Sonntag, 24. August 2008 12:19 pm
Die folgenden Hinweise zur Familienforschung in Arnswalde/ Nm. entstanden im Jahre 2001 aufgrund damaliger intensiver Forschungen nach meinen Vorfahren und Verwandten in Arnswalde (Billeau, Cassner, Knorr, Krumteich, Langefeil, Retschlag (Retschlaff), Schulz, Sachrow, Sydow, Tartasky, Wenzel, etc.). Einige Details wurden später aktualisiert und ergänzt. Die folgende Fassung ist von kleinen Änderungen abgesehen mit dem bisher unter http://www.ogygia.de/orte/info-arw.htm veröffentlichten Text nach dem Stand vom 29. August 2004 identisch.
Archive
Leider ist der größte Teil der Kirchenbücher von Arnswalde bei Kriegsende vernichtet worden. Es sind aber trotzdem noch zahlreiche Quellen vorhanden, die bei der Familienforschung weiterhelfen können.
Materialien befinden sich vor allem in folgenden Archiven:
Kirchenbücher und Personenstandsregister
Erhalten sind die evangelischen Kirchenbücher 1835–1841 (Taufen), 1835–1843 (Trauungen), 1835–1842 (Beerdigungen). Diese Bücher sind vorhanden im Staatsarchiv Stettin, außerdem verfilmt von der Family History Library in Salt Lake City (Film 0887228). Auszüge sind darüber hinaus auch im IGI enthalten. Eine Liste der Heiratseinträge erhalten Sie, wenn Sie auf der Seite http://www.familysearch.org/Eng/Search/frameset_search.asp?PAGE=igi/search_IGI.asp nach der Batch-Nummer M998661 suchen. Die Taufen erhalten Sie mit der Batch-Nummer C998661 (jeweils “Germany” als Region auswählen).
Die Militärkirchenbücher des Dragoner Regimentes Nr. 3 sind erhalten für die Jahre 1772–1808 (Taufen), 1772–1805 (Heiraten) und 1784–1806 (Beerdigungen) im Geheimen Staatsarchiv in Berlin, außerdem verfilmt von der Family History Library in Salt Lake City (Film 1270905).
Die jüdischen Personenstandsregister sind erhalten für die Jahre 1779–1812 (Geburten) und 1791–1812 (Beerdigungen), und zwar im Bundesarchiv in Koblenz, außerdem verfilmt von der Family History Library in Salt Lake City (Film 1184377 Items 2–3). Für die Jahre 1847–1853 ist im Geheimen Staatsarchiv(?) die Matrikel der Gemeinde in Friedeberg enthalten, die auch Arnswalde erfaßt, außerdem verfilmt von der Family History Library in Salt Lake City (Film 544649).
Grundbücher
Im Staatsarchiv Stettin befindet sich der Bestand Nr. 146 Amtsgericht Arnswalde (S?d obwodowy Choszczno; 42 AE, 3,30 lfm, 1638–1942). Hieraus sind zu erwähnen die Hypothekenbücher. Es gibt eine ganze Reihe von Bänden aus dem Zeitraum von 1776 bis nach 1850, außerdem noch einen älteren Band, der kurz nach 1723 beginnt. All diese Bücher stammen aus Rep. 5A des Geheimen Staatsarchives und wurden 1938 nach Stettin abgegeben. Die Bücher von den 1850er Jahren bis 1945 wurden wahrscheinlich 1945 im Amtsgericht in Arnswalde vernichtet. Die Hypothekenbücher enthalten sämtliche Haus- und Grundstückseigentümer und die Besitzwechsel. Oft ist auch die Abstammung erkennbar und im Erbfall sind verschiedentlich sämtliche Kinder aufgeführt. Eine sehr ergiebige Quelle! Deutsches Findbuch aus der Zeit vor 1945.
Feuersozietätskataster
Im Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam gibt es z.B. in den Beständen Rep. 3 Neumärkische Kriegs- und Domänenkammer und Rep. 3B I Pol. verschiedene Feuersozietätskataster aus den Jahren 1795 bis 1832. Sie verzeichnen sämtliche Hauseigentümer mit Nachnamen und im Regelfall auch mit den Vornamen.
Impflisten
Auf eine wichtige Quelle möchte ich weiterhin aufmerksam machen, es sind dies die Impflisten für die Pockenimpfungen, die weitgehend als Ersatz für verlorengegangene Taufregister dienen können. Die Namen der Eltern sind allerdings oft nicht angegeben, sondern nur Stand und Nachname des Vaters.
Für Arnswalde sind solche Impflisten im Vorpommerschen Landesarchiv Greifswald im Bestand Rep. 38b Arnswalde unter den Nummern 177 (1810–1838), 178 (1840–1860) und 179 (1861–1877) überliefert.
Anfangs wurde diese Listen tatsächlich durch eine Aufnahme der in der Stadt lebenden Impffähigen angefertigt. Später ging man dazu über, mit Hilfe der Kirchenbücher und z.T. auch der Geburtsregister der Juden und Dissidenten ein Liste aller im Vorjahr geborenen Kinder anzulegen. Dabei wurden bereits verstorbene Kinder vermerkt und dann gemäß der Liste die Impfungen vorgenommen und deren Datum, der Erfolg der Impfung und anderes vermerkt.
Die Anlage der Listen ist nicht ganz einheitlich und verschiedene Jahre fehlen. Folgende Jahrgänge der Impflisten sind vorhanden (eine Liste enthält im allgemeinen die im vorhergehenden, z.T. auch die im gleichen oder in früheren Jahren geborenen Kinder): 1810, 1815, 1824–1833, 1835–1847, 1850–1853, 1855–1859, 1861–1865, 1867, 1869–1874. Anspruch auf unbedingte Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Angaben erhebe ich nicht. Es gibt außerdem noch vereinzelte Listen der Revacinirten, die älter als 8 Jahre waren.
In jedem Fall empfiehlt es sich, mehrere Jahrgänge durchzusehen, da Kinder nicht immer bei der ersten Gelegenheit geimpft wurden. Auch wenn der eigentlich gesuchte Jahrgang fehlt, können Kinder noch in späteren enthalten sein.Des weiteren ist auf Akten über die Cholera aufmerksam zu machen. So enthält etwa die Akte Rep. 38b Arnswalde Nr. 183 im Landesarchiv Greifswald Listen der Erkrankten und Toten während der Choleraepidemien von 1848 und 1855.
Sonstiges
Zu erwähnen sind neben vielen anderen hier ungenannten Akten noch:
- Im Vorpommerschen Landesarchiv Greifswald Rep. 38b Arnswalde Nr. 455. Diese Akte enthält u.a. ein Verzeichnis sämtlicher Bürger (394 plus 17 neue) aus dem Jahre 1819, sortiert nach Hausnummern.
- Im Staatsarchiv Stettin Bestand Nr. 190 Stadt Arnswalde (Akta miasta Choszczno; 508 AE, 7,80 lfm., 1611–1905). Erschlossen durch eine Findkartei mit deutschen Aktentiteln.
- Im Staatsarchiv Stettin Bestand Nr. 237 Innungen Arnswalde (Cechy Choszczno; 138 AE, 1,45 lfm., 1534–1935). Enthält umfangreiches Material zu den Gilden der Bäcker, Dreher, Stellmacher, Zimmerleute, Böttcher, Fleischhauer, Gerber, Müller, Schneider, Schuhmacher, Tischler und Schornsteinfeger.
- Im Staatsarchiv Stettin der Bestand Katasteramt Arnswalde.
- Im Staatsarchiv Stettin der Bestand des Landratsamtes Arnswalde.
- Im Staatsarchiv Stettin der Bestand des Steuerrates Arnswalde.
Zahlreiche Namen sind auch in der Literatur zu Arnswalde enthalten. Insbesondere sind diesbezüglich zu nennen:
- Berg, Karl: Arnswalde im achtzehnten Jahrhundert. 2 Bde. Arnswalde [1922].
- Berg, Karl: Die Einführung der Städteordnung in Arnswalde (Sonderabdruck aus der Arnswalder Zeitung). Arnswalde 1909.
Und zu guter Letzt der Hinweis auf die Neumark-Seiten bei genealogienetz.de.
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Familienforschung allgemein Posted By: Markus