

Kirchenbücher und Personenstandsregister

Erhalten sind die evangelischen Kirchenbücher 1835–1841 (Taufen), 1835–1843 (Trauungen), 1835–1842 (Beerdigungen). Diese Bücher sind vorhanden im Staatsarchiv Stettin, außerdem verfilmt von der Family History Library in Salt Lake City (Film 0887228). Auszüge sind darüber hinaus auch im IGI enthalten. Eine Liste der Heiratseinträge erhalten Sie, wenn Sie auf der Seite http://www.familysearch.org/Eng/Search/frameset_search.asp?PAGE=igi/search_IGI.asp nach der Batch-Nummer M998661 suchen. Die Taufen erhalten Sie mit der Batch-Nummer C998661 (jeweils “Germany” als Region auswählen).

Die Militärkirchenbücher des Dragoner Regimentes Nr. 3 sind erhalten für die Jahre 1772–1808 (Taufen), 1772–1805 (Heiraten) und 1784–1806 (Beerdigungen) im Geheimen Staatsarchiv in Berlin, außerdem verfilmt von der Family History Library in Salt Lake City (Film 1270905).

Die jüdischen Personenstandsregister sind erhalten für die Jahre 1779–1812 (Geburten) und 1791–1812 (Beerdigungen), und zwar im Bundesarchiv in Koblenz, außerdem verfilmt von der Family History Library in Salt Lake City (Film 1184377 Items 2–3). Für die Jahre 1847–1853 ist im Geheimen Staatsarchiv(?) die Matrikel der Gemeinde in Friedeberg enthalten, die auch Arnswalde erfaßt, außerdem verfilmt von der Family History Library in Salt Lake City (Film 544649).

Grundbücher

Im Staatsarchiv Stettin befindet sich der Bestand Nr. 146 Amtsgericht Arnswalde (S?d obwodowy Choszczno; 42 AE, 3,30 lfm, 1638–1942). Hieraus sind zu erwähnen die Hypothekenbücher. Es gibt eine ganze Reihe von Bänden aus dem Zeitraum von 1776 bis nach 1850, außerdem noch einen älteren Band, der kurz nach 1723 beginnt. All diese Bücher stammen aus Rep. 5A des Geheimen Staatsarchives und wurden 1938 nach Stettin abgegeben. Die Bücher von den 1850er Jahren bis 1945 wurden wahrscheinlich 1945 im Amtsgericht in Arnswalde vernichtet. Die Hypothekenbücher enthalten sämtliche Haus- und Grundstückseigentümer und die Besitzwechsel. Oft ist auch die Abstammung erkennbar und im Erbfall sind verschiedentlich sämtliche Kinder aufgeführt. Eine sehr ergiebige Quelle! Deutsches Findbuch aus der Zeit vor 1945.

Feuersozietätskataster

Im Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam gibt es z.B. in den Beständen Rep. 3 Neumärkische Kriegs- und Domänenkammer und Rep. 3B I Pol. verschiedene Feuersozietätskataster aus den Jahren  1795 bis 1832. Sie verzeichnen sämtliche Hauseigentümer mit Nachnamen und im Regelfall auch mit den Vornamen.

Impflisten

Auf eine wichtige Quelle möchte ich weiterhin aufmerksam machen, es sind dies die Impflisten für die Pockenimpfungen, die weitgehend als Ersatz für verlorengegangene Taufregister dienen können. Die Namen der Eltern sind allerdings oft nicht angegeben, sondern nur Stand und Nachname des Vaters.

Für Arnswalde sind solche Impflisten im Vorpommerschen Landesarchiv Greifswald im Bestand Rep. 38b Arnswalde unter den Nummern 177 (1810–1838), 178 (1840–1860) und 179 (1861–1877) überliefert.

Anfangs wurde diese Listen tatsächlich durch eine Aufnahme der in der Stadt lebenden Impffähigen angefertigt. Später ging man dazu über, mit Hilfe der Kirchenbücher und z.T. auch der Geburtsregister der Juden und Dissidenten ein Liste aller im Vorjahr geborenen Kinder anzulegen. Dabei wurden bereits verstorbene Kinder vermerkt und dann gemäß der Liste die Impfungen vorgenommen und deren Datum, der Erfolg der Impfung und anderes vermerkt.

Die Anlage der Listen ist nicht ganz einheitlich und verschiedene Jahre fehlen. Folgende Jahrgänge der Impflisten sind vorhanden (eine Liste enthält im allgemeinen die im vorhergehenden, z.T. auch die im gleichen oder in früheren Jahren geborenen Kinder): 1810, 1815, 1824–1833, 1835–1847, 1850–1853, 1855–1859, 1861–1865, 1867, 1869–1874. Anspruch auf unbedingte Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Angaben erhebe ich nicht. Es gibt außerdem noch vereinzelte Listen der Revacinirten, die älter als 8 Jahre waren.

In jedem Fall empfiehlt es sich, mehrere Jahrgänge durchzusehen, da Kinder nicht immer bei der ersten Gelegenheit geimpft wurden. Auch wenn der eigentlich gesuchte Jahrgang fehlt, können Kinder noch in späteren enthalten sein.Des weiteren ist auf Akten über die Cholera aufmerksam zu machen. So enthält etwa die Akte Rep. 38b Arnswalde Nr. 183 im Landesarchiv Greifswald Listen der Erkrankten und Toten während der Choleraepidemien von 1848 und 1855.

Sonstiges

Zu erwähnen sind neben vielen anderen hier ungenannten Akten noch:

  • Im Vorpommerschen Landesarchiv Greifswald Rep. 38b Arnswalde Nr. 455. Diese Akte enthält u.a. ein Verzeichnis sämtlicher Bürger (394 plus 17 neue) aus dem Jahre 1819, sortiert nach Hausnummern.
  • Im Staatsarchiv Stettin Bestand Nr. 190 Stadt Arnswalde (Akta miasta Choszczno; 508 AE, 7,80 lfm., 1611–1905). Erschlossen durch eine Findkartei mit deutschen Aktentiteln.
  • Im Staatsarchiv Stettin Bestand Nr. 237 Innungen Arnswalde (Cechy Choszczno; 138 AE, 1,45 lfm., 1534–1935). Enthält umfangreiches Material zu den Gilden der Bäcker, Dreher, Stellmacher, Zimmerleute, Böttcher, Fleischhauer, Gerber, Müller, Schneider, Schuhmacher, Tischler und Schornsteinfeger.
  • Im Staatsarchiv Stettin der Bestand Katasteramt Arnswalde.
  • Im Staatsarchiv Stettin der Bestand des Landratsamtes Arnswalde.
  • Im Staatsarchiv Stettin der Bestand des Steuerrates Arnswalde.

Zahlreiche Namen sind auch in der Literatur zu Arnswalde enthalten. Insbesondere sind diesbezüglich zu nennen:

  • Berg, Karl: Arnswalde im achtzehnten Jahrhundert. 2 Bde. Arnswalde [1922].
  • Berg, Karl: Die Einführung der Städteordnung in Arnswalde (Sonderabdruck aus der Arnswalder Zeitung). Arnswalde 1909.

Und zu guter Letzt der Hinweis auf die Neumark-Seiten bei genealogienetz.de.

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Raketen in Pommern

Freitag, 15. August 2008 9:53 am

Gestern haben sich Polen und die USA auf die Stationierung von Raketen des amerikanischen Raketenabwehrsystems in Pommern geeinigt. Ich wundere mich, daß sich hierzulande niemand aufregt, wenn die USA 300 km von Berlin entfernt ihre Raketen stationieren. Wenigstens die Grünen könnten doch etwas sagen. Früher haben sie doch auch mit Friedenspolitik beschäftigt.

Abgelegt unter: Berlin, Pommern, Politik
Posted By: Markus

Es gibt mich noch

Donnerstag, 15. Mai 2008 7:29 pm

Nachdem es schon Nachfragen gab, ob ich so mit Arbeit zugeschüttet sei, daß ich nicht die Zeit fände, etwas in mein blog zu schreiben, will ich mich nach einem Monat endlich mal wieder melden.

Ich habe zwar immer etwas zu arbeiten, aber nehme mir auch viel Zeit für anderes. So war ich in der Zwischenzeit z.B. zum 90. Geburtstag von Tante Meta in Tirol, habe zum ersten Mal eigenes Photopapier hergestellt und auf Usedom für den Wiederaufbau der Karniner Brücke und gegen den Bau eines Kohlekraftwerkes in Lubmin mitdemonstriert.

Über das Photopapier vielleicht ein andermal. Für heute zwei Bilder aus Swinemünde (Dank an Marcin). Auf dem ersten Bild sieht man die Teilnehmer einer vom VCD und ADFC veranstalteten Radtour, die auch durch Swinemünde führte und dort von zwei Mitgliedern der polnischen Grünen begrüßt wurde:

Das andere Bild zeigt mich mit zwei polnischen Grünen, Karolina und Marcin, am Strand bei Swinemünde (das Meer ist hinter der Düne und daher nicht zu sehen). Vor ein paar Monaten wurde man hier noch vom deutschen und polnischen Grenzschutz daran gehindert, die Grenze zu überschreiten.

Ich selber war mit von Stettin aus mit dem Zug angereist. Zu dritt haben wir dann in Swinemünde Fahrräder geliehen und die Radtour ein Stück bis Bansin begleitet, bevor wir wieder nach Swinemünde und dann nach Stettin zurückfuhren.

Abgelegt unter: Dies und das, Pommern, Politik, Verkehr, Photographie
Posted By: Markus

Bloß kein Klimaschutz

Sonntag, 7. Oktober 2007 11:56 am

Kürzlich haben einige Bundestagsabgeordnete eine Kleine Anfrage zum Thema “Grenzüberschreitender Verkehr zwischen Deutschland und Polen” an die Bundesregierung gerichtet. Die Antwort darauf zeigt nicht nur, daß die Bundesregierung es mit dem Klimaschutz nicht ernst nimmt, sondern daß sie auch nicht in der Lage ist, kompetent auf eine Kleine Anfrage zum Thema zu antworten. Eine zusammenfassende Kritik an der Antwort ist bereits in einer Presseerklärung erfolgt, hier noch einmal ein paar wesentliche Punkte:

  • Laut einem vom Verkehrsministerium in Auftrag gegebenen Gutachten (Zusammenfassung) wird sich der Güterverkehr bis zum Jahre 2050 verdoppeln, der grenzüberschreitende Verkehr soll sogar um das Zweieinhalbfache wachsen. Besonders besorgniserregend ist, daß dabei der Schienenverkehr Anteile verliert. Der Straßengüterverkehr soll um 196 Prozent steigen (also auf fast das Dreifache), der Schienengüterverkehr aber nur um 141 Prozent und der Binnenschiffsverkehr nur um 68 Prozent. Der Anteil der Straße am Güterverkehrsaufkommen wird dabei von 55 auf 67 Prozent steigen.
  • Es ist klar, daß ein solcher Anstieg des Verkehrs auch einen starken Anstieg der Emission von Kohlendioxid und anderen klimaschädlichen Gasen zur Folge haben wird. In der Vorbemerkung zu Ihrer Antwort erklärt die Bundesregierung freilich, daß im Rahmen einer Klimaschutzstrategie: “[…] spezifische Klimaschutzziele und -maßnahmen für bilaterale Verkehre, beispielsweise für den Verkehr zwischen Deutschland und Polen, nicht weiter[führen].” Ein ganz offensichtliches Armutszeugnis, denn das Erreichen eines allgemeinen Klimaschutzzieles ohne spezifische Ziele für die einzelnen Verkehrsarten und -beziehungen wird immer Wunschdenken bleiben. Wie will man das EU-Ziel einer Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen um 20 Prozent bis 2020 erreichen, wenn in diesem Zeitraum allein der grenzüberschreitende Straßengüterverkehr um 72 Prozent steigen soll?
  • Effizienzsteigerungen im Straßengüterverkehr allein werden nicht ausreichen, um den Anstieg der CO2-Emissionen auch nur halbwegs zu begrenzen, sondern dazu ist auch eine Verlagerung von Verkehrsanteilen auf die Schiene notwendig. Das allerdings verlangt ausreichende Kapazitäten auf der Schiene. Soll im Jahre 2050 im grenzüberschreitenden Verkehr ein Anteil der Schiene von einem Drittel erreicht werden, bedeutet dies ein Versechsfachung des Güterverkehrsaufkommens auf der Schiene gegenüber heute! Die Antwort der Bundesregierung zeigt leider, daß sie auf diesen Anstieg des Verkehrsaufkommens überhaupt nicht vorbereitet ist und keine Idee hat, wie sie den Anstieg der CO2-Emissionen begrenzen könnte.

Ich kann es mir nicht verkneifen, auch noch einige besonders inkompetente Antworten aufzuspießen:

  • In Antwort auf Frage 11 spricht die Bundesregierung von den “perspektivisch einzurichtenden Grenzübergänge[n]” zwischen den Güstebieser Loosen und Güstebiese sowie zwischen dem deutschen und dem polnischen Teil von Zelz. Ihr scheint unbekannt zu sein, daß nach Auskunft des Amtes Barnim-Oderbruch die Eröffnung der Fährverbindung nur aufgrund der sich verzögernden Fertigstellung der Fähre noch nicht im letzten Sommer erfolgt ist. Auch in Zelz haben die Bauarbeiten bereits begonnen.
  • Laut Antwort auf Frage 13 soll die Strecke Pasewalk — Stettin nicht ausgebaut werden, laut Antwort auf Frage 17 wird dieser Abschnitt aber voraussichtlich ausgebaut. Was denn nun?
  • Laut Antwort auf Frage 13 soll die Strecke Angermünde — Stettin zweigleisig ausgebaut werden. Warum aber unternimmt die Bundesregierung nichts, wenn die Deutsche Bahn Signale und Bahnsteige dorthin baut, wo einmal das zweite Gleis verlegt werden soll?
  • Laut Antwort auf Frage 13 soll auch die Strecke Lübbenau — Cottbus im Hinblick auf den grenzüberschreitenden Verkehr zweigleisig ausgebaut werden. Zwischen Cottbus und Forst sind keine Ausbaumaßnahmen vorgesehen. Im Hinblick auf Ausbaumaßnahmen auf polnischen Gebiet zwischen Forst und Liegnitz werden keine Aussagen gemacht, offenbar kommuniziert die Bundesregierung hier nicht mit der polnischen Seite. Oder hält sie es für ausreichend, wenn dort die Eurocities Hamburg — Berlin — Breslau — Krakau weiterhin mit 50 km/h durch die Gegend zockeln?
  • Nach der Antwort auf Frage 14 verläßt sich die Bundesregierung auf die eigenverantwortliche unternehmerische Tätigkeit der Deutschen Bahn, wenn es um die Sanierungsmaßnahmen auf den meisten grenzüberschreitenden Strecken geht. Zwar ist allgemein bekannt, daß die Deutsche Bahn ihr Streckennetz verlottern läßt und ständig Kapazitäten abbaut, nur dem Verkehrministerium offenbar nicht. Entsprechend sehen die Strecken aus.
  • Den Antworten auf Fragen 16 und 17 kann man entnehmen, daß die Bundesregierung es nicht einmal für nötig hält, für wichtige Güterverkehrsstrecken wie die Strecken Berlin — Baltikum (Ostbahn) und Leipzig — Cottbus — Posen Abkommen mit Polen zu schließen.
  • In der Antwort auf Frage 21 behauptet die Bundesregierung, daß die Bundespolizeibehörden keine Daten des grenzüberschreitenden Verkehrs erheben. Laut Auskunft der Bundespolizei werden entsprechende Daten jedoch von den Bundespolizeiinspektionen erhoben und an die Bundespolizeiämter weitergeleitet. Bei der Bundesregierung kommen sie aber angeblich nicht an. Sonderbar.
  • Laut Grundgesetz hat die Bundesregierung eine Verantwortung für den Schienenpersonenfernverkehr. Aus der Antwort auf Frage 22 darf man aber offenbar entnehmen, daß sie nicht bereit ist, sich dieser Verantwortung zu stellen.
  • In Frage 30 war auch nach gefragt, welche weiteren Übergänge mit Inkrafttreten des Schengen-Abkommens (voraussichtlich also in etwa zwei Monaten) für den LKW-Verkehr geöffnet werden. Ein Antwort hierauf erfolgte nicht. Vermutlich will man dies im Dunkeln lassen, damit sich vor Ort keine Proteste regen.
  • In Frage 31 war gefragt, wie die Bundesregierung die Öffnung weiterer Übergänge für den LKW-Verkehr im Hinblick auf die CO2-Emissionen, die Lärm und Staubbelastung der Antwohner und die Belange des Naturschutzes bewertet. In der Antwort keinerlei Bezugnahme auf die Frage, sondern ein paar Ausführungen zum EU-Recht. In einem Schulaufsatz wäre das ein klarer Fall von “Thema verfehlt”.
  • In der Antwort auf Frage 38 und 39 weigert sich die Bundesregierung, die Effizienz von Investitionen in den Schienengüterverkehr mit Investitionen in Wasserstraßen zu vergleichen, da dies “weder aussagekräftig noch methodisch sinnvoll” sei. Nun ist es aber so, daß nicht genügend Geld da ist, um Schienenstrecken und Wasserstraßen gleichzeitig im großen Stil auszubauen. Da sollte man doch wissen, wo man das wenige Geld am sinnvollsten investiert, vor allem vor dem Hintergrund, daß die Oder aufgrund des Klimawandels in einigen Jahrzehnten wahrscheinlich kaum noch schiffbar sein wird.
  • In der Antwort auf Frage 40 heißt es, daß die Schiffbarkeit der Oder nur im Mittellauf von möglichen Veränderungen des hydrologischen Kreislaufes und des daraus resultierenden Wasserangebotes abhängig sei. Aber gerade dieser Mittellauf verbindet doch Oberlauf, Unterlauf, Oder-Spree-Kanal, Oder-Havel-Kanal und die Warthe und ist somit der entscheidende Knackpunkt.
  • Hier mache ich Schluß. Es ist einfach zu traurig. Was kann man von einer Regierung erwarten, die immer nur schreibt “Konkrete Maßnahmen wurden jedoch bisher nicht beschlossen und sind z.Z. auch nicht geplant” (Antwort 20), “Zur diesbezüglichen rechtlichen Einordnung des Streckenabschnitts auf polnischer Seite liegen der Bundesregierung keine Informationen vor” (Antwort 28), “Zu Ausbaumaßnahmen auf polnischem Staatsgebiet (Warthe und Netze) liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor” (Antwort 33–35), “Zu den genannten Vorhaben wurden bisher noch keine vertraglichen Vereinbarungen mit Polen abgeschlossen” (Antwort 36) oder “Aussagen zu Realisierungszeiträumen wären verfrüht” (Antwort 37)?

So viel zum beschämenden Bild, daß die Bundesregierung bietet. Zum Glück wollen nicht alle tatenlos zusehen und so hat sich die “Interessengemeinschaft Ostbahn” (IGOB) gegründet, die sich die Wiederbelebung der Ostbahn zum Ziel gesetzt hat.

Die IGOB veranstaltet am 12. Oktober 2007 eine Konferenz in Landsberg, bei der es um den bisherigen und zukünftigen Einfluß der Ostbahn auf die Gebiete und Orte entlang dieser Strecke gehen soll.

Laut Konferenzprogramm wird auch ein Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium sprechen. Ich bin gespannt, was er sagen wird, denn schließlich hat die Bundesregierung in der Antwort auf Frage 13 erklärt, daß sie keine Pläne für den Ausbau der Ostbahn habe, bei der es sich um eine Strecke rein regionaler Bedeutung handle, für die auch kein Abkommen mit Polen geschlossen werden müsse (Antwort 16 und 17).

Abgelegt unter: Brandenburg, Pommern, Politik, Verkehr
Posted By: Markus

Der Stallmeister

Donnerstag, 21. Juni 2007 1:21 pm

Hier noch ein letztes Bild, das ich in die USA schicken möchte. Es zeigt den Großvater von Onkel Albert (also meinen Ururgroßvater), den Herzoglich Sachsen-Altenburgischen Stallmeister und Universitäts-Oberbereiter zu Leipzig, Albert Röhling:

Heinrich Christian Albert Röhling wurde am 4. September 1807 in Berlin als Sohn des Teltow’schen Kreissekretärs und Holzhändlers Theodor Röhling und dessen Frau Friederike Henriette Wilhelmine Gieseler geboren. Er starb am 21. Januar 1882 in Leipzig. Zwischenzeitlich war er auch einige Jahre in Brusenfelde in Pommern und in Eilenburg ansässig gewesen. Seine Ehefrau war Marie Henriette Löwe, über deren Schwester Maria Louise Löwe verehelichte Heßling und deren Nachfahren habe ich schon ausführlich berichtet.

Das obige Bild ist übrigens auch vom photographischen Standpunkt interessant, da es sich um eine frühe Freilichtaufnahme handelt. Leider kann ich es bisher nicht genauer datieren. Es handelt sich um ein auf eine Pappe aufgeklebtes sehr dünnes Papier ohne Barytschicht im Format 6,2 x 8,8 cm. Zum Schutz ist er es mit einem oben an der Trägerpappe angeklebten Pergamentpapier versehen.

Besonders interessieren würde mich die vermutliche Belichtungszeit. Vermutlich war sie recht lang und es spricht für die Künste des Reiters, daß das Pferd bis auf Maul und Schwanz die ganze Zeit stillhielt.

Abgelegt unter: Berlin, Pommern, Familienforschung Röhling, Photographie
Posted By: Markus
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