La gare des aïeux

Ein Netztagebuch zu Familienforschung, Verkehr und allem anderen

Granatäpfel und Myrrhe

Montag, 9. Februar 2009 1:33 pm

Als Premiere in diesem blog mal eine Filmkritik. Eigentlich gehe ich ja sehr selten in’s Kino und Freunde bemängeln mitunter, daß meine Kenntnisse mit den Tagen Truffauts endeten, von einigen indischen Monumentalfilmen einmal abgesehen. Letzte Woche machte mich nun eine Freundin darauf aufmerksam, daß in Berlin die Friedrich-Ebert-Stiftung einen palästinensischen Film zeige.

Und so habe ich am Sonnabend einen sehr schönen Film der Regisseurin Najwa Najjar namens “Granatäpfel und Myrrhe” (il-morr we ir-rummaan) gesehen. Von seinen ästhetischen Qualitäten einmal abgesehen, räumt der Film mit vielen Klischees über Palästina und Palästinenser auf, ohne daß politische Aussagen aufdringlich in den Vordergrund gerückt werden und mit der Ästhetik kollidieren. Sondern eine ganz normale Geschichte von ganz normalen Menschen in einem besetzten Land. Genauer gesagt eine Geschichte von einer Frau und zwei Männern. Oder zwei Frauen und zwei Männern? Interessanterweise taucht nämlich auf dem Plakat die Frau auf, die zunächst nicht im Zentrum der Handlung stehen zu scheint. Ich finde übrigens die Reihenfolge “Myrrhe und Granatäpfel” (wie im arabischen Originaltitel) passender. Keine Ahnung, warum man das im deutschen und englischen Titel umgedreht hat.

Am besten selber sehen. Es ist zwar bisher nicht vorgesehen, den Film in weiteren deutschen Kinos zu zeigen, aber da neben der Friedrich-Ebert-Stiftung und anderen auch ZDF Arte zu den Förderern gehört, wird es ihn vermutlich irgendwann im Fernsehen geben.

Im übrigen erinnert mich der Film an einen israelischen Film, den ich vor ein paar Jahren gesehen habe, und von dem mir im Augenblick weder der Name noch die genaue Handlung einfallen. Es ging dort auch um ganz normale Menschen, deren Leben unter demselben sinnlosen Konflikt leidet.

Abgelegt unter: Dies und das, Politik
Posted By: Markus

Ein Zufallsfund aus Ungarn

Dienstag, 3. Februar 2009 3:25 pm

Durch Zufall wurde ich heute darauf aufmerksam, daß es unter http://pilot.familysearch.org auch Todesanzeigen aus Ungarn aus dem Zeitraum 1840–1990 zu finden gibt. Ich dachte mir, man kann ja mal kurz gucken, und prompt fand ich eine Anzeige für meine am 10. April 1878 verstorbene Ururgroßtante Marie Pollack geb. Röhling:

Die Unterfertigten geben hiemit allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht von den Ableben ihrer innigstgeliebten Mutter beziehungsweise Schwiegermutter der Frau

Marie Pollack
geb. Röhling
Baumeisters Wittwe

welche am 10. d.m. 3/4 3 Uhr plötzlich im 60-ten Jahre ihres Lebens an Gechirnschlag verschied.
Die irdische Hülle der Verblichenen wird Donnerstag den 11-ten April um 5 Uhr Nachmittag vom Personenbahnhof der Theissbahn aus, auf den katholischen Friedhof zur ewigen Ruhe bestattet.
Die heil. Seelenmessen werden am 12. April Vormittags 10 Uhr in der hiesigen Pfarrkirche gelesen.

Szolnok am 10-ten April 1878.

Friede ihrer Asche!

Leopoldine Pollack. August Pollack
Schwiegertochter. bischof. Oberförster.

Marie Pollack.
Alois Palliardi. Magd. Palliardi geb. Pollack.
Sections-Ingenieur der Theisbahn
als Schwiegersohn.
als Kinder.

Szolnok, Nyomatott Bittermann Edénél.

Leider habe ich bisher keine Möglichkeit gefunden, einen direkten link zu der Abbildung herzustellen. Man findet die Anzeige, indem man auf die Seite http://pilot.familysearch.org/recordsearch/start.html#p=3;c=1542666;w=410 geht und dann zu S. 167 springt.

Am liebsten würde ich jetzt gleich nach weiteren Nachfahren der Familie suchen. Aber man hat ja noch anderes zu tun und in der Küche hat sich schon die albuminschlagende und in Vergessenheit geratene Küchenmaschine wegen Überhitzung abgeschaltet, während ich diesen Eintrag verfaßt habe.

Für mehrere andere Mitglieder der Familie Pollack sind auf jeden Fall noch Anzeigen vorhanden.

Vor ein paar Jahren hatte ich schon einmal einen Anlauf dazu unternommen, war dann aber steckengeblieben. Immerhin bieten jetzt der Familienname Palliardi und die Ortsangabe Szolnok neue Anknüpfungspunkte. Bisher kannte ich weder das Todesdatum meiner Ururgroßtante noch wußte ich von den drei Kindern mehr als ihre Geburtsdaten (Marie * in Pest am 31. Juli 1841, August * in Pest am 18. Mai 1844, Magdalena * in Pest am 12. Juni 1848).

Abgelegt unter: Familienforschung Röhling, Friedhöfe
Posted By: Markus
 

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