La gare des aïeux

Ein Netztagebuch zu Familienforschung, Verkehr und allem anderen

Innere Distanz

Montag, 12. Juli 2010 9:25 am

Man schimpft ja gerne über die Deutsche Bahn, meist sicher zu recht. Was soll man davon halten, wenn laut Bahn am Ausfall der Klimaanlage in einem ICE, nach dem 9 Personen in’s Krankenhaus kamen, “die Kombination aus Hitze und hoher Fahrgastzahl” schuld sei und “die Klimaanlagen […] dieser doppelten Belastung nicht standgehalten” hätten (Zitate Berliner Zeitung).

Laut Tagesspiegel rät die Bahn in ähnlichen Fällen (also wohl immer dann, wenn zufällig der Sommer mit dem Beginn der Sommerferien zusammenfällt):

“Fahrgäste, die den Ausfall einer Klimaanlage in einem ICE erleben, sollten sich erkundigen, ob die Klimaanlage in einem anderen Teil des Zuges noch funktioniert. Es gibt Schilderungen von Fahrgästen über einen Vorfall vor einer Woche, nach denen das Bahnpersonal von sich aus nicht dafür sorgte, dass die Betroffenen auf andere Teile des Zuges verteilt wurden, wo die Klimaanlage noch lief. Ein Bahnsprecher sagte dazu, es liege im Ermessen des Personals, solche Entscheidungen zu treffen. Es solle dabei flexibel sein.”

Aber doch auch wieder nicht zu flexibel:

“Ob diese Flexibilität auch bedeutet, dass Fahrgäste im Notfall auch in die erste Klasse verlegt werden, beantwortete er ausweichend.”

Wie schreibt es die Berliner Zeitung so hübsch: Bei der Deutschen Bahn sei “eine gewisse innere Distanz zum Service-Gedanken” im Preis inbegriffen.

Abgelegt unter: Berlin, Politik, Verkehr, Gefunden
Posted By: Markus

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