Menschen verbinden — Natur erhalten
Heute bietet sich einmal die Möglichkeit, ungezwungen von den Ahnen auf die Politik zu kommen. Bekanntlich wurde mein Großonkel Albert Röhling am 7. August 1870 in Schönfeld bei Crossen an der Oder geboren.
Gestern nun fand eine Radtour der polnischen Grünen “Zieloni 2004″ und von Bündnis 90/ Die Grünen statt, die auf beiden Seiten der Oder von Guben nach Frankfurt führte und die sich gegen den Bau einer grenzüberschreitenden Fernstraße im Raum Aurith/ Eisenhüttenstadt wandte. Auf der polnischen Seite kamen wir dabei auch durch Schönfeld. Schönfeld hatte ich schon vor längerer Zeit besucht und dabei auch Photos gemacht, die müßte ich jedoch erst heraussuchen.
Daher stattdessen ein Bild der durch die Strömung angetriebenen Fähre im nahegelegenen Pollenzig, mit deren Hilfe die Straße von Guben nach Züllichau auf umweltfreundliche Weise die Oder überquert:

Von Schönfeld ging es dann unter anderem durch diese schöne Allee weiter nach Kloppitz:

In Kloppitz brüten dieses Jahr 18 Storchenpaare, denen ein eigenes Museum gewidmet ist. In der Nähe befinden sich auch die Reste der Brücke hinüber nach Fürstenberg bzw. Eisenhüttenstadt (Blick von der deutschen auf die polnische Seite):

An der Brücke trafen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf beiden Seiten des Flusses und protestierten u.a. mit diesem Transparent gegen die Naturzerstörung und für einen Ausbau der grenzüberschreitenden Verkehrsverbindungen:

Von dort ging es weiter nach Aurith, wo sich wieder beide Gruppen trafen. Hier ruhen wir uns auf dem Fähranleger in Aurith aus:

Eine Fähre gibt es trotz des Anlegers leider bisher nicht. Stattdessen gibt es von der brandenburgischen und der polnischen Regierung sehr energisch betriebene Pläne, mehr oder weniger quer durch das auf beiden Seiten der Oder gelegene Dorf Aurith eine Fernstraße zu bauen, dagegen wendet sich auch eine Bürgerinitative in Aurith. Dagegen ist offensichtlich auch die NPD, aber die will bekanntlich gar keine Grenzübergänge, auch keine Fähren. Da kommt es ihr sicher gerade recht, die deutsche Natur gegen die polnische Überfremdung in’s Feld zu führen. Wenn die Ostgebiete dann wieder zurückerobert sind, werden sie vermutlich keine Bedenken gegen die Brücke mehr haben.
Über den Grenzabschnitt zwischen Guben und Frankfurt habe ich bereits früher berichtet. Viermal bin ich in den letzten Monaten auf beiden Seiten der Oder von Guben nach Frankfurt gefahren, habe dabei aber kein einziges Lastschiff gesehen, was zeigt, wie überflüssig ein Ausbau der Oder mit seinen gravierenden Folgen für die Natur ist.
Die beiden letzten Bilder entstanden übrigens mit einer etwa 80 Jahre alten Plattenkamera (Zeiss-Ikon Maximar 207/1) und auf dem Wege des sehr altertümlichen Auskopierverfahrens. Aber trotz der altmodischen Technik hätte ich es fast geschaft, daß diese Bilder die ersten sind, die im Internet erscheinen. Ich mußte aber vorhin im Dienste der Verbesserung des deutsch-polnischen Grenzverkehrs nach Fürstenwalde, bevor die Abzüge ganz trocken waren und ich sie scannen konnte, und deswegen ist mir Julia zuvorgekommen. Zur Kamera und ihrer Technik sowie zum Auskopierverfahren später einmal mehr.
Abgelegt unter: Brandenburg, Familienforschung Röhling, Politik, Verkehr, PhotographiePosted By: Markus




