La gare des aïeux

Ein Netztagebuch zu Familienforschung, Verkehr und allem anderen

Verkehrsberuhigung

Mittwoch, 30. Mai 2007 9:25 pm

Verkehrsberuhigung in Guben sieht anders aus, als man sich das vorstellt. Da dürfen in der verkehrsberuhigten Zone Autos fahren, aber keine Fahrräder:

Soll man sich jetzt ärgern? Oder sich sagen, daß von einer Stadt, in der, wie im Hintergrund zu sehen, noch für die HO-Gaststätte geworben wird, nichts anderes zu erwarten ist? Oder etwas unternehmen? Aber was?

In Guben hat übrigens mein Vater zum ersten Mal geheiratet. Wenn man sich jetzt umdrehte, sähe man den Turm der immer noch in Ruinen liegenden Stadtkirche von Guben, in der die Trauung stattfand.

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Posted By: Markus

Die Deutsche Bahn “informiert” (III)

Dienstag, 29. Mai 2007 7:08 pm

Seit einem Jahr ist er nun in Betrieb, der neue Lehrter Bahnhof (Hauptbahnhof) in Berlin. Der Reisende, der in Berlin ankommt, findet an etlichen Stellen Stadtpläne mit der Überschrift “Ihr Weg in die Stadt” (Stand August 2006):

Aha, denkt er sich, da kann ich doch gleich mal gucken, mit welchem Bus ich fahren muß. Etwas verwundert wird er dann sein, daß der Bahnhof nur von zwei Buslinien angefahren wird (in Wirklichkeit sind es neun):

Das Übel ist ja schon länger bekannt, darüber wurde z.B. in der Berliner Zeitung vom 8. März 2007 berichtet. Die Reaktion auf die Kritik von Bündnis 90/ Die Grünen: “‘Wenn sie tatsächlich veraltet sind, werden sie ausgetauscht. Ein Hinweis beim Service Point würde da schon reichen’, sagte DB-Sprecher Holger Auferkamp”.

Es hängen aber immer noch die alten Pläne da. Obwohl ich das Personal am Service Point am 21. Mai noch einmal darauf hingewiesen habe. Die Dame dort war ganz erstaunt darüber, daß die seit einem Jahr dort fahrenden Buslinien fehlen. Sie will meinen Hinweis aber weiterleiten. Mal sehen, wann etwas passiert. Und was. Denn was nutzen richtige Angaben zu den Buslinien, wenn das Bundesministerium für Wirtschaft als “ehem. Hamburger Bhf.” bezeichnet ist. Wenn da wenigstens “ehem. Pépinière” stünde.

Die S 75 fehlt übrigens auch.

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Posted By: Markus

Aus deutschen Amtsstuben (XVII)

Montag, 28. Mai 2007 9:21 am

Wer in Berliner Amtsgerichten seinen notebook-Rechner nutzen will, ist gut beraten, genügend Akkukapazität mitzubringen, sonst komm er in die Bredouille, wenn er auf Schilder wie dieses an der Akteneinsichtsstelle beim Amtsgericht Mitte stößt:

Mancher mag sich jetzt fragen, warum die Stromabnahme untersagt wird? Im Amtsgericht Schöneberg oder Charlottenburg (ich habe leider vergessen, welches Gericht es war) wird auch dieses auf dem Aushang erklärt: um Störungen des Betriebsablaufes zu vermeiden.

Im Staatsarchiv Wolfenbüttel muß man übrigens eine Erklärung unterschreiben, daß man für alle Schäden hafte, die durch die Nutzung des eigenen Rechners entstehen. Angeblich hat das so der Rechnungshof gefordert. Vielleicht fürchten sie Explosionen oder ähnliches.

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Posted By: Markus

Aus deutschen Amtsstuben (XVI)

Montag, 21. Mai 2007 8:03 pm

Mancher Besucher des Amtsgerichtes Schöneberg wird sich fragen, ob er jetzt hier parken darf:

Ich kann auch nicht definieren, was ein Rechtsuchender ist. Trotzdem möchte ich solche Sprachschöpfungen nicht missen und bin ein strikter Gegner aller “Entbürokratisierungsbemühen” der deutschen Sprache. Dann würde ja die Bürokratie noch trockener.

Auch wenn es manchmal zu Mißverständnissen führen kann: Vor ein paar Tagen wurde ich Zeuge, wie bei einem Berliner Amtsgericht jemand auf die Frage “Wer ist denn der Erblasser?” mit “Ich” antwortete. Aber weiß jemand ein anderes Wort für Erblasser? Vererbender?

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Posted By: Markus

Knut?

Mittwoch, 16. Mai 2007 9:16 am

Soll ich jetzt noch ein Bild von Knut bringen? Zugegeben, der kleine Kerl ist sehr süß, selbst wenn er dreckig ist (auf meinem Bild ist er dreckig) und hätte auf Grzimeks Schreibtisch jede Steinlaus in den Schatten gestellt. Andererseits die Bilderflut, da will man nicht noch dazu beitragen, zumal man in offiziellen und inoffiziellen blogs nicht nur Bilder findet, sondern alle denkbaren und undenkbaren Informationen, vom Stoffbären über Bücher bis zum Spiel, bei dem man kleine Knuts abschießen kann.

Und dann fand ich zum Thema Eisbären auch noch “die letzte Party vor dem Klimawandel“.

Ansonsten: Ich sollte diese tierischen Abschweifungen wohl beenden und wieder zu den Ahnen zurückkehren.

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Posted By: Markus

Der Rest (Ernst)

Montag, 14. Mai 2007 9:34 pm

Ansonsten gibt es im Zoo auch noch Ernst (rechts):

Keine Ahnung, warum der kaum beachtet wird, handelt es sich im Prinzip doch um eine Art schwarzbraunen Knut. Vielleicht, weil er von seiner Mutter nicht verstoßen wurde, und man ihn darum nicht so vermenschlichen kann?

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Der Rest (Nilpferd, schlafend)

Freitag, 11. Mai 2007 7:26 am

Gestern war unklar, ob das Nilpferd gähnt oder rülpst. Folgendes, kurze Zeit später aufgenommes Bild, das m.E. eindeutig ein schlafendes oder dösendes Nilpferd darstellt, könnte eine Interpretationshilfe bieten:

Gibt es unter meinen Lesern irgendwelche Nilpferdexperten?

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Posted By: Markus

Der Rest (Nilpferd, gähnend)

Donnerstag, 10. Mai 2007 8:51 pm

Außer Eisbären und Zwerziegen gibt es im Zoo auch noch Nilpferde:

Ich habe keine Ahnung, ob das Nilpferd wirklich gähnt. Jedenfalls sieht es so aus. Vielleicht räuspert es sich auch oder rülpst.

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Posted By: Markus

Der Rest (Zwergziegen)

Mittwoch, 9. Mai 2007 11:19 am

Vor einem guten Monat habe ich mich darüber moquiert, daß der Berliner Zoo fast nur noch aus Knut zu bestehen schiene und damals auch eine entsprechende e-mail an den Zoo geschrieben. Eine Antwort habe ich zwar nie erhalten, aber schon seit einer geraumen Weile kann man auf den Seiten des Zoos auch wieder Informationen über andere Jungtiere erhalten. So wurden z.B. im März 17 Zwergziegen geboren, von denen man einige auf folgendem Bild bewundern kann:

Unter den im Dezember 2006 geborenen Jungtieren ist jetzt übrigens auch verzeichnet: “1 Eisbär”.

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Posted By: Markus

Der Siebenjährige Krieg (II)

Montag, 7. Mai 2007 10:50 pm

Gestern jährte sich zum 250sten Mal der Tag der Schlacht bei Prag. Ende April war Friedrich der Große in Böhmen eingedrungen und griff am 6. Mai 1757 die Österreicher an, die eine Stellung östlich von Prag bezogen hatten. Die Preußen errangen den Sieg und begannen anschließend mit der Belagerung Prags.

Die Schlacht wurde von vielen Dichtern besungen, so von Gleim, Arnim oder Fontane (”Schwerin” und “Die Fahne Schwerins”). Der Sieg war vor allem dem Generalfeldmarschall Schwerin zu verdanken. An ihn erinnert eine Inschrift auf dem Obelisken in Rheinsberg:

Den Text der Inschrift finde ich bei Fontane leider nur auf Deutsch:

Der Ehre seines Jahrhunderts und der Schild des Vaterlandes. Er vereinigte alle bürgerlichen und kriegerischen Tugenden. Die Feinde, welche er bekämpfte, konnten ihm ihre Bewunderung nicht versagen. Am 10. April 1741 gewann er die Schlacht bei Mollwitz. Im Jahre 1744 befehligte der die Armee, welche Prag belagerte, und nahm die Festung Ziskaberg. Im Jahre 1756 war er an der Spitze der preußischen Armee, welche durch Schlesien in Böhmen eindrang. Und obgleich das feindliche Heer ihm überlegen war, führte er dennoch einen Angriffskrieg gegen die von Piccolomini befehligten Österreicher. Die Völker, gesichert durch seine Menschlichkeit, verehrten seinen Heldenmut. Die Fahne in der Hand fiel er als Opfer seines Eifers bei Prag am 6. Mai 1757.

Fontane schreibt dazu:

Der Obelisk richtet sich in seiner Kritik in erster Reihe gegen den König, aber an manchen Stellen, und zwar gleichzeitig ausgesprochener Anerkennung unerachtet, doch auch gegen den einen oder andere der berühmtesten Generale. So scheint ihm beispielsweise der schon damals im Volke lebende Glaube, daß “Schwerin mit der Fahne” die Prager Schlacht entschieden habe, vielleicht im Gefühl dessen, was er selbst geleistet hatte, nicht angenehm gewesen zu sein, weshalb er, nachdem er die früheren Taten Schwerins mit großer Wärme des Ausdrucks aufgezählt hat, in ziemlich nüchterner Weise schließt: “Un drapeau à la main il fut la victime de son zèle devant Prague le 6 de mai 1757.” Er rühmt nur den “Eifer”, weiter nichts.

Beteiligt an der Schlacht war das Regiment des Prinzen Ferdinand, zu dessen Kanton der Kreis Ruppin gehörte. Zahlreiche Vorfahren und Verwandte meines Urgroßvaters Franz Albert Karbe haben in diesem Regiment gedient, von den wenigsten allerdings wissen wir Näheres, insbesondere nichts über eine Teilnahme an der Schlacht bei Prag, an der das Regiment, wie an den meisten Schlachten des Siebenjährigen Kriegs, nur einen geringen Anteil hatte. Nur im Jahre 1760, in den Schlachten bei Landshut und Liegnitz, kam ihm eine entscheidende Rolle zu.

Auf alle diese ungenannten Teilnehmer der Schlachten des Großen Königs seien folgende Worte des Prinzen Heinrich auf dem Rheinsberger Obelisken bezogen:

Leurs noms gravés sur le marbre
Par les mains de l’amité,
Sont le choix d’une estime particulière
Qui ne porte aucun préjudice
A tout ceux qui comme eux
Ont bien merité de la patrie
Et participent à l’estime publique.

Der Sieg bei Prag brachte den Preußen nur einen vorübergehenden Vorteil, denn bald drohte neues Ungemach, wie es am Schluß von Fontanes Gedicht “Schwerin” anklingt:

Die Hügel sind erstiegen,
Die Kaiserlichen fliehn,
Doch trauervolles Siegen:
Im Sterben liegt — Schwerin;
Vier Kugeln, erzgegossen,
Sie haben ihn zerfetzt,
Die Fahne, die zerschossen,
Sein Bahrtuch ist sie jetzt.

Die Truppen ziehn vorüber,
Mit dumpfem Trommelschlag,
Solch Tag des Glücks ist trüber
Als mancher Unglückstag;
Wie Wetterwolkenschwere
Sieht man’s am Himmel ziehn,
Sie ziehen vorauf dem Heere,
Sich lagernd über — Kolin.

Doch von der Schlacht bei Kolin, die für die Familiengeschichte ihre ganz spezifische Bedeutung hat, wird erst am 18. Juni zu berichten sein.

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Posted By: Markus
 

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