Ein neuer Onkel (I)
Im letzten Jahr erhielt ich, wie berichtet, von einer Verwandten eine Schachtel mit Familiendokumenten und -photographien. Unter den Bildern befand sich auch das folgende:

Die Rückseite sieht wie folgt aus:

Die Aufschrift “Max Wenzel Pr. Lt. im 8t. P[ommerschen] I.R. No. 61, Thorn Mai 66″ brachte mich auf die richtige Spur. Nachdem es mir gelungen war, Kopien aus dem Buche “Offizier-Stammliste des Infanterie-Regiments von der Marwitz (8. pommerschen) Nr. 61″ von Winfried Neumann (Berlin 1910) zu beschaffen, konnte ich diesem auf S. 13f. folgendes entnehmen:
Max August Wenzel, +
geb. 27. 7. 1837 zu Krossen a/O i. Brandenburg, evang.
Vater: Eugen, Justizrat.
Mutter: Emilie, geb. Billeau.
Erziehung: Im elterlichen Hause, auf der Bürgerschule zu Krossen und auf dem Gymnasium zu Sorau.
Dienstlaufbahn: 16. 4. 1857 in das Inf. Regt. 21 eingetreten. — 10. 4. 1858 Fähnr. — 12. 3. 1859 Lt. — 8. 5. bis 1. 7. 1860 zur Dienstleistung beim 21. komb. Inf. Regt. komdt. — 1. 7. 1860 in das Inf. Regt. 61 vers. — 1. 9. 1862 bis 1. 7. 1863 Bats. Adj. — 7. 6. 1866 Oblt. — 1. 1. 1872 als Hptm. u. Komp. Chef in das Inf. Regt. 82 vers. — 18. 9. 1880 mit Pat. v. 1. 1. 1871 in das Jäg. Bat. 3 vers. — 21. 11. 1882 als Maj. in das Inf. Regt. 24 vers. — 18. 8. 1885 als BAts. Komdr. in das Inf. Regt. 62 vers. — 9. 4. 1887 bis 17. 4. 1888 dem Regt. aggreg. und zur Dienstleistung bei der Eisenb. Abt. des Gr. Gen. St. behufs Ausbildung als Eisenb. Lin. Komdt. komdt. — 17. 4. 1888 mit Pens. z. Disp. gestellt. 16. 5. 1888 Char. als Oberstlt. und die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Inf. Regts. 61 erteilt.
Feldzüge: 1866 gegen Österreich: Königgrätz. — 1870/71 gegen Frankreich: Gravelotte, Metz, Verdun, Paris, Champigny, Avallon, Talant, Fontaine, Talant, Dijon, Dijon.
20. 6. 1889 zu Berlin gestorben.
Mithilfe von Kirchenbüchern und Adreßbüchern konnte ich dann über diesen mir bisher vollkommen unbekannten Urgroßonkel und seine Nachfahren noch einiges weitere feststellen:
Max August Wenzel hinterließ seine Witwe Hedwig geb. Voigt und mindestens zwei Kinder: Eva Hedwig Wenzel (* am 10. Januar 1871 in Thorn) und Hermann Eugen Kurth Wenzel (* am 30. Oktober 1873 in Northeim). Die Witwe ist letztmalig im Berliner Adreßbuch von 1926 erwähnt. Max Wenzel bzw. seine Witwe wohnten in der Melanchthon- bzw. der Spenerstraße in Moabit. Über den Sohn weiß ich bisher nur, daß er am 18. September 1889 in Berlin konfirmiert wurde.
Die Tochter Eva heiratete am 18. Mai 1889 in Berlin Dr. phil. und Privatdozent Friedrich Theodor Otto Kühling (* am 29. Oktober 1862). Otto Kühling konnte ich bis 1933 in den Berliner Adreßb”uchern ermitteln, zuletzt als Professor und Oberregierungsrat a.D. Seine Witwe Eva Kühling wird noch bis zum letzten erschienenen Jahrgang 1943 erwähnt. Als Adressen werden angegeben die Bismarckstr. 21 (1897–1907), die Berliner Str. 99 (1908–1019), die Mommsenstr. 40 (1911–1936) und die Eichenallee 63 (1937–1943), alle in Charlottenburg.
Weitere Forschungen zu den Nachfahren in Kirchenbüchern und Standesamtsregistern stehen noch aus.
Abgelegt unter: Berlin, Brandenburg, Pommern, Familienforschung RöhlingPosted By: Markus








