La gare des aïeux

Ein Netztagebuch zu Familienforschung, Verkehr und allem anderen

Robert Meier

Mittwoch, 31. Januar 2007 11:00 am

Schon wieder ist ein Teilnehmer des ersten Weltkriegs verstorben, diesmal ein deutscher, Robert Meier. Damit gibt es nach der englischen Wikipedia noch sechs lebende deutsche Teilnehmer, im Vergleich zu acht zu Jahresbeginn.

Wenn man den Artikel “Derniers poilus” der französischen Wikipedia nimmt, so hat sich die Zahl der lebenden französischen Weltkriegsteilnehmer in den letzten fünf Jahren jeweils etwa halbiert.

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Behängungsgrad

Mittwoch, 31. Januar 2007 8:45 am

Eigentlich ein hübsches Wort, aber viel zu unbekannt, sogar bei Beamten und Technikern. Der Berliner Senat hat ihm in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Hämmerling zu ein wenig mehr Popularität verholfen. Er verwendet darin u.a. die gelungene Formulierung:

“[D]ie Gesamtsumme der Nwkm ergibt sich aus der Umrechnung der Nzkm von Straßenbahn und U-Bahn über deren Behängungsgrade in Nwkm.” (Nwkm bedeutet übrigens “Nutzwagenkilometer”, Nzkm hingegen “Nutzzugkilometer”.)

Durch solche Formulierungen ist vielleicht nicht für jeden sogleich ersichtlich, worum es geht: Die BVG wird vom Land Berlin für eine Leistung bezahlt, die sie gar nicht erbringt. Der Senat findet das auch nicht weiter problematisch, denn schließlich habe er alles so genehmigt. Er habe ja auch keine zusätzlichen Gleise gelegt, auf denen die BVG fahren könne. Wohl wahr, aber wieso zahlt man dann nicht weniger an die BVG? Oder fordert von der BVG, auf den vorhandenen Gleisen mehr zu fahren?

Stattdessen hat die BVG die Verkehrsleistungen auf den bestehenden Strecken sogar noch gekürzt. Und verplempert lieber Millionen für die Entwicklung elektronischer Fahrscheine, die niemand braucht und haben will.

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Posted By: Markus

Digital und analog

Montag, 29. Januar 2007 5:48 pm

Vielleicht sollte ich einen Punkt aus meinem Eintrag vom 24. Januar 2007 noch einmal aufnehmen und präzisieren: Weder halte ich es für unmöglich, am Rechner Kunst zu produzieren, noch ist alles, was aus der Dunkelkammer kommt, Kunst(handwerk). Es geht jeweils darum, ob der Anwender weiß, was er macht, und ob er es überlegt macht. In dieser Hinsicht führt die Bildbearbeitung am Rechner ohne Wissen und Überlegung leichter zu einer (Selbst)täuschung, indem die Auswahl eines Bildbearbeitungsprozesses aus der Menuleiste bewirkt, daß ein Bild nach Kunst aussieht. Selbst wenn es welche werden sollte (aber wieso eigentlich?), dann liegt in einem solchen Fall der künstlerische Prozeß wohl eher beim Programmierer, nicht beim Anwender. Wobei dann noch die Frage entsteht, ob ein Prozeß, der jeweils ohne Rücksicht auf das individuelle Bild angewandt wird, Kunst sein kann. Wohl nicht. Denn das entspricht ja dem bloßen Eintauchen eines Photopapiers in Entwickler, Stoppbad und Fixierer. Also Handwerk. Womöglich ist ja Photographie sowieso nie mehr als Handwerk? Oder entsteht die Kunst recht eigentlich beim Drücken auf den Auslöser und nicht bei der Weiterverarbeitung des Bildes?

Dieses Thema ist aber für einen kurzen Eintrag wahrscheinlich zu anspruchsvoll, und bevor ich noch auf die Idee komme, daß auch Malerei nur Handwerk ist, mache ich lieber Schluß. Und plansche bald wieder recht handwerklich in der Dunkelkammer.

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Aus deutschen Amtsstuben (X)

Donnerstag, 25. Januar 2007 11:47 am

Aus einem mir unerklärlichen Grund führen Todesfälle oft zu langwierigen und verbissenen Erbstreitigkeiten. Vielleicht ist es so, daß im Beziehungsgeflecht zwischen den Verwandten plötzlich ein Bezugspunkt fehlt und sich dann die ganzen aufgestauten Beziehungskonflikte explosionsartig entladen.

Aus der Distanz und im Nachhinein betrachtet, entfalten die entsprechenden Nachlaßakten oft eine unfreiwillige Komik. Im Jahre 1986 schrieb ein Erbe, der ein Testament nicht anerkennen wollte, an ein Berliner Amtsgericht:

“[…] Die Verwandten [… (Schwester und Schwager des Erblassers)] sorgten sich um meinen Vater und um seine Angelegenheiten. Trotzdem mich die Leute von ‘klein’ kannten haben sie mich nicht einmal von dem Tod meines Vaters unterrichten können. Diese Nachricht erhielten wir von meinem Bruder […], als wie er sagte, er soeben benachrichtigt war. Sie werden bestimmt nicht wissen wollen, was wir darüber zu sagen hätten. […]”

Immerhin, ein einsichtiger Briefschreiber. Viel häufiger sind tatsächliche oder vermeintliche Erben, die dem Gericht ausführlich all das über die Miterben mitteilen, was es gar nicht wissen will. Noch problematischer wird es freilich dann, wenn in einem Testament seitenlang begründet wird, warum Personen, die gar nicht zum Kreis der gesetzlichen Erben gehören, nichts erben sollen, ansonsten im Testament aber keine juristisch verwertbaren Aussagen enthalten sind.

Abgelegt unter: Familienforschung allgemein
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Analog und digital

Mittwoch, 24. Januar 2007 10:40 am

Drei Tage waren jetzt Pause, ich glaube, die bisher längste seit Bestehen dieses blogs. Aber ich fühle mich schließlich in keiner Weise verpflichtet, regelmäßig etwas zu schreiben.

Grund für die Pause war u.a., daß ich so viel Zeit in der Dunkelkammer (= Badezimmer) verbracht habe. Einige der Ergebnisse gibt es vielleicht demnächst hier zu sehen (wenn ich sie ordentlich eingescannt bekomme). Beim Nachkaufen von Photopapier am Montag mußte ich allerdings zur Kenntnis nehmen, daß Forte, der Hersteller meines bevorzugten Photopapiers Fortezo Museum (auch unter Adox Museum und anderen Namen bekannt), den Betrieb eingestellt hat. Das war meines Wissens das letzte Photopapier, daß hierzulande wenigstens in drei Gradationen erhältlich war (Fomabrom gibt es theoretisch in vier Gradationen, aber praktisch eben nicht). Auch das dem Museum immerhin sehr ähnliche Polywarmtone wird mit der Schließung von Forte nicht mehr hergestellt, die Restbestände bei Fotoimpex sind schon sehr zusammengeschmolzen.

Was festgraduierte Photopapiere angeht, so bin ich wirklich pessimistisch, was deren zukünftige Verfügbarkeit angeht. Wahrscheinlich werden sie bald vom Markt verschwunden sein. Optimistisch bin ich aber bei den den gradationsvariablen Papieren. Immerhin sind die Qualitätsunterschiede zwischen festgraduierten und gradationsvariablen Papieren heutzutage sehr gering geworden und vielleicht wird sogar bald jemand wieder ein dem Polywarmtone ähnliches Papier (Warmton auf weißem Träger) herstellen. Schließlich hat die Schwarzweißphotographie auch schon das Aufkommen der Farbphotographie überstanden.

Mancher meiner Leser wird sich jetzt vielleicht wundern, daß jemand noch analog photographiert und dazu in Schwarzweiß. Warum eigentlich? Ein paar Gründe:

  • Analoge Schwarzweißphotographien sind bisher noch qualitativ besser als digitale, solange man nicht zehntausende von Euro für die Ausrüstung ausgibt.
  • Analoge Schwarzweißphotographien sind immer noch haltbarer als Ausdrucke von digitalen Bildern (für einen Historiker ein besonders wichtiger Gesichtspunkt, auch wenn es eigentlich auch ihm egal sein kann, ob in 500 Jahren noch jemand etwas auf dem Photo sieht oder nicht). Zudem sind die Negative mit beliebiger Hardware auch nach Jahrzehnten ohne ständige Datenpflege reproduzierbar.
  • Analoge Schwarzweißphotographie ist billiger als digitale Photographie (ich meine jetzt qualitativ hochwertige mit den entsprechenden Tinten und Papieren).
  • Ich verbringe sowieso schon viel zu viel Zeit vor dem Rechner und mache gerne auch einmal etwas Handwerkliches.
  • Das Arbeiten im Photolabor finde ich kreativer als das Nutzen eines Bildbearbeitungsprogrammes, das ich nicht selber geschrieben habe. Gut, das Photopapier habe ich ebensowenig selber gegossen wie den Entwickler aus einzelnen Chemikalien angesetzt. Aber dennoch: Ein Klavier baut man auch nicht selber, und trotzdem ist es etwas anderes, auf einem Klavier zu spielen, als an einem CD-Spieler Bässe und Höhen zu regulieren.
  • Digitalphotographien haben oft etwas “hartes” und unnatürliches, so ähnlich wie man es manchmal beim Vergleich zwischen analogen und digitalen Musikaufnahmen hört. Mit “unnatürlich” meine ich übrigens etwas anderes als “verfremdet”.

Ob das jetzt jemanden überzeugt, weiß ich nicht. Überzeugen können wahrscheinlich nur die Ergebnisse. Auf jeden Fall macht es mir Freude, in der Dunkelkammer herumzuplanschen und ab und zu mal ein gelungenes Bild in’s Album zu kleben oder an die Wand zu hängen.

Abgelegt unter: Dies und das, Photographie
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Familie Heßling (VII)

Sonnabend, 20. Januar 2007 9:55 pm

Über Paul Heßling, das siebte Kind von Johann August Gottfried Heßling und Maria Louise Löwe, ist wieder ein wenig mehr bekannt, als über die vorangegangenen Geschwister. Er wurde in Leipzig am 29. September 1844 geboren, war später dort Buchhändler und heiratete in Zwickau am 4. Oktober 1874 “Jgfr. Mathilde Otto, des Carl Friedrich Otto, Raths-Sportelkassierers in Zwickau ehel[ich] einzige Tochter, geboren in Wildenfels den 12. Februar 1844?. In Leipzig wurden dem Ehepaar vier Kinder geboren: Walter (* 22. September 1871), Martha (* 2. Juli 1873), Louise (* 28. April 1877) und Curt (* 25. Juni 1880). Die Familie verzog 1895 nach Dresden. Paul Heßling starb am 27. April 1905 in Grüna, Mathilde Heßling geb. Otto am 23. Mai 1933 in Leipzig. Dorthin war sie 1905 von Charlottenburg aus zurückgekehrt.

Walter Heßling wohnte 1914 als Architekt in Leipzig-Gohlis in der Lindenthalstr. 6, die Schwestern Martha und Louise mit ihrer Mutter in der Pfaffendorferstr. 11 in Leipzig. Walter lebte noch 1936 in Leipzig (Sidonienstr. 39). Es ist nicht bekannt, ob er verheiratet war. Martha Heßling verstarb unverheiratet am 7. März 1939 in Leipzig. Louise Heßling war ebenfalls unverheiratet und starb am 22. Dezember 1929 in Leipzig. Curt Heßling kehrte 1904 von Berlin nach Leipzig zurück, nachdem er vorher in Charlottenburg, Freiburg im Breisgau und Dresden ansässig gewesen war. In Dresden ist er 1903 als Musikalienhandlungsgehilfe und Pianist nachgewiesen.

Abgelegt unter: Dies und das, Familienforschung Röhling
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Neue Meldung vom BND

Donnerstag, 18. Januar 2007 4:13 pm

Vor einer Woche, am 11. Januar, habe ich hier über den BND-Baustellenverkehr berichtet. Am 12. Januar habe ich mir dann die Baustellenausfahrt und das Abbiegeverhalten der LKW genauer angeguckt und ein paar Photos gemacht. Dies veranlaßte die an der Ausfahrt stehenden Beamten der Bundespolizei, wild zu rufen und zu gestikulieren, zu mir gekommen sind sie allerdings nicht.

Eine Minuten später näherten sich dann aber zwei Herren in Zivil, die sich freundlich erkundigten, was ich denn da machte, und versuchten mir zu suggerieren (explizit haben sie es natürlich nicht gesagt), daß ich da nicht stehen und die LKW photographieren dürfe. Ich wies sie darauf hin, daß ich mich auf öffentlichem Straßengelände befände und es in Deutschland die Panoramafreiheit gäbe. Die Herren unterhielten sich ein Weilchen mit mir und anschließend fuhr ich weiter zum Einkaufen.

Ich erfuhr von ihnen u.a., daß allen LKW-Fahrern bekannt sei, daß sie den Aushub nicht Richtung Süden abtransportieren dürften, es aber trotzdem täten. Sie seien dafür ebensowenig zuständig wie die Bundespolizei, die bei Ein- und Ausfahrt die LKW kontrolliert und deren Zuständigkeit sich nur auf das Gelände erstrecke. Für das was auf der Straße geschähe, sei die normale Polizei zuständig. Die hätte da auch schon einmal eine Weile gestanden, die LKW-Fahrer seien aber weiterhin nach rechts abgebogen.

Da fragt man sich, wozu wir eigentlich eine Polizei haben. Offenbar nur, um unbescholtene Bürger auf der Straße zu belästigen.

Ob die Herren sich auch mit dem Journalisten unterhalten haben, der ein Photo von ebenderselben Baustellenausfahrt auf S. 2 der Nr. 3 der Berliner Woche vom 17. Januar 2007 für Mitte veröffentlicht hat?

Beobachtungen vom gestrigen und heutigen Tage zeigen übrigens, daß nur noch verzeinzelte LKW den Aushub durch die Wendeschleife Schwartzkopffstraße/ Pflugstraße/ Wöhlerstraße transportieren. Die meisten LKW biegen jetzt anscheinend aus der Baustelle kommend direkt rechts ab, wenn sie den Aushub in Richtung Süden abtransportieren.

Abgelegt unter: Berlin, Politik, Verkehr
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Der Siebenjährige Krieg (I)

Mittwoch, 17. Januar 2007 11:01 pm

Sehr unauffällig jährte sich im letzten Jahre zum 250sten Male der Beginn des Siebenjährigen Krieges. Eigentlich erstaunlich bei seiner Bedeutung für die preußische und deutsche Geschichte. Ich werde versuchen, in den kommenden sieben Jahren in meinem Netztagebuch die wichtigen Ereignisse dieses Krieges jeweils an ihrem 250sten Jahrestag zu rekapitulieren. Viel ist zum Glück noch nicht verpaßt, da das Jahr 1756 weitgehend ereignislos verlief, v.a. in militärischer Hinsicht.

Heute vor 250 Jahren wurde jedenfalls der Reichskrieg gegen Preußen erklärt. Wie war es dazu gekommen? Militärgeschichte ist meine schwache Seite und als Übung werde ich versuchen, die Vorgeschichte des Siebenjährigen Krieges kurz zusammenzufassen.

In den ersten beiden Schlesischen Kriegen (1740–1742 und 1744–1745) hatte Friedrich der Große Schlesien erobert und den neuen Besitz verteidigt. Es war aber weiterhin das Ziel Österreichs, Schlesien zurückzugewinnen. Im Jahre 1756 gelang es der österreichischen Diplomatie unter dem Grafen Kaunitz, in einem Renversement des alliances Frankreich als Verbündeten zu gewinnen und aus dem Bündnis mit Preußen zu lösen. Außerdem schloß Österreich einen Pakt mit Rußland. Preußen hingegen hatte am 16. Januar 1756 mit England, das damals mit Hannover in Personalunion verbunden war, die Konvention von Westminster geschlossen.

In Europa standen sich nun Österreich, Frankreich, Rußland auf der einen Seite und auf der anderen Seite Preußen und England gegenüber. England und Frankreich waren zudem in Amerika und Indien in einen Konflikt um die koloniale Vorherrschaft verwickelt.

Um einem drohenden Angriff zuvorzukommen, fiel Friedrich am 29. August 1756 in dem mit Österreich sympathisierenden Sachsen ein, mit dem Ziel, bis Prag vorzustoßen und dort eine feste Position zu gewinnen, die Österreich zur Aufgabe seiner Pläne zwingen sollte. Die preußische Armee machte in Sachsen rasche Fortschritte und konnte in der Schlacht bei Lobositz am 1. Oktober 1756 eine Vereinigung der österreichischen und der sächsischen Armee verhindern. Die Sachsen kapitulierten daraufhin am 16. Oktober 1756 bei Pirna.

Da Friedrich mit dem Einmarsch in Sachsen Landfriedensbruch begangen hatte, beschloß der Reichstag in Regensburg dann am 17. Januar 1757 die Reichsexekution gegen Preußen.

Abgelegt unter: Dies und das, Brandenburg, Pommern, Familienforschung allgemein
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René Riffaud

Dienstag, 16. Januar 2007 11:13 pm

Wohl kaum einem meiner Leser wird der Name René Riffaud etwas sagen, aber es handelt sich um den viertletzten lebenden französischen Teilnehmer des Ersten Weltkrieges, der heute verstorben ist. Laut Wikipedia gibt es noch sechs lebende deutsche Teilnehmer. Ebenfalls laut Wikipedia gibt es noch drei lebende kanadische Kriegsteilnehmer, von denen der letzte ein Staatsbegräbnis erhalten soll.

Dieser Parlamentsbeschluß wurde übrigens durch eine online-Petition veranlaßt. Sollte man das auch in Deutschland versuchen, wo es die Einrichtung der online-Petition inzwischen ebenfalls gibt? Immerhin bedeutet das Aussterben dieser Generation einen wichtigen Einschnitt. Ich kann mich noch daran erinnern, daß mein Vater in den siebziger Jahren nach Kurbesuchen in Wildbad häufig von Verwundeten des Ersten Weltkrieges sprach, die ihm dort begegnet waren. Heute sind sie eine absolute Rarität und wohl kaum noch in einem Kurort anzutreffen. Irgendwann wird dann auch noch die letzte Witwe eines Veteranen des Ersten Weltkriegs sterben und am Ende wird er der Gegenwart so fern sein wie der Dreißigjährige oder der Siebenjährige Krieg.

Allerdings: Die letzte Witwe eines Teilnehmers des amerikanischen Bürgerkrieges, Alberta Martin, starb erst 2004 (zur Erinnerung: dieser Krieg dauerte von 1861–1865). Später gab es dann Meldungen, daß Alberta Martin gar nicht die letzte Witwe eines Bürgerkriegsteilnehmers war, sondern Maudie Celia Hopkins geb. Acklin, die anscheinend immer noch lebt. Diese Verbindung in die Vergangenheit bleibt aber wohl eher symbolisch, denn gesprochen hat sie mit ihrem Mann nie über den Bürgerkrieg.

Ein Interview anläßlich des 11. November 2005 mit Ferdinand Gilson, einem anderen uralten “poilu”, der am 25. Februar 2006 im Alter von 107 Jahren verstarb, kann man hier anhören.

Abgelegt unter: Dies und das, Familienforschung allgemein, Politik
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Aus deutschen Amtsstuben (IX)

Sonnabend, 13. Januar 2007 5:45 pm

Im Jahre 1989 richtete ich ein Schreiben an das Pfarramt in Eythra und bat um Abschrift des Heiratseintrages von Johann August Gottfried Heßling und Maria Louise Löwe aus dem Jahre 1836. Wie man auf dem folgenden Bild sehen kann, kam der Brief zurück mit dem Vermerk “Abgereist (ohne Angabe der Adresse)”.

Auf den ersten Blick mag das ein wenig abstrus wirken. Aber was hätte der Postbote auch anderes ankreuzen sollen? Denn der Ort Eythra war, was ich damals nicht wußte, im Zuge des Braunkohlentagebaues abgebaggert worden. Auch wenn Pfarrämter nicht reisen, ist die Mitteilung “abgereist” immer noch die treffenste. Denn “unbekannt”, “Annahme verweigert”, “verstorben” oder “ungenügende Anschrift” wäre mindestens ebenso falsch gewesen.

Abgelegt unter: Familienforschung Röhling
Posted By: Markus
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