Granatäpfel und Myrrhe
Als Premiere in diesem blog mal eine Filmkritik. Eigentlich gehe ich ja sehr selten in’s Kino und Freunde bemängeln mitunter, daß meine Kenntnisse mit den Tagen Truffauts endeten, von einigen indischen Monumentalfilmen einmal abgesehen. Letzte Woche machte mich nun eine Freundin darauf aufmerksam, daß in Berlin die Friedrich-Ebert-Stiftung einen palästinensischen Film zeige.
Und so habe ich am Sonnabend einen sehr schönen Film der Regisseurin Najwa Najjar namens “Granatäpfel und Myrrhe” (il-morr we ir-rummaan) gesehen. Von seinen ästhetischen Qualitäten einmal abgesehen, räumt der Film mit vielen Klischees über Palästina und Palästinenser auf, ohne daß politische Aussagen aufdringlich in den Vordergrund gerückt werden und mit der Ästhetik kollidieren. Sondern eine ganz normale Geschichte von ganz normalen Menschen in einem besetzten Land. Genauer gesagt eine Geschichte von einer Frau und zwei Männern. Oder zwei Frauen und zwei Männern? Interessanterweise taucht nämlich auf dem Plakat die Frau auf, die zunächst nicht im Zentrum der Handlung stehen zu scheint. Ich finde übrigens die Reihenfolge “Myrrhe und Granatäpfel” (wie im arabischen Originaltitel) passender. Keine Ahnung, warum man das im deutschen und englischen Titel umgedreht hat.
Am besten selber sehen. Es ist zwar bisher nicht vorgesehen, den Film in weiteren deutschen Kinos zu zeigen, aber da neben der Friedrich-Ebert-Stiftung und anderen auch ZDF Arte zu den Förderern gehört, wird es ihn vermutlich irgendwann im Fernsehen geben.
Im übrigen erinnert mich der Film an einen israelischen Film, den ich vor ein paar Jahren gesehen habe, und von dem mir im Augenblick weder der Name noch die genaue Handlung einfallen. Es ging dort auch um ganz normale Menschen, deren Leben unter demselben sinnlosen Konflikt leidet.
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