La gare des aïeux

Ein Netztagebuch zu Familienforschung, Verkehr und allem anderen

Onkel Albert (II)

Freitag, 30. März 2007 2:41 pm

Mittlerweile konnte ich durch die Hilfe zweier befreundeter Familienforscher in den USA und Kanada noch mehr über Onkel Albert herausbekommen. Bei der zum Tode führenden Krankheit handelte es sich um ein

“Carcinoma of left sphenoid bone extending to pituitary [gland] body, optic nerve and nasopharynx.”

Weiterhin liegt mir inzwischen die Todesanzeige (obituary) von Elsa Gilbert geb. Roehling vor. Es heißt darin:

“Gilbert, Elsa R., widow of Emile Gilbert, survived by cousins Madeline D. Nielsen and Nancy M. Bennett. Born October 2, 1901 — September 19, 1977. Employee of U[niversity of] C[alifornia] L[os] A[ngeles] for 45 years.

Memorial Mass Wednesday, September 28 at 11 a.m. in St. Timothy’s Church, 10245 W. Ico Bl.”

Kinder hatte Elsa Gilbert also offenbar nicht, aber zwei Cousinen (Cousine kann nach amerikanischem Sprachgebrauch auch die Tochter eines Vetters oder einer Cousine sein (cousin once removed)). Die gegenwärtige Anschrift von Nancy Bennett liegt mir vor und ich habe Ihr auch schon vor ein paar Tagen einen Brief geschrieben. Es handelt sich zwar bei ihr um eine Cousine von der mütterlichen Seite Baer (also keine Verwandte von mir selber), aber ich hoffe, ich kann von Ihr etwas über Elsa und Albert Roehling erfahren.

Abgelegt unter: Familienforschung Röhling
Posted By: Markus

Die Deutsche Bahn “informiert” (II)

Donnerstag, 29. März 2007 4:47 pm

Laut vorhin erhaltener Auskunft des Info-Punkts am Berliner Hauptbahnhof fuhr der ICE 1002 heute mit 14 Minuten Verspätung, also um 6.22 Uhr, von Spandau ab. Er erreichte Hamburg Hbf mit 8 Minuten Verspätung. Die Fahrzeit vom Lehrter Bahnhof nach Spandau beträgt mit der S-Bahn 27 Minuten, vom Lehrter Bahnhof nach Gesundbrunnen 12 bis 13 Minuten. Dazu kommen noch die wesentlich schnelleren RE-Züge. Es wäre also durchaus möglich gewesen, den ICE 1002 in Gesundbrunnen oder Spandau zu erreichen, wenn er dort noch wenige Minuten länger gewartet hätte. Allerdings funktioniert das nur, wenn man die Fahrgäste entsprechend informiert.

Unterdessen brüstet sich Herr Mehdorn weiter mit seiner verfehlten Bahnpolitik. Aber dazu ist eigentlich hier schon alles gesagt.

Abgelegt unter: Politik, Verkehr
Posted By: Markus

Die Deutsche Bahn “informiert” (I)

Donnerstag, 29. März 2007 2:57 pm

Heute werde ich vermutlich mit mindestens 1 Stunde und 8 Minuten Verspätung in Hamburg Hbf eintreffen. Grund ist nicht etwa eine Bombendrohung, obwohl der folgende Zettel dies vermuten läßt:

Vielmehr ist es das Unvermögen der Deutschen Bahn, ihre Fahrgäste zu informieren.

Als ich den Lehrter Bahnhof (Hauptbahnhof) heute morgen gegen 5.50 Uhr betrat und einen Blick auf die Abfahrtstafel warf, fiel mir als erstes auf, daß mehrere Züge bis zu 60 Minuten verspätet waren. Wie immer neugierig, erkundigte ich mich nach dem Grund, und erfuhr, daß der Bahnhof zwei Stunden wegen einer Bombendrohung gesperrt gewesen und erst vor kurzem wieder geöffnet worden sei.

Da aber für meinen Zug um 5.59 Uhr nach Hamburg keine Verspätung angekündigt war, begab ich mich guten Mutes zu Gleis 8, wo der Zug abfahren sollte. Einige Minuten vor der Abfahrt verschwand mein Zug plötzlich von der Anzeige und stattdessen wurde der ICE Sprinter um 6.09 Uhr nach Frankfurt am Main angekündigt. Eine Durchsage erfolgte erfolgte erst um 6.00. Es wurde kurz und bündig erklärt, daß der Zug nach Hamburg heute ab Gesundbrunnen führe. Ein Hinweis, ob und wie man sich am besten nach Gesundbrunnen begäbe oder ob es vielleicht besser sei, nach Spandau zu fahren, erfolgte nicht.

Ich begab mich daraufhin zu einem Herrn mit roter Mütze einen Stock höher. Der hörte allerdings von mir zum ersten Mal, daß der Zug nicht führe. Also weiter in die Eingangshalle. Dort standen noch einige Damen und Herren mit roter Mütze, die allerdings auch nichts wußten, aber versprachen, sich weiter zu informieren.

Die Menschenansammlung in der Vorhalle wuchs weiter an und die Menschen mit roter Mütze begannen, hilflos in der Gegend herumzutelephonieren. Sie konnten allerdings während der nächsten 10 Minuten keinerlei Informationen beschaffen. Gegen 6.15 hieß es dann lapidar, der Zug nach Hamburg sei weg, der nächste führe um 7.22 Uhr. Einige Minuten später wurden dann die Fahrgäste nach Frankfurt am Main informiert, daß ihr Zug weg sei (ebenfalls von Gesundbrunnen). Zwischendurch erfolgten auch noch Durchsagen in der Vorhalle, diese waren jedoch auf Grund der schlechten Akustik und des in der Vorhalle herrschenden Lärmes vollkommen unverständlich. Die Ansagen (zumindest die auf den Bahnsteigen) kommen nach Angaben eines der rotbemützten Herrn übrigens aus Spandau.

Bevor jetzt jemand meint, die Deutsche Bahn könne doch gar nichts dafür, weil es um eine Bombendrohung geht, dem sei gesagt:

  1. Es ist bekannt, daß der Hauptbahnhof für Vollsperrung aufgrund von Wind oder Bombendrohungen sehr anfällig ist. Es kann daher erwartet werden, daß die Bahn für solche Fälle Notfallpläne in der Schublade liegen hat.
  2. Die Bombendrohung dauerte schon längere Zeit an. Es bestand daher genügend Vorwarnzeit, um laufend die Umleitungen und Fahrplanänderungen zu planen.
  3. Es bestand auch genügend Zeit, die Fahrgäste zu informieren. Wenn um 5.55 die Anzeige geändert wird, wieso wird dann erst um 6.00 eine Durchsage gemacht? Warum werden in der Durchsage keinerlei Angaben gemacht, ob und wie der Zug noch in Spandau oder Gesundbrunnen zu erreichen sei? Die Entscheidung, den Zug umzuleiten, muß übrigens schon längst vorher gefallen sein. Sonst hätte sich der Zug um 5.50 nicht irgendwo zwischen Rummelsburg und Gesundbrunnen, sondern am Südkreuz (Papestraße) befinden müssen. Er hätte dann zwar immer noch auf dem Weg nach Hamburg am Lehrter Bahnhof Kopf machen können. Ob dies geplant war, kann ich nicht beurteilen, aber selbst wenn, dürfte spätestens um 5.50 Uhr die Entscheidung gefallen sein, dies nicht zu tun.
  4. Warum wurden nicht alle Fahrgäste Richtung Hamburg, Köln, Hannover oder Frankfurt vorsorglich aufgefordert, sich per Bus, U-Bahn oder mit der S-Bahn (sobald diese wieder fuhr) nach Spandau zu begeben, und dort einen Halt auch für jene Züge eingelegt, die dort normalerweise nicht halten? Die Fahrgäste hätten auf diese Weise auf jeden Fall den nächsten Zug in ihre Richtung erwischt. Unter den orientierungslosen Fahrgästen befanden sich übrigens auch solche, die aus Richtung Zoo zum Hauptbahnhof gekommen waren. Diese hätten sich also von Zoo direkt nach Spandau begeben können, wenn sie denn entsprechend informiert worden wären.
  5. Warum werden die Fahrgäste und das Personal auf dem Hauptbahnhof nicht automatisch von der Betriebsleitung informiert? Warum müssen sie erst telephonieren? Warum werden den Mitarbeitern auf den Bahnhöfen heutzutage kaum noch Informationen über den Betriebsablauf bei der Bahn vermittelt, damit sie selbständig in der Lage sind, Fahrgästen Ratschläge zu geben?

Allmählich wird man von einer gewissen Reichsbahn-Nostalgie befallen. Dort waren die Züge zwar auch chronisch verspätet, aber man wurde wenigstens informiert, wann und mit welchen Zügen man sich wohin begeben müsse, um doch noch am Ziel anzukommen (aus dieser Zeit sind mir besonders die Bahnhofsnamen Großkorbetha und Großheringen im Gedächtnis). Aber immerhin, dank Herrn Mehdorn dürfte das Netz in ein paar Jahren derart heruntergewirtschaftet sein, daß sein Zustand dem in sozialistischen Zeiten ähnelt.

Ich fürchte, ich brauche wirklich einen neuen Laptop-Rechner. Der, auf dem ich dies schreibe, ich nicht nur recht groß und langsam (das wäre zu verschmerzen), sondern er besitzt auch keinen Akku mehr (der alte war kaputt und ein neuer im Verhältnis zum Restwert des Rechners viel zu teuer). Das ist einerseits recht lästig, weil im Zug immer mal kurzzeitig der Strom ausfällt (angeblich liegt es daran, daß an bestimmten Stellen der Oberleitung der Stromabnehmer eingezogen werden muß), andererseits hindert es einen daran, seinen Ärger über die Unfähigkeit der Bahn während des Wartens auf dem Bahnsteig aufzuschreiben.

Eben höre ich gerade noch, wie hinter mir jemand telephoniert und erzählt, daß sie mit der S-Bahn nach Gesundbrunnen gefahren sei, und ihr dort erklärt worden sei, daß der Zug schon weg sei.

(Dieser Text ist im ICE 1518 geschrieben und wurde etwa 10 vor neun kurz vor Hamburg beendet. Vermutlich werde ich ihn erst im Laufe des Tages oder abends in’s blog stellen können.)

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Posted By: Markus

Onkel Otto und seine Sekretärin

Sonnabend, 24. März 2007 1:47 pm

Onkel Otto Wenzel scheint eine gewisse Faszination auf jüngere Frauen ausgeübt zu haben (bzw. umgekehrt), soweit man dies aus zwei bekannten Fällen folgern kann.

Als er am 26. Oktober 1878 das erste Mal heiratete, war er 37 Jahre alt, seine Braut Ida Anna Clara Kruse (* in Berlin am 5. Juli 1859 und Tochter des Schankwirts und Restaurateurs Johann Karl Friedrich Ernst Kruse und der Friedrike Henriette Schwan) war 19 Jahre alt. Das erste Kind aus dieser Ehe, die Tochter Adelheid (später verehelichte Kleikamp, Tanke und Marks, * in Berlin am 7. Januar 1879, + in Berlin-Friedenau am 22. Januar 1956), wurde bereits 2 1/2 Monate nach der Eheschließung geboren. Später folgten noch der Sohn Paul (* in Berlin am 13. März 1880, + in Köln-Klettenberg am 31. Oktober 1957) und die Tochter Lotte (später verehelichte Schütte, * in Berlin am 11. Oktober 1888, + vor 1971). Ida Anna Clara Wenzel geb. Cruse starb am 3. November 1909 in Friedenau.

Ein gutes halbes Jahr später, am 14. Juni 1910, heiratete Otto Wenzel ein zweites Mal, und zwar die Johanna Marie Roggenbau, * in Warschau am 8. April 1874 und Tochter des Otto Roggenbau und der Marie Brendel. Er war zu diesem Zeitpunkt 69 Jahre alt, sie 36. Die Beziehung der beiden geht allerdings schon auf frühere Zeiten zurück, denn mit der Eheschließung wurden auch zwei uneheliche Kinder legitimiert.

Der Sohn Kurt Heinrich Wenzel wurde am 28. Mai 1900 in Weimar geboren, als Onkel Otto 59 Jahre alt war und Johanna Marie Roggenbau 26 Jahre. Am 30. September 1902 wurde in Berlin-Wilmersdorf noch eine Tochter Johanna Gertrud Wenzel geboren. Als Beruf der Mutter wird in den Vormundschaftregistern des Amtsgerichtes Charlottenburg “Sekretärin” angegeben. Man wird wahrscheinlich nicht ganz falsch gehen, wenn man vermutet, daß es sich dabei um Onkel Ottos Sekretärin handelte oder daß sie zumindest bei der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie angestellt war.

Leider ist es mir bisher nicht gelungen, lebende Nachfahren von Kurt oder Gertrud Wenzel aufzufinden.

Kurt Heinrich Wenzel wurde Chemiker. Er studierte in Kiel und Jena und promovierte in Jena im Juli 1922 mit magna cum laude “Über die Oxydation dreiwertiger Phenole zu Huminsäuren”. Anschließend arbeitete er bei der Agfa, bevor er 1925 einige Monate als Vorlesungsassistent in Jena tätig war. Anschließend unternahm aus unbekannten Gründen Reisen nach Skandinavien, Bulgarien, in die Türkei, nach Kleinasien, Persien, Rußland und Finnland sowie nach Italien, Spanien und Frankreich. Ab 1927 war er bei der IG Farben in Ludwigshafen beschäftigt. Im April 1932 plante er nach Ostasien zu reisen und hielt sich in der Tat am 28. November 1932 in Tokio auf, nachdem er einige Zeit in der Mandschurei gewesen war. Am 11. April 1933 war er bei Dupont in Schanghai tätig. 1950/51 hielt er sich in Manila auf den Philippinen auf. Er starb im Februar 1973 in “Europa”.

Am 5. April 1928 hatte Kurt Wenzel in Oppau Anneliese (Anna Elisabeth) Kossuth geheiratet, * in Eisleben am 26. Juli 1898 und Tochter des Bergwerksdirektors Hieronymus Kossuth. Diese hatte in Bonn und Jena Mathematik und Chemie studiert, bevor sie in Jena am 19. Oktober 1922 mit magna cum laude über das Thema “Zur Kenntnis der Mutarotation der Zucker” promovierte. Seit 1923 arbeitete sie bei der BASF in Ludwigshafen. 1929 trat sie aus der inzwischen gebildeten IG Farben aus.

Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor: Suse Ursula Wenzel, * in Ludwigshafen am 14. Februar 1930, und Gertrud Wenzel, * in Ludwigshafen am 25. August 1932. Im April 1932 war Anneliese Wenzel von Ludwigshafen nach Heidelberg in die Panoramastr. 77 gezogen, am 18. Mai 1933 meldete sie sich nach Schanghai ab. Die letzte gesicherte Nachricht von ihr stammt aus dem Jahre 1950/51, als sie mit den beiden Töchtern vom 15. August 1950 bis zum September 1951 in der Quinckestr. 64 in Heidelberg wohnhaft war. Sie kam aus Landenberg in den USA und meldete sich auch wieder in die USA ab.

Johanna Gertrud Wenzel, das zweite Kind von Otto Wenzel und Johanna Marie Roggenbau, scheint unverheiratet geblieben zu sein und starb vermutlich am 30. April 1988 in den USA (letzte Anschrift in Hastings in Hudson, Westchester, NY). 1954 war sie in Santiago de Chile wohnhaft gewesen (Avenida Echenique 434).

Was aus Johann Marie Wenzel geb. Roggenbau geworden ist, weiß ich bisher nicht. Sie scheint nach der Hochzeit nicht mit Onkel Otto zusammengelebt zu haben, jedenfalls finden sich im Berliner Adreßbuch zum Teil unterschiedliche Anschriften der beiden und 1915 ist sie mit dem Sohn Kurt und wahrscheinlich auch der Tochter Gertrud nach Wismar verzogen, während ihr Mann weiterhin in Berlin wohnte.

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Posted By: Markus

Onkel Albert (I)

Mittwoch, 21. März 2007 9:39 pm

Onkel Albert war ein Bruder meines Großvaters Ernst Röhling. Die beiden kann man auf dem nachfolgenden Bild sehen, das etwa 1876 aufgenommen wurde. Es ist übrigens das einzige Bild von Onkel Albert, das ich besitze.

Onkel Albert Röhling

Der ältere (links) ist Onkel Albert, der am 7. August 1870 als Albert Erdmuth August Röhling in Schönfeld bei Crossen an der Oder geboren wurde. Seine Eltern (und meine Urgroßeltern) waren Albert Röhling, zu der Zeit Wirthschafts-Administrator in Schönfeld, und dessen Ehefrau Adelheid Röhling geb. Wenzel. Kurze Zeit später pachtete der Vater die fürstlich hohenzollern-sigmaringische Domäne Wasserhof in Sternberg in der Neumark. Dort wurden noch zwei Geschwister geboren, nämlich am 13. Mai 1872 mein Großvater Ernst und am 29. April 1873 Tante Frieda, später verehelichte Plass. Im Alter von 32 Jahren starb am 25. Dezember 1874 in Sternberg die Mutter Adelheid geb. Wenzel an Schwindsucht.

Die Pachtung des Gutes Wasserhof hatte von Anfang an unter keinem guten Stern gestanden, da Milzbrand im Viehbestand vorhanden war. Einige Mißernten kamen hinzu und schließlich mußte der Vater Albert Röhling im Jahre 1881 Konkurs anmelden. Viele Details über die Pachtung sind bekannt, doch hier geht es ja um den Sohn, nicht den Vater.

Bis zum Konkurs des Vaters dürfte Albert Röhling in Wasserhof gelebt haben. Auf dem Gut lebten neben Vater und Geschwistern zumindest zeitweilig auch die Großmutter Adelheid Wenzel geb. Billeau und eine Schwester der Mutter. Vormund war nach dem Tode der Mutter der in Berlin wohnende Onkel Otto Wenzel geworden. Was nach dem Konkurs aus dem jungen Albert Röhling wurde, ist unbekannt. Möglicherweise wuchs er wie sein Bruder Ernst bei Otto Wenzel auf, es ist aber auch denkbar, daß er zu anderen Verwandten kam. Der Vater heiratete am in Falkenhain bei Wurzen am 4. September 1884 erneut, und zwar seine Cousine Lucy Heßling. Zu dieser Zeit hatte er wieder ein Gut gepachtet, das Vorwerk Wilhelmswalde, daß zum Rittergut Auer im Kreis Mohrungen in Ostpreußen gehörte. Ab 1889 bis zu seinem Tode im Jahre 1908 wohnte er dann in Kötzschenbroda bzw. Naundorf, beide nördlich von Dresden an der Elbe gelegen.

Die nächste gesicherte Nachricht über Onkel Albert stammt erst aus dem Jahr 1897, als er in am 4. Oktober in New York Christiana (Christina) Dorothea (Dora, Dorothy) Margaretha Bär (Baer) heiratete, die am 9. Mai 1871 in Marktbreit in Unterfranken geboren war. Zum Zeitpunkt der Eheschließung wohnte der Bräutigam 212 E 11 Street und die Braut 332 E 14 Street. Auch aus dem weiteren Leben sind nur wenige Daten bekannt. Am 2. Oktober 1901 wurde die Tochter Elsa in New York geboren (wobei sich New York u.U. auf den Staat bezieht, nicht auf die Stadt). Nach der Erinnerung meines Vaters war diese Tochter adoptiert. Später verzog Albert Röhling mit seiner Familie nach Pittsburgh in Pennsylvanien, wo er bereits im Alter von 45 Jahren am 11. November 1915 starb. Beim Tod wohnte er 2909 Bedford Avenue. In den Adreßbüchern von Pittsburgh finden wir ihn unter dieser Adresse in den Jahren 1913 und 1914 (1914 auch unter der Geschäftsanschrift(?) 200 Barbeau). Als Beruf ist bookkeeper angegeben. Beruf und Todesursache sind leider auf der Sterbeurkunde nur schwer leserlich. Beim Beruf lese ich “Auditor Schenley Hotel”:

Schwieriger sieht es bei der Todesursache aus, insbesondere für mich als Nichtmediziner:

Hier kann ich nur entziffern: “Carcinoma of left […] bone extending to […] body […]” Vielleicht gibt es ja Mediziner unter meinen Lesern, die damit mehr anfangen können. Die Erkrankung hatte sich über 17 Monate hingezogen.

Zum Beruf will ich vermerken, daß mein Vater in seinen Erinnerungen schreibt, daß Albert Röhling Buchhändler gewesen sei. Dies ist ein typisches Beispiel für Erinnerungen, die zwar nicht ganz falsch sind, aber auch nicht richtig. Denn es gab in der Tat einen Verwandten, der Buchhändler in New York war, nämlich den Bruder der Stiefmutter von Onkel Albert, Bruno Heßling.

1916 ist die Mutter und 1917 Mutter und Tochter (als bill clerk) noch unter der Anschrift 2909 Bedford Aveneue in Pittsburgh im Adreßbuch von Pittsburgh aufgeführt, über das spätere Leben beider in Kalifornien ist nur sehr wenig bekannt. Mutter und Tochter waren nach ihrer etwa 1917–1919 erfolgten Übersiedlung offenbar die ganze Zeit in der Grafschaft Los Angeles ansässig. Zum Zeitpunkt der Volkszählung von 1930 finden wir sie in Los Angeles unter der Adresse 1149 Westmoreland Ave, zu diesem Zeitpunkt war Elsa Roehling, die als stenographer bei der University of California arbeitete, noch unverheiratet. Irgendwann zwischen 1930 und 1937 muß sie einen Herrn Gilbert unbekannten Vornamens geheiratet haben. 1937 wohnte sie 1848 North Gramercy Place, 1949 dann 2217 Manning Avenue, beide in Los Angeles.

Am 9. Oktober 1959 starb Christiana Dorothy Roehling geb. Baer in Santa Monica und wurde am 12. Oktober 1959 auf dem Holy Cross Cemetery beigesetzt. Das zuständige Beerdigungsinstitut war “Gates, Kingsley & Gates Funeral Directors”. Christiana Dorothy Roehling war zuletzt 743 E 65th Street in Inglewood wohnhaft, der Tod wurde von ihrer Tochter Elsa Gilbert angezeigt. Diese selber starb verwitwet am 19. September 1977 in Los Angeles und wurde im Cremar Crematory eingeäschert, als Beerdigungsinstitut ist die Telophase Society angegeben. Ihre letzte Adresse war 2217 Manning Avenue. Angezeigt wurde der Tod von Nancy Bennett, 345 S Clark Drive, Beverly Hills.

Das ist im Wesentlichen das, was über Onkel Albert und seine Familie bekannt ist. Gerne wüßte ich mehr, z.B. über den Ehemann von Elsa Roehling, Herrn Gilbert, und ihre eventuellen Nachfahren.

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Posted By: Markus

Familie Heßling (XIII)

Sonnabend, 17. März 2007 10:09 pm

Bisher hatte ich in zwölf Folgen (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12) die schon früher von mir erforschten Fakten über die Familie Heßling zusammengestellt. Inzwischen konnte ich die bereits erwähnten Einträge zur Familie Heßling im Gotha (Adelige Häuser B 1916 und 1930) einsehen. Zur Familie stehen dort folgende einleitende Informationen (1916 S. 386):

Evangelisch. — Reichadelstand mit “von” im kursächs. Reichsvikariat Dresden 29. Juni 1792 (für August Gottfried Heßling, Herrn auf Voigtshayn, und seines Bruders Johann Friedemann, Advokaten und jur. practicans in Eilenburg, Sohn Johann Friedrich August Heßling, angeblich aus einem 1445 mit Wappenbrief begnadeten und 1660 von Kaiser Leopold I. in den Reichsadelstand erhobenen Geschlecht). — W[appen] (1792): Von Rot und Blau geviert, überdeckt von einem natürlich gewellten, mit einem schwimmenden, goldenen Fisch belegten Wasserbalken, in den unteren Feldern je ein achtstrahliger, goldener Stern. Auf dem rot-golden-blau bewulsteten Helme mit recht rot-goldenen, links blau-goldenen Decken ein Haselstubben mit zwei wachsenden, zweiblättrigen, grünen Zweigen, daran einige Haselnüsse, zwischen zwei (rot-blauen) Straußenfedern.

Die Stammreihe wird wie folgt gegeben:

August Gottlieb Heßling, Söhne:

1. August Gottfried von Heßling, [Reichsadelstand mit “von” im kursächs. Reichsvikariat Dresden 29. Juni 1792], Herr auf Voigtshayn bei Wurzen.

2. Johann Friedemann von Heßling, + (vor 1792), Advokat und juris practicans in Eilenburg, Sohn:

Johann Friedrich August von Heßling, + Lauchstedt 30. Okt. 1823, [Reichsadelstand mit “von” im kursächs. Reichsvikariat Dresden 29. Juni 1792], Einwohner und Maler in Lauchstedt; oo Lauchstedt 1. August 1813 mit Karoline Rosine Wankel. Kinder:

  1. Marie Auguste, * Lauchstedt 27. Sept. 1813, + das. 1815.
  2. Albine Karoline, * Lauchstedt 23. Dez. 1814.
  3. Klara Mathilde, * Lauchstedt 29. Okt. 1816, + Trostberg 28. März 1873, oo Leipzig 3. Nov. 1842 mit Fridolin Schmeißer, + Möckmühl, Württ., 6. Juli 1865, Schauspieler.
  4. Maximilian Quirin von Heßling, * Lauchstedt 6. Nov. 1818, Theaterdir.; oo Marie, * Mähr.-Neustadt 7. Jan 1826 (kath.), Söhne:
    1. August von Heßling, * Reichenberg, Böhmen, 1845.
    2. Karl von Heßling, * Reichenberg 1846.

Der Band von 1930 bringt keine neuen Daten, sondern vermeldet lediglich die Tatsache, daß die Familie erloschen sei. Bei der Suche nach Nachfahren meiner Ururgroßtante Maria Louise Heßling geb. Löwe (sie war die Schwiegertochter des o.g. August Gottfried von Heßling auf Voigtshain) bin ich also nicht weitergekommen, sondern nur zu einem Schauspieler und einem Theaterdirektor in der entfernten Verwandtschaft. Es bleibt doch nur der Weg in die Archive oder die Hoffnung, daß jemand, der mehr Informationen besitzt, diesen Eintrag in den Weiten des Internets findet.

Abgelegt unter: Familienforschung Röhling
Posted By: Markus

Die Bahncard und der RFID-Chip (Datenschutz III)

Mittwoch, 14. März 2007 6:13 pm

Kürzlich habe ich mit etwas Verspätung meine neue endgültige Bahncard 100 erhalten. Und dies, obwohl ich auf dem Antragsformular vermerkt hatte:

Ich kaufe diese Bahncard 100 trotz Herrn Mehdorn. Durch mich gemachte Umsätze und Gewinne dürfen auf Pressekonferenzen oder sonstwie nicht als Erfolge Herrn Mehdorns oder seiner Unternehmenspolitik ausgegeben werden.

Wie schon einmal kurz erwähnt, befindet sich auf der Bahncard 100 seit einiger Zeit ein RFID-Chip (volkstümlich “Schnüffelchip”). Zwangsweise, und ohne daß der Käufer darüber beim Beantragen oder beim Erhalt darüber aufgeklärt wird. Ich frage mich, ob es sich dabei nicht um eine Ordnungswidrigkeit handelt. Aber selbst wenn, dann kann die Geldbuße leicht auf bekannte Weise gegenfinanziert werden: Einfach hier und dort ein paar Instandhaltungsmaßnahmen unterlassen, und schon stimmt der Gewinn wieder.

Ich habe an die Bahn geschrieben, und noch einmal explizit um Aufklärung gebeten. Wenn ich mir allerdings angucke, wie die Bahn sonst mit ihren Kunden und ihrem Eigentümer umgeht, bezweifele ich, daß ich eine vernünftige Antwort bekomme.

Abgelegt unter: Politik, Verkehr
Posted By: Markus

Die Bahn baut

Sonntag, 11. März 2007 3:13 pm

Jedem Bahnreisenden ist bekannt, daß es bei der Bahn interne und externe Kommunikationsprobleme gibt. In der aktuellen Kompaktversion der Fahrplanänderungen für Berlin und Brandenburg (herausgegeben von der “Kommunikation der DB Projektbau Gmbh” bzw. dem “Regionalen Kundendialog Personenverkehr”) wird immer noch verkündet, daß es bis zum 19. März 2007 Ersatzverkehr auf der Strecke (Berlin –) Angermünde — Stettin gäbe. So steht es auch noch auf den Aushängen an der Strecke, u.a. in Tantow. Wer sich aber dieses gestern aufgenommene Bild des Bahnhofes in Tantow anschaut, dem mögen Zweifel kommen:

Bahnhof in Tantow

Bei der S-Bahn-Berlin ist man da besser informiert. Seit der Ausgabe 1/2007 v. 11. Januar 2007 von “Punkt 3″ informiert diese Tochtergesellschaft der DB darüber, daß die Strecke voraussichtlich bis zum 2. April gesperrt sein wird. Woher man diese Informationen hat? Eventuell aus einem Interview mit dem DB-Regio-Bevollmächtigten für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, das in derselben Nummer auf S. 3 abgedruckt ist. Warum aber ist dem “Regionalen Kundendialog Personenverkehr” im März unbekannt, was der Konzernbevollmächtigte für dieselbe Region im Januar gesagt hat?

Das obige Bild zeigt, daß es in Tantow weiterhin drei Gleise geben wird. Der Endzustand der Gleisanlagen ist noch nicht eindeutig zu erkennen, man muß aber wohl davon ausgehen, daß sie in beide Richtungen auf einen eingleisigen Betrieb ausgerichtet ist. D.h., wenn in einigen Jahren aufgrund der zu erwartenden starken Verkehrszunahme die Wiedererrichtung des zweiten Gleises notwendig sein wird, müssen die jetzt errichteten Anlagen zum Teil wieder herausgerissen werden. Ähnlich die Situatuon in Casekow:

Das Bild zeigt, daß Laternen, Signal und Bahnübergang auf den Flächen errichtet wurden, die für das zweite Gleis benötigt werden. Auch hier also werden in einigen Jahren die jetzt auf Kosten des Steuerzahlers errichteten Anlagen teilweise wieder herausgerissen und auf die Kosten desselben durch neue Anlagen ersetzt. Das Bahnhofsgebäude in Casekow zerfällt indessen weiter:

Die Situation in Petershagen zeigt ein ähnliches Bild. Es sind deutlich die zu DDR-Zeiten errichteten Laternen zu erkennen, die bei Errichtung des zweiten Gleises hätten stehenbleiben können, und die neuen, die wieder herausgerissen werden müssen. Zukunftweisende Investitionen wären hingegen in einen Bahnsteig rechts (also östlich) des jetzt erneuerten Gleises geflossen.

Die mehrmonatige Unterbrechung des Verkehrs wurde übrigens auf dem polnischen Abschnitt der Strecke zu keinerlei Bauarbeiten genutzt (so war es jedenfalls vorab von polnischer Seite zu hören). Also darf man in einigen Jahren auf eine erneute Sperrung gefaßt sein. Oder die Polen sind schlauer, und bauen so, wie es auch jetzt hätte geschehen können, nämlich ohne längere Vollsperrung. Man braucht dazu nur das neue Gleis dort zu verlegen, wo z.Z. keines ist, und dann erst das alte herauszureißen.

Abgelegt unter: Berlin, Brandenburg, Pommern, Politik, Verkehr
Posted By: Markus

Familie Heßling (XII)

Freitag, 9. März 2007 9:47 pm

Mit diesem Eintrag schließe ich die Serie über die zwölf Geschwister Heßling ab.

Bruno Heßling wurde als zwölftes und letztes Kind von Johann August Gottfried Heßling und Maria Louise Löwe in Voigtshain am 20. Mai 1852 geboren, wo er bis zum Jahre 1862 lebte. Von 1862 bis 1866 lebte er in Grimma, dann bis 1873 in Leipzig mit Einschluß der Militärzeit, 1873/74 in Tübingen, dann bis 1883 in Wien und anschließend bis 1891 in Berlin. Seit 1891 wohnten er und seine Familie in New York, der letzte Nachweis dort stammt bisher aus dem Adreßbuch von 1913.

Bruno Heßling war Buchhändler. Am 5. Mai 1878 heiratete er die in Prag am 30. Juni 1854 geborene Elvira Clara Maria von Werner. Aus dieser Ehe entsprossen zwei Kinder: Othenio Emanuel Egon, geboren in Wien am 16. August 1879, und Arthur Victor Waldemar, geboren in Wien am 9. Juli 1881. Othenio Emanuel Egon Heßling lebte noch im Jahre 1896. Arthur Victor Waldemar Heßling wurde am 16. Juni 1920 in Dresden eingebürgert.

Wie immer mein Hinweis, daß ich nach weiteren Informationen zu den Nachfahren suche. Bei Gelegenheit werde ich natürlich auch aktiv weiterforschen und zu gegebener Zeit hier darüber berichten. Interessant wäre sicher auch der Bestand “Rittergut Voigtshain” im Staatsarchiv Leipzig, der sich allerdings auf das Patrimonialgericht beschränkt und nur bis 1851 erstreckt. Über die Nachfahren kann er also keine Auskunft geben, aber vielleicht über die Herkunft der Familie. In der Bestandsbeschreibung wird der Name als “von Heßling” angegeben, ich sollte also unbedingt auch den Gotha (Adelige Häuser B 1916–1930) überprüfen. Dort findet sich vielleicht auch etwas über die Nachfahren.

Abgelegt unter: Familienforschung Röhling
Posted By: Markus

Knuts blog

Freitag, 9. März 2007 8:22 pm

Manchmal kommt man sich mit seinem blog doof vor, z.B., wenn man erfährt, daß auch Eisbären blogs haben.

P.S.: Wer nicht weiß, wer Knut ist, hat ganz offensichtlich eines der bedeutendsten Berliner Medienereignisse der letzten Zeit verpaßt.

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Posted By: Markus
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