Montag, 5. November 2007 11:40 pm
Seit meinem letzten Eintrag zu diesem Thema am 5. August ist schon wieder einige Zeit vergangen, in der vor 250 Jahren zwei Schlachten geschlagen wurden: am 30. August 1757 die Schlacht bei Groß Jägersdorf in Ostpreußen und am 7. September 1757 die Schlacht von Moys in der Nähe von Görlitz.
In der Schlacht bei Groß Jägersdorf wurden die Preußen unter dem Generalfeldmarschall von Lehwaldt zwar durch die überlegenen Russen unter Feldmarschall Apraxin geschlagen, konnten aber trotzdem die Einnahme Königsberg durch die Russen verhindern, da diese ihren Sieg aufgrund von Nachschubproblemen nicht ausnutzen konnte und wieder abziehen mußte.
In der Schlacht von Moys konnten die Österreicher unter General Nádasdý die Preußen unter August Wilhelm von Brauschweig besiegen. Nach der Schlacht mußten sich die preußischen Truppen immer weiter in Richtung Schlesien zurückziehen. Der preußische General Hans Carl von Winterfeldt wurde in der Schlacht schwer verwundet und starb am Tag darauf in Görlitz. Er wurde zunächst in Pilgramsdorf bei Lüben in Schlesien beerdigt, seine sterblichen Überreste wurden jedoch später nach Berlin überführt und an seinem 100. Todestag auf dem Invalidenfriedhof beigesetzt. Sein dortiges Grabmal ist erhalten.
Heute aber ist der 250. Jahrestag der Schlacht bei Roßbach (südlich von Merseburg gelegen), die es zu mehr Popularität gebracht hat als die beiden oben erwähnten Schlachten, nicht nur, weil in ihr die Preußen siegreich waren, sondern vor allem, weil sie unter der Führung des Alten Fritz selber standen. Den Preußen gegenüber standen die französische Armee unter dem Prinzen von Soubise und die Reichsarmee unter dem Kommando des Feldmarschalls Joseph Friedrich von Sachsen-Hildburghausen.
Obwohl die Franzosen zusammen mit der Reichsarmee 54.000 Mann und 144 Geschütze, die Preußen aber nur 22.000 Mann und 79 Geschütze aufbieten konnten, nahm die Schlacht von Anfang an einen günstigen Verlauf für die Preußen und die Entscheidung brachte schließlich ein Angriff der Kavallerie unter dem General v. Seydlitz. Anders als die Preußen erlitten französische und Reichsarmee schwere Verluste. Im Gefolge der Schlacht bei Roßbach zogen sich die Franzosen zurück und spielten im weiteren Verlauf des Kriegs nur noch im Westen eine Rolle.
An Seydlitz erinnert in Berlin ein Denkmal auf dem Wilhelmplatz, das sich heute im Bode-Museum befindet. Die an seiner Stelle auf dem Wilhelmplatz aufgestellte Bronzekopie ist zur Zeit eingelagert. Winterfeld wie Seydlitz sind auch auf dem Reiterstandbild des Großen Königs Unter den Linden verewigt.
Aber wenn ich jetzt noch mehr schreibe oder gar anfange, Bilder herauszusuchen, ist der Jahrestag schon wieder vorbei.
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Berlin Posted By: Markus