La gare des aïeux

Ein Netztagebuch zu Familienforschung, Verkehr und allem anderen

Onkel Otto (167)

Sonntag, 30. Dezember 2007 3:28 am

Heute jährt sich zum 167. Mal der Geburtstag von Otto Wenzel. Ich möchte dies zum Anlaß nehmen, hier in meinem blog ein Bild von ihm zu veröffentlichen. Es handelt sich um eine Kreidezeichnung von Rudolf Schulte im Hofe.

Ich erhielt das Bild vor einigen Jahren von einer Urenkelin von Onkel Otto geschenkt. Es trägt am unteren Rand ein Messingschild mit der folgenden Gravur: “Der Verein Berliner Presse seinem verehrten Otto Wenzel zum 80. Geburtstage, 30. Dezember 1920″.

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Grenzen öffnen — Klima schützen

Freitag, 28. Dezember 2007 10:39 pm

In aller Bescheidenheit erlaube ich mir, auf eine Aktion von deutschen und polnischen Grünen hinzuweisen, die vor einer Woche anläßlich des Inkrafttretens des Schengen-Abkommens in Frankfurt (S?ubice) stattgefunden hat. Bilder und kurze Texte finden sich unter:

http://www.zielone.info/news.php?id=3670

http://www.gruene-frankfurt-oder.de/ 21253.0.html?&no_cache=1&expand=66063

http://www.zieloni2004.pl/portal/index.php?s2=2798

http://www.europeangreens.org/cms/default/dok/212/212490. european_greens_welcome_extension_of_sch@en.htm

http://gruene-berlin.de/site/lag-verkehr.html

Das bei der Aktion verteilte Flugblatt findet sich hier.

Und hier noch ein Bild:

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Von der Deutschen Bahn veräppelt

Donnerstag, 27. Dezember 2007 7:52 pm

Bekanntlich ist es in diesem Jahr wiederholt zu Streiks bei der Deutschen Bahn gekommen, die das Reisen mit der Bahn erheblich erschwert oder sogar unmöglich gemacht haben. Es dürfte außer Frage stehen, daß die Verantwortung für die Streiks der GdL wesentlich beim Management der Deutschen Bahn liegt, das im Hinblick auf den Börsengang enge Verbindungen mit der Gewerkschaft Transnet unterhält, deren Chef Hansen im Gegensatz zu den anderen Gewerkschaften im DGB den Kurs von Mehdorn bedingslos unterstützt.

Es ist also nur angemessen, wenn die Deutsche Bahn für die von Ihr zu verantwortenden Streiks Zeitkarteninhabern den anteiligen Preis pro Streiktag erstattet. Leider gilt dies aber offenbar nicht für Bahncard 100-Kunden, denn diese werden von der Deutschen Bahn lediglich mit einem “1. Klasse-Upgrade” für eine einfache Fahrt abgespeist. Nach dem Begleitschreiben handelt es sich allerdings auch nicht um eine Erstattung, sondern um eine “kleine Aufmerksamkeit”. Insofern fügt sich diese Zwangsbeglückung mit einer Fahrt in der Ersten Klasse gut in das derzeit laufende Werbeprogramm der Deutschen Bahn für die Erste Klasse ein.

Ich will aber überhaupt nicht Erster Klasse fahren, sonst hätte ich mir doch eine Bahncard Erster Klasse gekauft. Ich möchte für jeden Streiktag einen Ausgleich in anteiliger Höhe, entweder in bar oder als Gutschein für ein Produkt der Deutschen Bahn meiner Wahl. Das “1. Klasse-Upgrade” werde ich jedenfalls zurückschicken und darum bitten, daß man mir pro Streiktag den anteiligen Kaufpreis der Bahncard 100 erstattet.

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Posted By: Markus

Wenn einer eine Reise tut

Sonntag, 23. Dezember 2007 1:34 pm

Bahnfahren ist doch immer wieder eine aufregende Sache. Heute bin ich auf dem Weg in die Schweiz, um meinen Großneffen zu besuchen. Daß wir wegen “Verzögerungen im Betriebsablauf” Wolfsburg ein paar Minuten später verließen, war ja auch kein Problem. Allerdings wurden dann kurz hinter Wolfsburg 50 Minuten daraus, wegen einer Weichenstörung (die verwandelte sich auf im Internet verfügbaren Informationen sondererbarerweise irgendwann in eine Signalstörung).

Als Ausgleich wurde dann allen Reisenden offeriert, sich im Speisewagen ein alkoholfreies Kalt- oder Heißgetränk zu holen. Allerdings nur denen, die schnell genug waren und dort hingingen, bevor verkündet wurde, es gäbe jetzt keine kostenlosen Getränke mehr.

Kurz hinter Karlsruhe wurde dann lakonisch mitgeteilt, der Zug führe heute nur bis Basel SBB und nicht bis Interlaken Ost. Wie es von Basel nach Freiburg weitergeht, hat bisher noch niemand gesagt. Vielleicht verläßt man sich bei der Deutschen Bahn einfach darauf, daß in der Schweiz die Züge häufig und pünktlich fahren und die Reisenden schon irgendwie weiterkommen werden?

Ein Schaffner ist zwar schon mehrfach an meinem Sitz vorbeigerannt, war aber stets zu beschäftigt, mir und anderen Fahrgästen Auskunft zu geben.

Ich frage mich auch immer wieder, warum niemand den deutschen Schaffnern mal ein bißchen brauchbares Englisch beibringt. Was hilft es denn, wenn Sie einen vorgefertigten Text mit den Fakten vorlesen, die auch in dem Blättchen “Ihr Reiseplan” stehen, aber nicht in der Lage sind, die Fahrgäste im Falle von Verspätungen zu informieren? Dann soll man es doch lieber ganz bleiben lassen.

Wohl dem, der in solchen Situationen Internetanschluß im Zug hat. Demnach könnte ich mit etwas Glück mit einer halben Stunde Verspätung in Freiburg ankommen, denn zwischen Basel und Bern fahren die IC im Stundentakt. Voraussetzung wäre allerdings, daß wir noch ein paar Minuten aufholen bzw. der Zug in Basel ein wenig wartet.

Und wohl dem, der ein blog hat. Der kann dann seinen Ärger über die Bahn gleich der ganzen Welt kundgeben ;-)

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Posted By: Markus

“[…] die andere aber in die Ferne gezogen, also daß man nicht weis, ob sie noch lebe.”

Donnerstag, 13. Dezember 2007 7:10 am

Zur Zeit bin ich auf dem Weg in’s Landeskirchliche Archiv in Nürnberg. Es ist dies ein lange geplanter Besuch, der noch in die Zeit zurückreicht, als das Archiv in Regensburg beheimatet war. Nürnberg immerhin ist von Berlin aus mit einer Tagesfahrt zu bewältigen, also habe ich mich um 5.49 Uhr am Lehrter Bahnhof in den Zug gesetzt. Wenn alles gut geht, müßte ich spätestens um 23.00 Uhr wieder zurück sein. Vielleicht kann ich ja schon auf dem Rückweg über das Ergebnis meiner Forschungen berichten.

Es geht bei dem Archivbesuch um die Herkunft meiner Ur-ur-ur-ur-Großmutter Johanna Mariana Dorothea Pröschel, die am 18. April 1774 in der Moritzkirche in Halle an der Saale Johann Christian Röhling heiratete. Ihr Vater ist im halleschen Bürgerbuch am 26. Januar 1755 eingetragen als “Johann Ludwig Preschel, Schneider geb[ürtig] von Kelsheim bei Windesheim”, also als aus Külsheim bei Windsheim in Franken stammend. Johanna Mariana Dorothea Pröschel wurde nach der Altersangabe in ihrem Sterbeeintrag (sie starb am 15. Juli 1803 in Halle im Alter von 51 Jahren 6 Monaten) im Winter 1751/52 geboren, d.h., bevor ihr Vater das Bürgerrecht in Halle erwarb. Nach dem Heiratseintrag war sie etwas jünger, nämlich damals 21 Jahre als, also 1752/53 geboren. In den Hallenser Kirchenbüchern waren weder ihr Taufeintrag noch der Heiratseintrag ihrer Eltern zu finden (die Mutter war Maria Magdalena Backhaus). Drei Geschwister sind in den Jahren 1753–1758 in den Kirchenbüchern von St. Moritz verzeichnet. Bei einem der Kinder, einem am 27. Dezember 1753 (also ebenfalls vor dem Erwerb des Bürgerrechtes durch den Vater) totgeborenen Sohn wird dieser als “eines Herren Dieners” Sohn bezeichnet.

Für Hallenser Ohren war der Familienname offenbar nur schwer zu Papier zu bringen, da sowohl das fränkische “P” als auch der erste Vokal keine rechten mitteldeutschen Äquivalente hatten. Und so finden wir denn den Namen in Halle als Breschel und Preschel, Brischel und Prischel, Bröschel und Pröschel, Brüschel und Prüschel.

Aber nun nach Franken. Leider stellten sich die Forschungen als schwieriger heraus, als es die eigentlich klare Ortsangabe “Kelsheim bei Windesheim” im Hallenser Bürgerbuch vermuten ließ. Denn in den Kirchenbüchern von Lenkersheim (dort wurden auch die Amtshandlungen von Külsheim eingetragen), die ich im Jahre 2004 vor Ort durchsah, waren weder Taufe oder Heirat des Johann Ludwig Pröschel noch die Geburt der Tochter Johanna Mariana Dorothea zu finden.

Ich versuchte daraufhin mein Glück in Windsheim, in der Hoffnung, daß aus irgendeinem Grund die betreffenden Amtshandlungen dort eingetragen worden seien. Zwar war das Pfarramt seinerzeit schon geschlossen, aber es fand sich später eine Dame, die die Kirchenbücher für mich durchsah. Auch sie fand die gesuchten Einträge nicht, stieß aber auf einen anderen Eintrag, der vielleicht weiterführt. Unter dem 5. September 1769 heißt es im Windsheimer Totenbuch (S. 460 Nr. 64):

“Joseph Pröschel, Stadt-Windsheim[ischer] Unterthan und Bauersmann zu Illesheim, ein Witwer. Lebte in d[er] ersten Ehe 17 1/2 Jahr und erzeugte 5 Kinder nämlich 1 Sohn und 4 Töchter von welchen 4 Töchtern eine schon verstorben, die andere aber in die Ferne gezogen, also daß man nicht weis, ob sie noch lebe. Er sahe auch eine Enkeltochter. Nach einem halbjährigen Witwerstande trat er in die zweyte Ehe, welche 23 Jahr, weniger 8 Tage währte. Die in dieser zweyten Ehe erzeugten 3 Kinder, nämlich ein totgeborenes Söhnl[ein] und zwei Töchter sind ihm schon in die Ewigkeit vorangegangen. Er brachte im zweiten Witwerstande zu 3 Jahr, weniger 7 Wochen, und starb in seines Tochtermannes Hause in einem Alter 75 Jahren, 1 Mon[at] u[nd] 17 Tagen.”

Ob es mir nach 238 Jahren gelingen wird, die Frage zu beantworten, ob zumindest eines der Kinder, das in die Ferne gezogen, beim Tode des Vaters noch lebte? Wenn Johann Ludwig Pröschel ein Sohn des Joseph Pröschel war, dann wäre dies der Fall gewesen, denn er starb erst 12 Jahre nach ihm in Halle, am 8. März 1781 im Alter von 56 Jahren und 1 Monat.

Wenn sich in Illesheim nichts finden läßt, dann kommt vielleicht noch das ebenfalls in der Nähe von Windsheim gelegene Ickelheim in Frage, dessen Kirchenbücher auch in Nürnberg aufbewahrt werden. Aber wenn ich dort nichts finde, dann werde ich die Forschungen zu dieser Vorfahrenlinie wohl erst einmal einstellen müssen.

Abgelegt unter: Familienforschung Röhling
Posted By: Markus

Jetzt mit Titel

Sonnabend, 8. Dezember 2007 2:39 pm

Gestern wurde dieses Netztagebuch ein Jahr alt, aber in der Kopfzeile stand bis heute morgen “Noch ohne Titel”. Jetzt hat das Kind endlich einen Namen.

Ich hatte mal “Stettiner Bahnhof” vorgeschlagen, die Reaktionen in Kommentaren und e-mails waren aber eher verhalten. Ein paar andere gute Ideen für Anknüpfungspunkte bekam ich auch, aber keine mich überzeugenden Vorschläge für einen anderen Namen. Immerhin, die Ideen regten zum Nachdenken an, und jetzt bin ich auf “La gare des ancêstres” verfallen. Logischer wäre ja ein deutscher Name, auch wenn Frankreich im blog oft Erwähnung findet, aber weder “Ahnenbahnhof” oder “Bahnhof der Ahnen” noch “Vorfahrenbahnhof” oder “Bahnhof der Vorfahren” hören sich für meine Ohren gut an.

Der Name gefällt mir irgendwie, die Ahnen kommen vor, der Verkehr auch, und gleichzeitig nimmt der Name die allzu verbissene Pufferküsserei mancher Eisenbahnfans ein wenig auf die Schippe. Politisch ist der Name zwar nicht direkt, aber dem kann man entgegnen, das letztendlich alles politisch sei, sogar Friedhöfe. Und falls das als Maßstab für Originalität dienen kann: Google hatte bis zum heutigen Tage keine einzige Fundstelle für “gare des ancêtres”.

Gegenmeinungen gibt es natürlich auch. Originalität ist nicht alles und unter den im Vorfeld befragten Personen äußerte z.B. eine meiner Nichten, daß der Name zu sehr nach Vampiren oder ähnlichem klinge, aber vielleicht kam sie ja nur deshalb darauf, weil ihr Mann aus Rumänien stammt.

Bleibt noch, einen Untertitel zu finden: Vielleicht “Ahnen, Verkehr, Politik, Friedhöfe, Photographie und vieles andere” oder “Ein Netztagebuch zu Familienforschung, Verkehr und Sonstigem”?. Allerdings zeigt die gegenwärtig für das blog verwendete, von mir leicht abgewandelte, Formatvorlage “Autumn II” gar keine Untertitel an. Also später mal.

Viel schwerer wiegt das Problem, ein treffendes Bild zum Namen zu finden. Aber auch das muß erst einmal warten.

Und: Falls jetzt ganz viele Leute schreiben, daß der Name ganz schlecht sei, und mit viel besseren Vorschlägen kommen, dann läßt er sich auch noch ändern.

Abgelegt unter: Dies und das, Familienforschung allgemein, Politik, Verkehr
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Erkältungstee

Donnerstag, 6. Dezember 2007 2:15 pm

Vor etlichen Jahren brachte mir eine meiner Schwestern aus England einen Erkältungstee (flue-tea) mit, der sich als durchaus wohltuend und -schmeckend erwies. Die Wiederbeschaffung aus England erwies sich als schwierig und in Deutschland waren ähnliche Tees nicht zu haben, aber glücklicherweise waren die Zutaten auf der Packung angegeben und eine Apothekerin überlegte sich dann auch ein passendes Mischungsverhältnis. Seit Jahren lasse ich mir jetzt bei Bedarf den Tee in der folgenden Zusammensetzung anfertigen (zuletzt habe ich in der Sophienapotheke in der Invalidenstraße dafür 5,19 Euro bezahlt):

Holunderblüten 20g
Pfefferminzblätter 15g
Anis 5g
Ysopkraut 5g
Eukalyptusblätter 5g

Warum denn sowas im blog, wird sich jetzt vielleicht mancher fragen? Nun, vielleicht kann ja jemand von dem Rezept bei Gelegenheit profitieren. Und außerdem kann ich, falls ich unterwegs bin und das Rezept nicht dabei habe, den Apotheker bitten, das Rezept in meinem blog nachzuschauen (vorausgesetzt, die Apotheke hat Internetanschluß und der Datenbankserver ist nicht gerade außer Betrieb, wie in der letzten Zeit häufiger).

Abgelegt unter: Dies und das
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Der Siebenjährige Krieg (VII)

Mittwoch, 5. Dezember 2007 12:58 pm

Heute jährt sich zum 250. Mal der Jahrestag der Schlacht von Leuthen, einer der bekanntesten Schlachten des Siebenjährigen Krieges. Nach der Niederlage bei Breslau war es für Friedrich den Großen von entscheidender Bedeutung, die Österreicher wieder aus Schlesien zu vertreiben und so Nachschub und Winterquartier für seine Truppen zu sichern.

Obwohl seine Truppen zahlenmäßig dem Gegner weit unterlegen waren, setzte Friedrich alles auf eine Karte und entschloß sich zum Angriff gegen die Österreicher unter Karl Alexander von Lothringen und unter Daun. Seine Rede an seine Generale und Offiziere am Tage vor der Schlacht beendete er mit den Worten: “Nun leben Sie wohl, meine Herren; in kurzem haben wir den Feind geschlagen, oder wir sehen uns nie wieder.”

Dank seines taktischen Geschickes und der lehrbuchmäßigen Anwendung der “schiefen Schlachtordnung” gelang es ihm, einen glänzenden Sieg über die Österreicher davonzutragen, der Jahrzehnte später noch die Bewunderung Napoleons hervorrufen sollte.

Berühmt ist die Schlacht vor allem durch den “Choral von Leuthen”, “Nun danket alle Gott”, den die preußischen Soldaten nach der Schlacht auf dem Schlachtfeld angestimmt haben sollen.

Ob Vorfahren oder Verwandte dabei waren? Wir wissen es nicht genau, aber das Regiment Prinz Ferdinand (Nr. 34), dessen Kanton u.a. der Kreis Ruppin war und in dem zahlreiche Vorfahren und Verwandte dienten, war jedenfalls an der Schlacht beteiligt. Während wir bei meinen Ur-ur-ur-ur-ur-großonkeln Christian (* 1734) und Gottfried (* 1742) Rosenberg aus Rönnebeck wissen, daß sie 1760 an den in der Schlacht bei Liegnitz erlittenen Verletzungen starben, finden wir bei meinen Ur-ur-ur-ur-ur-großonkeln Jochen Friedrich (* 1737) und Erdmann (* 1744) Karve (Karbe) im Kirchenbuch von Sonnenberg nur den Hinweis “blieb im Kriege 1756–1763″ bzw. “blieb in dem großen Kriege von 1756–1763″. Ob sie aber ebenfalls bei Liegnitz gefallen sind, oder vielleicht bei Leuthen, ob sie dort dabei waren oder nicht, das entzieht sich leider unserer Kenntnis. Aber daß die Angehörigen in den Dörfern des Kreises Ruppin mit Bangen auf die Nachrichten aus dem Krieg und das Schicksal ihrer Angehörigen in der Schlacht gewartet haben, davon können wir ausgehen.

Zwar war die Anzahl der Schlachten im 18. Jahrhundert verglichen mit den Kriegen des 20. Jahrhunderts sehr gering, aber an den wenigen Kampftagen eines Kriegsjahres kamen jeweils Hunderte oder Tausende von Menschen um und aufgrund der lokalen Rekrutierung der einzelnen Regimenter stammten diese Toten dann vielfach aus derselben Gegend. Nach der für das Regiment Prinz Ferdinand sehr verlustreichen Schlacht von Liegnitz etwa muß jedes Dorf im Ruppinschen einen oder mehrere Gefallene zu beklagen gehabt haben.

Zum Schluß noch eine weitere genealogische Anmerkung zu Leuthen: Nur sechs Kilometer nordöstlich lag das Vorwerk Muckerau, ein Schäfereigut, das mein Großonkel Hermann Plass bis 1945 gepachtet hatte.

Abgelegt unter: Dies und das, Familienforschung Röhling, Familienforschung Karbe
Posted By: Markus

Aus deutschen Amtsstuben (XXV)

Dienstag, 4. Dezember 2007 3:19 pm

Heute bekam ich vom AG Neukölln die Antwort auf meine Erinnerung vom 12. August 2007:

[…] Beschluss

In der Nachlasssache […]

wird die Erinnerung des Herrn Markus Röhling […] gegen die Verfügung der Rechtspflegerin vom 15.3.2007 aus den dort ausgeführten, zutreffenden Gründen zurückgewiesen.

[…] Richter am Amtsgericht […]

Welches Rechtsmittel mir als nächstes zusteht, wurde mir nicht mitgeteilt, ich muß also wieder nachfragen. Ich vermute, es ist die Beschwerde beim Landgericht.

In dem Fall geht es übrigens darum, daß ich für jemanden Einsicht in die Nachlaßakte seines 1964 verstorbenen Großonkels nehmen soll. Es besteht diesbezüglich nicht nur ein berechtigtes Interesse aufgrund der von dem Auftraggeber betriebenen Familienforschung, sondern sogar ein rechtliches Interesse, da der Vater des Auftraggebers einer der gesetzlichen Erben gewesen wäre, falls kein Testament vorgelegen hätte.

Das Hauptproblem bei der Sache ist, daß die Gerichte selber entscheiden, wann sie ihre Unterlagen an die zuständigen Staatsarchive übergeben. So kommt es vor, daß nicht nur jahrzehntealte Nachlaß- und Grundakten aus dem 20. Jahrhundert, sondern auch solche aus dem 19. Jahrhundert bei den Gerichten lagern, in Einzelfällen sogar aus dem 18. Jahrhundert. Über den Zugang wird aber stets nach dem Gesetz über die freiwillige Gerichtsbarkeit und nicht nach den Archivgesetzen der Länder entschieden.

Eigentlich finde ich es ja eher putzig, daß z.B. an eine mehr als hundert Jahre nicht benutzte Akte mein Schreiben mit der Bitte um Akteneinsicht angeheftet (mitunter mit technischen Schwierigkeiten, weil man damals in Preußen die Akten noch mittels Fadenheftung band und die Seiten nicht lochte und abheftete) und mit einer Blattnummer versehen wird, aber was den Zugang zu solchen “lebenden Akten” angeht, ist es doch eher ärgerlich. Dann doch lieber “tote Akten” im Archiv (es gibt übrigens in der Gerichtssprache auch noch “schlafende Akten”). Eine entsprechende Gesetzesänderung, nach der die Akten nach einer bestimmten Frist (z.B. 30 Jahre) an die Archive abgeben werden, wäre sehr wünschenswert.

Abgelegt unter: Dies und das, Familienforschung allgemein
Posted By: Markus

Dieses Jahr ohne Birne

Montag, 3. Dezember 2007 2:27 pm

Letztes Jahr fand sich auf Fontanes Grab ein Gesteck mit einer Birne. Dieses Jahr geht es dort ganz konventionell zu:

Schade, war eine hübsche Idee. Ob man einfach eine Birne hinbringen sollte?

Abgelegt unter: Berlin, Friedhöfe
Posted By: Markus
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