La gare des aïeux

Ein Netztagebuch zu Familienforschung, Verkehr und allem anderen

Aus deutschen Amtsstuben (XXIX)

Montag, 22. September 2008 12:22 pm

Es gibt durchaus auch Behörden, in denen versucht wird, mit allen Mitteln Steuergelder einzusparen. Das beweist dieser Brief:

Ich hatte an das entsprechende Einwohnermeldeamt geschrieben und mein Brief war an der falschen Ecke abgestempelt. Daher hat man für die Antwort den Umschlag samt Marken einfach wiederverwendet.

Soll man das nun gut finden? Einerseits spart es Steuergelder, aber andererseits ist es verboten und wäre früher, als die Post noch eine Behörde war, wohl kaum vorgekommen.

Abgelegt unter: Dies und das, Familienforschung allgemein
Posted By: Markus

Gesucht: Adolf Wenzel

Sonnabend, 6. September 2008 4:11 pm

Hier noch ein Urgroßonkel, dessen Verbleib ungeklärt ist:

Es handelt sich um Heinrich Adolf Wenzel, den 1843/44 in Crossen an der Oder geborenen Bruder meiner Urgroßmutter Adelheid Wenzel. Er ist zwischen 1879 und 1896 unter verschiedenen Berufsbezeichnungen (Eisenbahn-Kalkulator, pensionierter Eisenbahn-Büro-Assistent, Versicherungs Beamter, etc.) mehrfach in den Berliner Adreßbüchern erwähnt. Auch andere Quellen weisen ihn zwischen 1878 und 1894 in Berlin nach.

Nach der letzten Nennung im Adreßbuch unter der Adresse Kreuzbergstr. 46 III. verliert sich die Spur von Adolf Wenzel. Beim Tod seines Bruders Emil (17. Februar 1921) war er jedenfalls schon verstorben.

Abgelegt unter: Berlin, Familienforschung Röhling
Posted By: Markus

Mehr aus der alten Schachtel

Freitag, 5. September 2008 8:20 am

Vor einiger Zeit habe ich über eine alte Schachtel mit Bildern und Familiendokumenten berichtet, die ich von einer Verwandten erhielt. Leider sind nicht alle Bilder eindeutig bezeichnet. Nachdem ich bisher nur Ausschnitte der fraglichen Bilder ohne Kontext gezeigt habe (und nach zweimaligem Hinweis auch ein paar Reaktionen per Kommentar und e-mail bekommen habe), hier noch einmal die vollständigen Informationen.

Das eine Bild war zusammengeheftet mit dem eines Herrn:

Dabei befand sich der folgende Zettel:

Das andere Bild befand sich einzeln in der Schachtel:

Die Rückseiten der Bilder zeigen, daß nicht die beiden zusammengehefteten Bilder zusammengehören, sondern der Herr zu der anderen Dame gehört. Bei den beiden Bildern aus dem Atelier Schwartz sind außerdem die Angaben zu den abgebildeten Personen unsinnig.

Denn weder zu Zeiten von Hans noch von Renatus Wenzel gab es photographische Porträts. Die beiden Personen kämen nur dann in Frage, wenn es sich um die Reproduktion eines Gemäldes oder einer Zeichnung handelte. Das aber ist ganz offensichtlich nicht der Fall. Und eine Wenzel geb. Meunier(?) ist mir bei meinen Forschungen bisher nicht begegnet. Die Urgroßmutter Wenzel von Helmut Kleikamp (1901–1985), von dem die Beschriftung auf der Rückseite stammt, war vielmehr eine geborene Billeau.

Der Ort Rahnwerder ist im übrigen keineswegs unbekannt, er liegt im Kreis Saatzig in Pommern (vor 1815 im Kreis Arnswalde).

Zu den auf den Rückseite genannten Ateliers läßt sich den Berliner Adreßbüchern das Folgende entnehmen (überprüft wurden die Jahrgänge 1850–1868, 1870–1891 und 1892–1900):

Ein Atelier Schwartz in der Friedrichstr. 185 an der Ecke Friedrichstraße/ Mohrenstraße läßt sich im Zeitraum 1853–1871 nachweisen (1853–1861 Schwarz u. Zschille, 1862 Schwartz und Cohn, 1863–1867 Schwartz u. Co., 1868–1871 Schwartz u. Comp.), seit 1858 als Hofphotograph. Die beiden Aufnahmen dieses Ateliers müßten demnach im Zeitraum 1857–1871 (wenn die Abkürzungen “Co.” und “Comp.” wie im Adreßbuch verwandt wurden: 1867–1871) entstanden sein.

Ein Atelier Grundner in der Potsdamer Str. 111 ist von 1877 bis mindestens 1900 nachweisbar (1877–1879 und 1885–1889 als P. Grundner, sonst als A(lb). Grundner (1884 fehlt es, wohl versehentlich, ganz)).

Die Rubrik “Photographen” (ab 1873 “Photographische Ateliers”) erscheint übrigens zum ersten Male im Jahre 1852 im Berliner Adreßbuch.

Bei dem im letzten Beitrag abgebildeten Herrn handelt es sich um meinen Ururgroßonkel Johann Franz Billeau (* in Arnswalde am 19. Februar 1815, + in London (Whitechapel) am 2. Oktober 1872):

Ich erhielt einen Abzug des Bildes vor einigen Jahren von einer in Devonshire lebenden Urenkelin.

Meines Erachtens besteht eine Ähnlichkeit zwischen Johann Franz Billeau und der einzelnen Dame, und zwar aufgrund der Nase und der Falte zwischen Nase und Backe. Man stelle sich einmal vor, der Herr wäre etwas schlanker und beide hielten den Kopf gleich (die Dame neigt auf dem Bild den Kopf etwas nach unten, der Herr hält das Kinn nach oben). Aber auch wenn sich eine Ähnlichkeit erkennen läßt, heißt das natürlich nicht, daß die beiden Bruder und Schwester sind.

Sicher ist aber meines Erachtens, daß es sich bei den beiden Frauenbildnissen nicht um dieselbe Person handelt.

Meine vorläufige Folgerung wäre:

Wenn es sich bei dem Herrn um einen Wenzel handelt, dann kommen nur Eugen Wenzel (1803–1866) und sein Bruder Armin Wenzel (1813–1894) in Frage. Wenn es sich bei dem Bild des Photographen Grundner wie angeben um Emilie Wenzel geb. Billeau handelt (die übrigens von 1816 bis 1892 lebte, nicht, wie auf der Rückseite steht, bis 1889) und die Bilder des Photographen Schwartz ein Paar darstellen, dann kann der Herr nur Armin Wenzel sein. Die andere Dame müßte dann Johanna Friederike Marie Wenzel geb. Schwartz (1820–1879) sein.

Armin Wenzel war übrigens Kreisphysikus in Arnswalde und zog 1868/69 nach Berlin.

Abgelegt unter: Berlin, Familienforschung Röhling
Posted By: Markus
 

Bad Behavior has blocked 1115 access attempts in the last 7 days.