La gare des aïeux

Ein Netztagebuch zu Familienforschung, Verkehr und allem anderen

Onkel Otto (168)

Dienstag, 30. Dezember 2008 11:54 am

Heute wird Onkel Otto 168 Jahre alt. Ich nehme dies zum Anlaß, einen Geburtstagsbrief an ihn aus dem Jahre 1903 zu veröffentlichen:

Schöneberg 29. Decbr 1903

Akazienstr. 13.

Lieber alter Freund!

Das Jahr klingt aus u. ein neues Lebensjahr hebt für sie an. Möge dieses glücklich für Sie beginnen u. die Einleitung zu einer noch langen, langen Jahresreihe erfreulichen Inhaltes für Sie u. die lieben Ihrigen bilden! Alle guten Wünsche seien mit Ihnen. Zum Gedächtnis dieses Tages erlaube ich mir, Ihnen ein Buch zu überschicken, das im Laufe dieses Sommers eine neue Auflage erlebt hat. Sie kennen es vielleicht schon. Aber ich hoffe, daß es, abgesehen von einem Romaninteresse, einiges von Wert für Sie auch noch heute darin besitzen wird, daß der Schauplatz Sie an die Landschaft von Ahausen [?; evtl. auch Anhausen oder Achausen] u.s.w. erinnern werde, die Sie selbst einst durchwandert haben. Mögen Sie dabei der damals glücklichen Tage gedenken, als sie die schwere Bürde des philiströsen Daseins abgeworfen hatten u. das Schöne frei u. voll genossen, wie einst als junger Student.

Meine Frau schließt sie[!] meinen Wünschen für Sie aufs innigste an u. bittet Sie, Ihre liebe Frau herzlich von ihr zu grüßen. Wir sind beide wohl u. auch mit meinem Fuße geht es so ziemlich. Seine wetterprophetischen Stücken wird er wohl nie loswerden u. wie er mich Abends zu Hause hält, so ists auch wahrscheinlich mit meinen Gebirgswanderungen für alle Zeit vorüber.

Mögen Sie Ihren Geburtstag mit Ihrer lieben Frau, den Kindern u. Enkeln recht von Herzen fröhlich feiern, u. wenn Sie dabei in der Stille auch Unserer einen Augenblick gedenken, so wird Ihnen dafür sehr dankbar sein

Ihr stets treu ergebener

Robert Schweichel

Einiges bleibt hier noch zu klären. Um welches Buch von Schweichel handelt es sich? Und um welches Ahausen/ Anhausen/ Achausen? Wann ist Onkel Otto dort gewandert?

Abgelegt unter: Familienforschung Röhling
Posted By: Markus

Stollenrezepte

Sonnabend, 13. Dezember 2008 6:47 pm

Letztes Jahr konnte ich keinen Stollen backen, weil meine Abschrift des Stollenrezeptes meiner Großmutter Selma Peters geb. Karbe verschwunden war und auch die Vorlage bei meiner Mutter nicht auffindbar. Nachdem dieses Jahr meine Mutter und ihre Schwester ihre Rezeptarchive durchsucht haben, ist das gesuchte Rezept wieder aufgetaucht (soweit ich dies aus meiner Erinnerung sagen kann, es sind nämlich mehrere Stollenrezepte meiner Großmutter überliefert). Es wurde 1958 von meiner Großmutter auf der Rückseite eines Briefes vom 10. Dezember 1956 an ihre Tochter Gesine notiert.

Ich hoffe, daß ich in Zukunft dieses Rezept immer in meinem blog finden kann, wenn der Zettel mal wieder weg ist. Jeder ist natürlich auch zum Nachbacken eingeladen. Das Besondere an diesem Rezept ist der relativ hohe Buttergehalt.

Umgerechnet auf 1 Pfund Mehl (das Original ist für 2 Pfund) besteht der Stollen aus folgenden Zutaten:

500 g  Mehl

150 g  Butter

175 g  Zucker

etwas Salz

125 g  Rosinen

65 g  Mandeln

Zitronat

mindestens 15 g Hefe (ich nehme einen Würfel, also 42 g)

Milch, “soviel der Teig annimmt” (ich nehme 150 ml)

Verarbeitung wie bei Hefeteig üblich. Ich backe 1 Stunde auf Stufe 2. Auf dem fertigen, noch heißen Stollen wird mit dem Pinsel Butter verstrichen (ich nehme 100 g) und der Stollen anschließend mit Puderzucker bestreut. Die Rosinen ersetze ich manchmal durch Orangeat und Zitronat.

In der Küche geht jetzt gerade der dritte Stollen.

Das am 10. Dezember 1956 von meiner Großmutter als “mein altes Stollenrezept” mitgeteilte Rezept lautet übrigens wie folgt:

4 Pfd. Mehl

1 Pfd. Butter

1 Pfd. Zucker

1 Pfd. Rosinen

1/2 Pfd. Mandeln

1/4 Pfd. Talg

3/4 l Milch

reichlich Hefe (mindestens 30 g  pro Kilo Mehl)

Abgelegt unter: Dies und das, Familienforschung Karbe
Posted By: Markus
 

Bad Behavior has blocked 1635 access attempts in the last 7 days.