La gare des aïeux

Ein Netztagebuch zu Familienforschung, Verkehr und allem anderen

Onkel Otto (169)

Mittwoch, 30. Dezember 2009 9:48 am

Auch dieses Jahr wieder ein Geburtstagsbrief für Onkel Otto:

Bln Dahlem 31. 12. 20

[gedruckt:] A. G.

Lieber u. verehrter Herr Direktor!

Gestern Abend bei Geh. Rat Oppenheim hörte ich von Ihrem Geburtstagsjubiläum u. komme nun mit meinem Glückwunsch etwas spät, aber doch ebenso herzlich.

Wie oft denke ich noch der schönen Stunden in Ihrem Hause.

Ihr Aug. Gaul

Zugleich die besten Neujahrswünsche.

Von August Gaul gibt es auch noch eine Beileidsbrief zum Tode der ersten Frau von Otto Wenzel, Ida geb. Kruse (1909), und eine Karte mit Urlaubsgrüßen aus Groß-Auheim (1901), sogar mit einer kleinen Zeichnung (Schafe von hinten).

Abgelegt unter: Familienforschung Röhling
Posted By: Markus

Ein Onkel in Paris

Donnerstag, 1. Oktober 2009 10:10 am

Eher zufällig wurde ich dank Google kürzlich darauf aufmerksam, daß offenbar ein Vetter zweiten Grades (und gleichzeitig Stiefvetter ersten Grades) meines Großvaters in Paris ansässig war. Es handelt sich um Egon Heßling.

Er gab mit seinem Bruder Waldemar vor dem Ersten Weltkrieg auf Deutsch und Französisch Werke wie “Le vieux Paris. Son architecture & ses monuments” oder “Le mobilier Louis XIV au Louvre et au Musée des arts décoratifs” heraus, die teilweise beim Berliner Verlag des Vaters Bruno Heßling oder anderen Verlagen, teilweise aber auch bei der Librairie E. Hessling in Paris erschienen.

Die Buchhandlung scheint auch noch nach dem Ersten Weltkrieg bestanden zu haben. Unter http://www.georgeglazer.com/prints/aanda/interiors/hessling.html wird jedenfalls das Buch “Vorbilder im Empire-Stile Innenausstattung und Möbel” von Waldemar Hessling mit der Angabe “Librairie E. Hessling, 13, Rue Jacob, Paris: c. 1920s” angeboten.

Dies ist dieselbe Adresse, die auch in dem mir vorliegenden, 1912 erschienenen Band 3 (”Styles Henri II, Henri III et Henri IV”) von “Le vieux Paris” angegeben ist:

Der Band enthält übrigens Heliogravüren in wundervoller Qualität, die viele heutige Bildbände alt aussehen lassen.

Unter http://www.freepatentsonline.com/1919698.html stieß ich auch noch auf ein Patent aus den USA für Waldemar Heßling vom July 1933 für einen “Apparatus for the agglomeration of solid carbon dioxide”, mit dem ich mich aber noch nicht näher beschäftigt habe.

Abgelegt unter: Familienforschung Röhling
Posted By: Markus

Ein neuer Onkel (II)

Dienstag, 1. September 2009 10:54 am

Vor einem Vierteljahr habe ich über meine Forschungen nach den Nachfahren meines Urgroßonkels Max Wenzel berichtet.

Letzte Woche konnte ich dank einer sehr reichhaltigen Nachlaßakte des Amtsgerichtes Charlottenburg für Eva Kühling geb. Wenzel (+ am 24. Februar 1947 in Charlottenburg) bedeutende Fortschritte machen.

Demnach gibt es zwar keine lebenden Nachfahren von Eva Kühling geb. Wenzel mehr (ein Sohn starb als Schüler 1910, der zweite fiel im Ersten Weltkrieg und ein dritter, mir bisher unbekannter Sohn, fiel im Zweiten Weltkrieg; die einzige Enkeltochter kam im April 1945 um’s Leben) und der im Ersten Weltkrieg gefallene Sohn Curt blieb kinderlos, aber dafür hatte Max Wenzel noch zwei weitere Kinder: die am 27. Juni 1868 geborene Elsbeth (Elsa, später verehelichte v. Goetze) und die am 21. Oktober 1869 geborene Paula (später verehelichte van Hees). Nähere Einzelheiten gibt es hier.

Mit den in der Nachlaßakte enthaltenen Angaben war dann alles sehr leicht. Inzwischen habe ich bereits mit einer neuentdeckten Cousine dritten Grades von mir telephoniert und hoffe auf einen interessanten Austausch über die gemeinsamen Vorfahren und Verwandten.

Abgelegt unter: Berlin, Brandenburg, Pommern, Familienforschung Röhling
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Mehr über die Familie Pollack

Mittwoch, 15. Juli 2009 8:30 pm

Vor einiger Zeit berichtete ich hier über den mehr oder weniger zufälligen Fund der Todesanzeige einer Ururgroßtante. Kürzlich habe ich die entsprechende im Internet verfügbare Sammlung von Todesanzeigen weiter durchsucht. Das Ergebnis ist eine ansatzweise Liste der Nachfahren des ungarischen Architekten Michael Pollack (Pollack Mihály) in der u.a. die Familien Unger, Pollack v. Klumberg, Palliardi, König von Aradvár, Neichel und Stone auftauchen (außerdem gehört wohl auch die in Tenneck ansässige Familie Weinberger zu den Nachfahren). Einige der Nachfahren sind im Erbbegräbnis der Familie in Tahitótfalu beigesetzt:

Auf dem linken Grab (auf dem obigen Bild rechts) sind nur die Namen von Michael Pollack und seiner zweiten Frau Magdalena Eger verzeichnet, auf dem rechten die weiterer Familienmitglieder:

Der Friedhof liegt im Ortsteil Tótfalu auf der Donauinsel, das frühere Sommerhaus der Familie Pollack dagegen auf dem rechten Donauufer im Ortsteil Tahi. Die beiden Bilder wurden im März 2001 aufgenommen.

Abgelegt unter: Familienforschung Röhling, Friedhöfe
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Ein neuer Onkel (I)

Freitag, 29. Mai 2009 8:42 am

Im letzten Jahr erhielt ich, wie berichtet, von einer Verwandten eine Schachtel mit Familiendokumenten und -photographien. Unter den Bildern befand sich auch das folgende:

Die Rückseite sieht wie folgt aus:

Die Aufschrift “Max Wenzel Pr. Lt. im 8t. P[ommerschen] I.R. No. 61, Thorn Mai 66″ brachte mich auf die richtige Spur. Nachdem es mir gelungen war, Kopien aus dem Buche “Offizier-Stammliste des Infanterie-Regiments von der Marwitz (8. pommerschen) Nr. 61″ von Winfried Neumann (Berlin 1910)  zu beschaffen, konnte ich diesem auf S. 13f. folgendes entnehmen:

Max August Wenzel, +

geb. 27. 7. 1837 zu Krossen a/O i. Brandenburg, evang.

Vater: Eugen, Justizrat.

Mutter: Emilie, geb. Billeau.

Erziehung: Im elterlichen Hause, auf der Bürgerschule zu Krossen und auf dem Gymnasium zu Sorau.

Dienstlaufbahn: 16. 4. 1857 in das Inf. Regt. 21 eingetreten. — 10. 4. 1858 Fähnr. — 12. 3. 1859 Lt. — 8. 5. bis 1. 7. 1860 zur Dienstleistung beim 21. komb. Inf. Regt. komdt. — 1. 7. 1860 in das Inf. Regt. 61 vers. — 1. 9. 1862 bis 1. 7. 1863 Bats. Adj. — 7. 6. 1866 Oblt. — 1. 1. 1872 als Hptm. u. Komp. Chef in das Inf. Regt. 82 vers. — 18. 9. 1880 mit Pat. v. 1. 1. 1871 in das Jäg. Bat. 3 vers. — 21. 11. 1882 als Maj. in das Inf. Regt. 24 vers. — 18. 8. 1885 als BAts. Komdr. in das Inf. Regt. 62 vers. — 9. 4. 1887 bis 17. 4. 1888 dem Regt. aggreg. und zur Dienstleistung bei der Eisenb. Abt. des Gr. Gen. St. behufs Ausbildung als Eisenb. Lin. Komdt. komdt. — 17. 4. 1888 mit Pens. z. Disp. gestellt. 16. 5. 1888 Char. als Oberstlt. und die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Inf. Regts. 61 erteilt.

Feldzüge: 1866 gegen Österreich: Königgrätz. — 1870/71 gegen Frankreich: Gravelotte, Metz, Verdun, Paris, Champigny, Avallon, Talant, Fontaine, Talant, Dijon, Dijon.

20. 6. 1889 zu Berlin gestorben.

Mithilfe von Kirchenbüchern und Adreßbüchern konnte ich dann über diesen mir bisher vollkommen unbekannten Urgroßonkel und seine Nachfahren noch einiges weitere feststellen:

Max August Wenzel hinterließ seine Witwe Hedwig geb. Voigt und mindestens zwei Kinder: Eva Hedwig Wenzel (* am 10. Januar 1871 in Thorn) und Hermann Eugen Kurth Wenzel (* am 30. Oktober 1873 in Northeim). Die Witwe ist letztmalig im Berliner Adreßbuch von 1926 erwähnt. Max Wenzel bzw. seine Witwe wohnten in der Melanchthon- bzw. der Spenerstraße in Moabit. Über den Sohn weiß ich bisher nur, daß er am 18. September 1889 in Berlin konfirmiert wurde.

Die Tochter Eva heiratete am 18. Mai 1889 in Berlin Dr. phil. und Privatdozent Friedrich Theodor Otto Kühling (* am 29. Oktober 1862). Otto Kühling konnte ich bis 1933 in den Berliner Adreßb”uchern ermitteln, zuletzt als Professor und Oberregierungsrat a.D. Seine Witwe Eva Kühling wird noch bis zum letzten erschienenen Jahrgang 1943 erwähnt. Als Adressen werden angegeben die Bismarckstr. 21 (1897–1907), die Berliner Str. 99 (1908–1019), die Mommsenstr. 40 (1911–1936) und die Eichenallee 63 (1937–1943), alle in Charlottenburg.

Weitere Forschungen zu den Nachfahren in Kirchenbüchern und Standesamtsregistern stehen noch aus.

Abgelegt unter: Berlin, Brandenburg, Pommern, Familienforschung Röhling
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Ein Zufallsfund aus Ungarn

Dienstag, 3. Februar 2009 3:25 pm

Durch Zufall wurde ich heute darauf aufmerksam, daß es unter http://pilot.familysearch.org auch Todesanzeigen aus Ungarn aus dem Zeitraum 1840–1990 zu finden gibt. Ich dachte mir, man kann ja mal kurz gucken, und prompt fand ich eine Anzeige für meine am 10. April 1878 verstorbene Ururgroßtante Marie Pollack geb. Röhling:

Die Unterfertigten geben hiemit allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht von den Ableben ihrer innigstgeliebten Mutter beziehungsweise Schwiegermutter der Frau

Marie Pollack
geb. Röhling
Baumeisters Wittwe

welche am 10. d.m. 3/4 3 Uhr plötzlich im 60-ten Jahre ihres Lebens an Gechirnschlag verschied.
Die irdische Hülle der Verblichenen wird Donnerstag den 11-ten April um 5 Uhr Nachmittag vom Personenbahnhof der Theissbahn aus, auf den katholischen Friedhof zur ewigen Ruhe bestattet.
Die heil. Seelenmessen werden am 12. April Vormittags 10 Uhr in der hiesigen Pfarrkirche gelesen.

Szolnok am 10-ten April 1878.

Friede ihrer Asche!

Leopoldine Pollack. August Pollack
Schwiegertochter. bischof. Oberförster.

Marie Pollack.
Alois Palliardi. Magd. Palliardi geb. Pollack.
Sections-Ingenieur der Theisbahn
als Schwiegersohn.
als Kinder.

Szolnok, Nyomatott Bittermann Edénél.

Leider habe ich bisher keine Möglichkeit gefunden, einen direkten link zu der Abbildung herzustellen. Man findet die Anzeige, indem man auf die Seite http://pilot.familysearch.org/recordsearch/start.html#p=3;c=1542666;w=410 geht und dann zu S. 167 springt.

Am liebsten würde ich jetzt gleich nach weiteren Nachfahren der Familie suchen. Aber man hat ja noch anderes zu tun und in der Küche hat sich schon die albuminschlagende und in Vergessenheit geratene Küchenmaschine wegen Überhitzung abgeschaltet, während ich diesen Eintrag verfaßt habe.

Für mehrere andere Mitglieder der Familie Pollack sind auf jeden Fall noch Anzeigen vorhanden.

Vor ein paar Jahren hatte ich schon einmal einen Anlauf dazu unternommen, war dann aber steckengeblieben. Immerhin bieten jetzt der Familienname Palliardi und die Ortsangabe Szolnok neue Anknüpfungspunkte. Bisher kannte ich weder das Todesdatum meiner Ururgroßtante noch wußte ich von den drei Kindern mehr als ihre Geburtsdaten (Marie * in Pest am 31. Juli 1841, August * in Pest am 18. Mai 1844, Magdalena * in Pest am 12. Juni 1848).

Abgelegt unter: Familienforschung Röhling, Friedhöfe
Posted By: Markus

Onkel Otto (168)

Dienstag, 30. Dezember 2008 11:54 am

Heute wird Onkel Otto 168 Jahre alt. Ich nehme dies zum Anlaß, einen Geburtstagsbrief an ihn aus dem Jahre 1903 zu veröffentlichen:

Schöneberg 29. Decbr 1903

Akazienstr. 13.

Lieber alter Freund!

Das Jahr klingt aus u. ein neues Lebensjahr hebt für sie an. Möge dieses glücklich für Sie beginnen u. die Einleitung zu einer noch langen, langen Jahresreihe erfreulichen Inhaltes für Sie u. die lieben Ihrigen bilden! Alle guten Wünsche seien mit Ihnen. Zum Gedächtnis dieses Tages erlaube ich mir, Ihnen ein Buch zu überschicken, das im Laufe dieses Sommers eine neue Auflage erlebt hat. Sie kennen es vielleicht schon. Aber ich hoffe, daß es, abgesehen von einem Romaninteresse, einiges von Wert für Sie auch noch heute darin besitzen wird, daß der Schauplatz Sie an die Landschaft von Ahausen [?; evtl. auch Anhausen oder Achausen] u.s.w. erinnern werde, die Sie selbst einst durchwandert haben. Mögen Sie dabei der damals glücklichen Tage gedenken, als sie die schwere Bürde des philiströsen Daseins abgeworfen hatten u. das Schöne frei u. voll genossen, wie einst als junger Student.

Meine Frau schließt sie[!] meinen Wünschen für Sie aufs innigste an u. bittet Sie, Ihre liebe Frau herzlich von ihr zu grüßen. Wir sind beide wohl u. auch mit meinem Fuße geht es so ziemlich. Seine wetterprophetischen Stücken wird er wohl nie loswerden u. wie er mich Abends zu Hause hält, so ists auch wahrscheinlich mit meinen Gebirgswanderungen für alle Zeit vorüber.

Mögen Sie Ihren Geburtstag mit Ihrer lieben Frau, den Kindern u. Enkeln recht von Herzen fröhlich feiern, u. wenn Sie dabei in der Stille auch Unserer einen Augenblick gedenken, so wird Ihnen dafür sehr dankbar sein

Ihr stets treu ergebener

Robert Schweichel

Einiges bleibt hier noch zu klären. Um welches Buch von Schweichel handelt es sich? Und um welches Ahausen/ Anhausen/ Achausen? Wann ist Onkel Otto dort gewandert?

Abgelegt unter: Familienforschung Röhling
Posted By: Markus

Onkel Otto und die NPD

Donnerstag, 13. November 2008 4:45 pm

Häufiger schon hat mir jemand geschrieben, der in meinem blog Informationen zu meinen Vorfahren und Verwandten gefunden hatte, und auf diese Weise habe ich manches Neue über Familienmitglieder erfahren. Manchmal melden sich aber die falschen Leute.

So erhielt ich in der letzten Woche eine e-mail von Mathias Rochow, u.a. früherer Bundesgeschäftsführer der Jungen Nationaldemokraten, jetziges Mitglied des Kreisvorstandes der NPD in Dresden und auch sonst einschlägig bekannt.

Wie das kommt? Nun, Onkel Otto war während seines Studiums in Greifswald (1860–1862) in der dortigen Burschenschaft Rugia aktiv, in der auch Rochow Mitglied war. Zwar wurde er nach den Angaben der Wikipedia inzwischen dort ausgeschlossen, aber denic verzeichnet ihn immer noch als Domaininhaber und administrativen Ansprechpartner der Internetseiten der Rugia. Und von den Seiten der Rugia führt ein link zu den Seiten der Burschenschaft Dresdensia-Rugia, die nun eindeutig für ihre rechtsextreme Ausrichtung bekannt ist. Z.B. gehört laut Telepolis zu ihren alten Herren auch Jürgen Gansel, der u.a. Mitglied des Parteivorstandes der NPD und Abgeordneter im Sächsischen Landtag ist.

Nach seinen Angaben ist Rochow für die Bearbeitung der Stammrolle der Rugia zuständig. Diese wurde bereits 2006 veröffentlicht (Rugia-Album und Stammrolle der Greifswalder Burschenschaft Rugia : 1856 - 1936 ; [zum 150. Stiftungsfeste 2006]. Hg.: AHV der Greifswalder Burschenschaft Rugia. [Red.: Jens Carsten Claus]. - Greifswald: Eigenverl., 2006). Von Herrn Claus hatte ich bereits in der Woche zuvor eine e-mail bekommen.

Man denkt, Familiengeschichte sei eine verstaubte Tätigkeit in Archiven oder am Schreibtisch, aber Geschichte ist eben nie unpolitisch. Immerhin wurde ich auf diese Weise darauf aufmerksam, daß es seit September einen Wikipedia-Artikel über Onkel Otto gibt.

Zur Illustration des Themas Burschenschaft noch ein Bild:

Es ist nach einem Stempel auf der Rückseite eine “Amateurphotografie von Alfred Schröder” und wurde 1900 in Ottendorf-Okrilla aufgenommen. Es zeigt (v.l.n.r): Fritz Kleikamp (Bruder von Gustav Kleikamp), die Mutter von Fritz und Gustav Kleikamp, Adelheid Kleikamp geb. Wenzel (Tochter von Onkel Otto) und Gustav Kleikamp (Ehemann von Adelheid Wenzel).

Nach dem Aussehen der Dargestellten möchte man meinen, daß es nicht die erste Flasche hiervon war:

Leider kann ich das Etikett nicht richtig lesen, es scheint “Voester Jesuiten[…]” oder ähnlich zu lauten.

Abgelegt unter: Familienforschung Röhling, Politik
Posted By: Markus

Gesucht: Adolf Wenzel

Sonnabend, 6. September 2008 4:11 pm

Hier noch ein Urgroßonkel, dessen Verbleib ungeklärt ist:

Es handelt sich um Heinrich Adolf Wenzel, den 1843/44 in Crossen an der Oder geborenen Bruder meiner Urgroßmutter Adelheid Wenzel. Er ist zwischen 1879 und 1896 unter verschiedenen Berufsbezeichnungen (Eisenbahn-Kalkulator, pensionierter Eisenbahn-Büro-Assistent, Versicherungs Beamter, etc.) mehrfach in den Berliner Adreßbüchern erwähnt. Auch andere Quellen weisen ihn zwischen 1878 und 1894 in Berlin nach.

Nach der letzten Nennung im Adreßbuch unter der Adresse Kreuzbergstr. 46 III. verliert sich die Spur von Adolf Wenzel. Beim Tod seines Bruders Emil (17. Februar 1921) war er jedenfalls schon verstorben.

Abgelegt unter: Berlin, Familienforschung Röhling
Posted By: Markus

Mehr aus der alten Schachtel

Freitag, 5. September 2008 8:20 am

Vor einiger Zeit habe ich über eine alte Schachtel mit Bildern und Familiendokumenten berichtet, die ich von einer Verwandten erhielt. Leider sind nicht alle Bilder eindeutig bezeichnet. Nachdem ich bisher nur Ausschnitte der fraglichen Bilder ohne Kontext gezeigt habe (und nach zweimaligem Hinweis auch ein paar Reaktionen per Kommentar und e-mail bekommen habe), hier noch einmal die vollständigen Informationen.

Das eine Bild war zusammengeheftet mit dem eines Herrn:

Dabei befand sich der folgende Zettel:

Das andere Bild befand sich einzeln in der Schachtel:

Die Rückseiten der Bilder zeigen, daß nicht die beiden zusammengehefteten Bilder zusammengehören, sondern der Herr zu der anderen Dame gehört. Bei den beiden Bildern aus dem Atelier Schwartz sind außerdem die Angaben zu den abgebildeten Personen unsinnig.

Denn weder zu Zeiten von Hans noch von Renatus Wenzel gab es photographische Porträts. Die beiden Personen kämen nur dann in Frage, wenn es sich um die Reproduktion eines Gemäldes oder einer Zeichnung handelte. Das aber ist ganz offensichtlich nicht der Fall. Und eine Wenzel geb. Meunier(?) ist mir bei meinen Forschungen bisher nicht begegnet. Die Urgroßmutter Wenzel von Helmut Kleikamp (1901–1985), von dem die Beschriftung auf der Rückseite stammt, war vielmehr eine geborene Billeau.

Der Ort Rahnwerder ist im übrigen keineswegs unbekannt, er liegt im Kreis Saatzig in Pommern (vor 1815 im Kreis Arnswalde).

Zu den auf den Rückseite genannten Ateliers läßt sich den Berliner Adreßbüchern das Folgende entnehmen (überprüft wurden die Jahrgänge 1850–1868, 1870–1891 und 1892–1900):

Ein Atelier Schwartz in der Friedrichstr. 185 an der Ecke Friedrichstraße/ Mohrenstraße läßt sich im Zeitraum 1853–1871 nachweisen (1853–1861 Schwarz u. Zschille, 1862 Schwartz und Cohn, 1863–1867 Schwartz u. Co., 1868–1871 Schwartz u. Comp.), seit 1858 als Hofphotograph. Die beiden Aufnahmen dieses Ateliers müßten demnach im Zeitraum 1857–1871 (wenn die Abkürzungen “Co.” und “Comp.” wie im Adreßbuch verwandt wurden: 1867–1871) entstanden sein.

Ein Atelier Grundner in der Potsdamer Str. 111 ist von 1877 bis mindestens 1900 nachweisbar (1877–1879 und 1885–1889 als P. Grundner, sonst als A(lb). Grundner (1884 fehlt es, wohl versehentlich, ganz)).

Die Rubrik “Photographen” (ab 1873 “Photographische Ateliers”) erscheint übrigens zum ersten Male im Jahre 1852 im Berliner Adreßbuch.

Bei dem im letzten Beitrag abgebildeten Herrn handelt es sich um meinen Ururgroßonkel Johann Franz Billeau (* in Arnswalde am 19. Februar 1815, + in London (Whitechapel) am 2. Oktober 1872):

Ich erhielt einen Abzug des Bildes vor einigen Jahren von einer in Devonshire lebenden Urenkelin.

Meines Erachtens besteht eine Ähnlichkeit zwischen Johann Franz Billeau und der einzelnen Dame, und zwar aufgrund der Nase und der Falte zwischen Nase und Backe. Man stelle sich einmal vor, der Herr wäre etwas schlanker und beide hielten den Kopf gleich (die Dame neigt auf dem Bild den Kopf etwas nach unten, der Herr hält das Kinn nach oben). Aber auch wenn sich eine Ähnlichkeit erkennen läßt, heißt das natürlich nicht, daß die beiden Bruder und Schwester sind.

Sicher ist aber meines Erachtens, daß es sich bei den beiden Frauenbildnissen nicht um dieselbe Person handelt.

Meine vorläufige Folgerung wäre:

Wenn es sich bei dem Herrn um einen Wenzel handelt, dann kommen nur Eugen Wenzel (1803–1866) und sein Bruder Armin Wenzel (1813–1894) in Frage. Wenn es sich bei dem Bild des Photographen Grundner wie angeben um Emilie Wenzel geb. Billeau handelt (die übrigens von 1816 bis 1892 lebte, nicht, wie auf der Rückseite steht, bis 1889) und die Bilder des Photographen Schwartz ein Paar darstellen, dann kann der Herr nur Armin Wenzel sein. Die andere Dame müßte dann Johanna Friederike Marie Wenzel geb. Schwartz (1820–1879) sein.

Armin Wenzel war übrigens Kreisphysikus in Arnswalde und zog 1868/69 nach Berlin.

Abgelegt unter: Berlin, Familienforschung Röhling
Posted By: Markus
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